(30.10.2018)

  

Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche                                                                                                                                   

Leserbrief zu dem Artikel  in der Bistumspresse Osnabrück, Nr. 43 „Richtiger und mutiger Schritt“

 

Zu diesem Artikel schrieb Oberstudienrat Hubert Hecker folgenden Leserbrief, den der Arbeitskreis von Katholiken veröffentlicht, in dem u.a. Bezug genommen wird auf eine Äußerung des Herrn Generalvikars Rösch, Diözese Limburg in der Nassauischen Neuen Presse vom 26.9.2018 „Die Kirche hat sich schuldig gemacht“.

 

Ulrich Waschki mahnt in seinem Kommentar einen wichtigen Aspekt zu der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der Kirche an: Das Schuldeingeständnis von Bischöfen und ihrer Sprecher blieb bisher abstrakt, die Entschuldigungen wirkten ritualisiert. „Die Kirche hat sich schuldig gemacht“, ließ der Limburger Generalvikar Rösch verlauten. Später erfährt man: 21 Kleriker bei 627 untersuchten Personalakten gelten als überführte Täter. Drei Prozent übergriffige Kleriker sind eine Schande. Doch sind ‚Kirche’ nicht auch die 97 Prozent unbescholtenen Priester? Aber das Versagen der Kirche bestand auch darin, dass sie weggesehen, vertuscht und verschleiert hat! Kann eine Institution wegsehen? Auch hier sind Menschen der Bistumsleitung für das Versagen verantwortlich. Der neue Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer hat erstmals den Namen seines Vorvorgängers genannt, der verantwortlich war für das gezielte Verdecken der Verbrechen eines klerikalen Mehrfachtäters. Andere Bischöfe sollten diesem Beispiel Wilmers folgen, fordert Waschki, um die Ernsthaftigkeit kirchlicher Aufklärung unter Beweis zu stellen. Sonst läuft der vielbeschworene Kampf gegen Klerikalismus und Machtmissbrauch genauso ins Leere wie das allgemeine bischöfliche Schuldgeständnis und Beschämtsein.