Leserbrief zu „Der Mensch straft sich selbst“, Der SONNTAG Nr.17, 24.4.2011

Der Franziskanerpater Max Rademacher bezeichnet den „strafenden Richter-Gott“ als ein „dämonisches Gottesbild“. Gott würde auch nicht die guten und bösen Taten der Menschen registrieren und außerdem brauche man nicht etwas leisten, um in den Himmel zu kommen.

Was denkt sich der Pater bei dem Satz im Glaubensbekenntnis: „Er wird wiederkommen zu richten die Lebenden und die Toten“? Kann man die Matthäus-Darstellung vom Endgericht einfach übergehen? Der Evangelist schreibt ausdrücklich, dass der Herr die Menschen nach ihren Taten richtet – „die einen zur ewigen Pein, die Gerechten aber in das ewige Leben“. In den Torgiebelfeldern unserer gotischen Dome ist das Jüngste Gericht dargestellt, bei dem Christus als Weltenherrscher und Weltenrichter in Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sein Urteil spricht. Wie kann eine biblisch und theologisch begründete Wahrheit in „dämonisches Gottesbild“ sein?

Leserbrief zu „Jesus hat Unruhe gebracht“, Nassauische Neue Presse  23. 4. 2011

Redakteur Johannes Laubach versucht ein vergessenes Lied wiederzubeleben, dessen Refrain lautet: ‚Jesus ja – Kirche nein’. Dabei war das Konzept, den Menschen Jesus gegen die Institution Kirche aufzuspielen, schon bei seiner Entstehung vor 40 Jahren ein totgeborenes Kind: Als wenn die Lehre Christi freischwebend in der Weltgeschichte ohne oder gar gegen die Kirche zu leben und zu lehren wäre. Ausgerechnet bei der Gruppe, die sich „Wir sind Kirche“ nennt, gab der ehemalige Pfarrer Hubertus Janssen kürzlich einen entsprechenden Impuls für die „Freilassung Jesu“ aus den Händen der kirchlichen Aufpasser.