(5.6.2017)

Linguistische Angriffe auf den Schöpfer

Gezielte Transformation unserer Welt

Zum Beitrag „Mit der Sprache eine neue Welt schaffen“ (DT vom 20.Mai):

Ein Buch über Linguistik - ein Thema, mit welchem man zeitgenössische Leser eigentlich „zu Paaren treiben“ kann... Abstrakt, blutleer und akademisch. Nicht nur der human touch fehlt, sondern ebenso „sex and crime“. Findet keine Leser, sterbenslangweilig. Gemach, gemach! Urs Buhlmann gelingt es mit leichter Hand, bei dieser - doch etwas abstrakten - Thematik aktuelle Bezüge zu unserem gegenwärtigen Alltag herzustellen. So zu dem Vorhaben, ein Narrativ - also eine sinnstiftende Erzählung, die Einfluss hat auf die Art, wie die Umwelt wahrgenommen wird - ohne Gott zu schaffen. Dieses Narrativ - an welchem seit Jahrhunderten von atheistischen Wissenschaftlern so geduldig wie verdeckt gearbeitet wird - wird in unseren Tagen von den Medien und der Politik auf breiter Front mit gesellschaftlicher Legitimität versehen. Glauben wird zunehmend skandalisiert, Rocco Buttiglione kann bereits 2004 nicht EU-Kommissar werden, weil er als praktizierender Katholik Homosexualität als Sünde bezeichnete. Kreuze sollen im öffentlichen Raum verschwinden, Demonstrationen von Lebensschützern sind nur noch mit massivem Polizeischutz durchführbar. Dieses perfide Narrativ schildert den Menschen als höchstentwickeltes Tier, welches seine Existenz nicht Gott, sondern dem Urknall samt Survival of the Fittest verdankt. Göttliche Gebote sind daher ohne Belang, jegliches Geschlecht frei wählbar, das menschliche Leben per Reagenzglas an- und per Abtreibung und Euthanasie wieder ausknipsbar.

Verteidigt wird diese wahrhaft luziferische These (um mit Böll zu sprechen) mit rattenhafter Wut, soll doch der Schöpfer vom Thron herunter, dem Geschöpf Platz machen. Die säkularen Säulenheiligen Darwin, Chomsky (und wie sie alle heißen) dürfen nicht in Frage gestellt werden, Kritiker werden gesellschaftlich vernichtet, als überkommene Intolerante verfemt und totgeschwiegen. Wie im Artikel gut geschildert, werden dabei im "vollen Kampfmodus“ Strippen gezogen, Regierungen eingeschaltet, wissenschaftliche Existenzen vernichtet, Erkenntnisse unterdrückt. Es lebe die Aufklärung, es lebe die Toleranz... Der Autor versteht es gut, tiefer liegende Grundstrukturen zu verdeutlichen, deren aktuelle Blüten Gender sowie „Homo-“, „Islamo-“ und sonstige „Phobien“ sind. Gnadenlos werden Andersdenkende vom wissenschaftlichen und medialen Komplex zu Angstgestörten erklärt, die man nicht ernst zu nehmen brauche. Man muß wirklich nicht Verschwörungstheoretiker sein, um zur Feststellung zu gelangen, dass der politische, der mediale, der wissenschaftliche Komplex objektiv real sind. Sie alle arbeiten wahrnehmbar Hand-in-Hand, perfekt choreographiert. *Siehe den - offensichtlich orchestrierten - einheitlichen Kampagnen-Journalismus gegen Putin, gegen Trump, gegen die AfD, gegen die FSSPX. Oder die schleichende Umsetzung des sog. „Gender-Mainstreaming“ durch Parteien jeglicher Couleur (CDU-Kultusminister Lorz aus Wiesbaden läßt grüßen...)*

 Die Schöne neue Welt, (welche mit dem Mittel der Sprache künstlich geschaffen werden soll, wie der Titel richtigerweise verdeutlicht) nimmt bereits zusehends Gestalt an, artifiziell soll mit Binnen-„I“, Gender-Mainstreaming und political correctness eine virtuelle und vor allem verbindliche Wirklichkeit geschaffen werden. Neusprech für Gutdenker, auf dass Gedankenverbrechen (heute: Hate-Speech) bereits im Kopf gar nicht erst entstehen – schlag nach in Orwells „1984“. Die Repressionsinstrumente, von Orwell noch "Gedankenpolizei" genannt, firmieren heutzutage als private Stiftungen, welche im rechtlichen Zwielicht des Internets Zensur ausüben. Die sog. "Zivilgesellschaft" soll "Gesicht zeigen gegen rechts". Damit man die dazu erforderliche gesellschaftliche "Haltung" besser organisieren kann, werden Kirchen, Sport, Kultur usw. als gesellschaftlicher Transmissionsriemen offiziell formiert - buchstäblich vom Kneipp-Bund bis zum Vogelschutz-Komitee - lesen Sie's nach: http://www.allianz-fuer-weltoffenheit.de/. Die uns bisher bekannte Welt wird gezielt transformiert - die DT hat in dieser Buchbesprechung dankenswerter Weise auf die Grundlagen dieser Veränderung hingewiesen.

Steffen G. Wiegand

(Vollständige Fassung des am 1.6.2017 in der Tagespost veröffentlichten Leserbriefes; *in der Tagespost nicht abgedruckt.)