Papst Franziskus und der Kranzwurf von Lampedusa – mehr als eine Geste  (17.07.2013)

 

Das war so ganz das Bild, das die Mainstream - Medien von Papst Franziskus (noch) haben, sich wünschen und eifrig verbreiten und so von einer Kirche, wie sie sie gerne hätten: eigenhändig wirft er vom einem Patrouillenboot aus einen Blumenkranz ins Meer zum Gedenken an die vielen, die auf dem Weg nach Europa  dort nicht angekommen sind – so die Worte des Papstes. Der Papst sagte auch, dass er für diese beten werde.

Kann ein gläubiger Christ eigentlich etwas anderes für die armen Seelen tun als für deren Heil zu beten? Und dann der Kranzwurf? Inszeniert sich der Papst, sprich die Kirche, mit dem Kranzwurf für die Öffentlichkeit nach deren Gusto? Ja und Nein: zeigt sie doch damit, wie sie gesehen werden will,  aber auch wie sie sich heute sieht und handelt : als eine Institution, eine humanitäre, der es  in der großen Welt, der dritten, um die Bekämpfung der Armut, also um Wohlstand  und  Frieden geht und in der kleinen, der ersten, darum, mitzuhelfen, dass  das Leben gelingt - subspeciemundi, nicht subspecieaeternitatis. Für die einen eine Gedenkfeier und Geldspenden, für die anderen das Sorgentelefon und der Seniorennachmittag. Wie sagte noch der Papst? Ich werde für sie beten, er sagte nicht: Lasst uns jetzt für ihr Seelenheil beten.

 

Prof. Dr. Med. Eberhard Gross, Hamburg