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Redaktion der Tagespost

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Leserbrief zu: „Es kommt zusammen, was zusammen gehört“ DT Nr. 11/06

In dem Titel der neuen Zeitschrift des Aachener Missionswerks und von 25 Missionsorden werden „Kontinente“ großgeschrieben und „missio“ kleingedruckt sowie in die zweite Reihe gerückt. Dieser äußeren Verschiebung im Zeitschrift-Design entspricht eine Wandlung in der Missions-Theologie, die bei dem Internationalen Katholischen Missionswerk „missio“ Aachen  schon seit längerem zu beobachten ist.

Es geht dabei um eine epochale Umdeutung des Missionsauftrags Jesu Christi an die Kirche: Macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe (Mt 28,19).

Im Leitwort von missio Aachen und missio München zum Monat der Weltmission 2003 war der Versuch gemacht worden, Mission in der Philosophie des New Age umzuformulieren als ein Aufbrechen von  „Lebenskraft, die durch Gottes guten Geist  bereits in jedem Menschen und in der Schöpfung offen oder verborgen grundgelegt ist“.  Christen würden zu „Missionarinnen und Missionaren einer neuen Zeit, die das Wirken des einen Geistes in vielen Kulturen, Sprachen und Religionen“ erkannt hätten und weiter erkennen und benennen würden.“

Ein anderer Ansatz kommt in einer Lernmappe von missio Aachen zu dem Bischofswort „Allen Völkern Heil“ von 2004 zum Ausdruck (Religion erleben Nr. 11). In diesem Unterrichtswerk macht sich das Katholische Missionswerk die Auffassung des Ökumenischen Rats der Kirchen zu eigen, nach der Mission kein besonderer Auftrag Jesu Christi an die Kirche sei, sondern das beinhalte, was die Kirche schon immer mache: Mission sei „Lebensäußerung der Kirche“ insbesondere im Dienst an den Menschen. „Mission ist Kampf gegen Rassismus und wirtschaftliche Ausbeutung ebenso wie das Eintreten für Versöhnung und Gerechtigkeit. Mission hat zu tun mit der Schuldenfrage und dem Aufbau einer versöhnten Weltgemeinschaft“ (Materialteil S. 16).

Für die neue Zeitschrift, die nach den Worten des Chefredakteurs Jussen „Sympathien für die so genannte Dritte Welt wecken“ will, wäre es ehrlicher, wenn sie den kleinen Schriftzug „missio“ ganz aus dem Titel streichen würde.

Mit freundlichen Grüßen

 

Hubert Hecker

65599 Dornburg-Frickhofen