Kirchenpolitische Propagandawalze im Fernsehen     12.02.2013

 

Nun haben die deutschen Fernsehkanäle sich aus gegebenem Anlass heute stundenlang mit der katholischen Kirche befasst. Aber so vielfältig die Angebote waren, in einem stimmten sie alle überein: in der Stimmungsmache für „liberale“ Veränderungen. Das war der Chor der Journalisten. Das war aber auch das allgegenwärtige Auftreten der „Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche“. Dabei handelt es sich bei ihr um ein zwar lautstarkes, aber doch nur ein Konventikel.  Organisationen wie das „Forum Deutscher Katholiken“ die im Lauf der letzten Jahre viele tausende haben aufbieten können, blieben wieder einmal außen vor. In habe in den letzten Jahren immer wieder auf diese Nicht- Beachtung der sog. „Konservativen“ in der Kirche hingewiesen, von den Intendanten und sonst Fernsehgewaltigen stets nur ausweichende und selbstgefällige Antworten erhalten. Da ist Absicht am Werk- und die ist nicht kirchenfreundlich. Ein Medienbeobachter meinte, das Fernsehen versteht sich als „aufklärerisch“ und nehme die Kirche in ihrer überkommenen Gestalt als „Anti-Aufklärung“ wahr. Diese Beobachtung mag analytisch zutreffen, rechtfertigt aber die Einseitigkeit gar nicht. In meiner Jugend- vor dem II Vaticanum- hatten Kirchenleute noch das Selbstbewußtsein und das Unterscheidungsvermögen, dergleichen als „Aufkläricht“ zu bezeichnen. Heute machen sie entweder in Verfolgung eigener kirchenpolitischer Absichten mit oder verharmlosen liebedienerisch: „Wir sind ja nicht so“. Und wenn dann ausnahmsweise ein Katholik ohne Abstriche wie Martin Lohmann vor einer Woche bei „Jauch“ auftritt, macht man ihn entweder gleich fertig oder, wenn das wie bei Lohmann nicht gelingt richtet ihn in Abwesenheit in einer Folgesendung publizistisch hin. Hier ist eine wesentliche Ursache gegeben dafür, dass Glauben verdunstet. Die Methode ist allerdings nicht neu. In Skandinavien wurde sie schon vor einem halben Jahrhundert medial praktiziert. Und man gab offen zu, diese „Entchristlichung“ mittels Vereinssammlung noch kirchentreuer Menschen, vor allem junger Menschen erreichen zu wollen. Der Unterschied ist nur, dass heutzutage Zeitgenossen unter kirchlicher Flagge dabei selbstzerstörerisch mitmachen.

 

Bernhard Mihm Stadtrat a.D.