Fragen an Bischof Kamphaus zum Frankfurter „Projekt: schwul und katholisch“

 

 

Das „Projekt: schwul und katholisch in der Gemeinde Maria Hilf“ besteht seit 1991 und ist laut eigener Internetseite (www.psk-ffm.de) eine „Initiative im Bereich der Stadtkirche“ Frankfurt am Main.  Das Wort „schwul“ beinhaltet im Gegensatz zu den neutralen Bezeichnungen „homosexuell“ oder „gleichgeschlechtlich“ ein Bekenntnis und Programm: Die betreffenden Homosexuellen  bekennen sich dazu, ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen zu praktizieren, ihre schwule Sexualität auszuleben und an der exzentrischen Gay- Kultur teilzunehmen. In diesem Sinne erklären sie sich als Teil der „Frankfurter Gay Community“, nehmen an den jährlichen  Christopher- Street- Day- Paraden teil und sind mit anderen kämpferischen Lesben- und Schwulengruppen vernetzt. Damit setzt sich diese Schwulen-Gruppe in Gegensatz zu den gültigen Lehren und Weisungen der katholischen Kirche, die im katholischen Weltkatechismus von 1994 wie auch im päpstlichen Lehrschreiben von 2003 eindeutig und klar das Praktizieren und Propagieren von Homosexualität als ungeordnet und sündig charakterisiert.

Wie können Sie, Herr Bischof, es zulassen und zusehen, dass sich diese Schwulen-Gruppe in die Kirche bzw. das Bistum einnistet und mit dem Begriffspaar „schwul und katholisch“  explizit und öffentlich die Lehre der katholischen Kirche verhöhnt und auf den Kopf stellt?

Mit einer selbstgestrickten „Spiritualität“ spenden die Schwulen sich ihre religiöse Selbstbestätigung. Dabei vereinnahmen sie Gott und Christus gegen die Kirche: Sie „bezeugen“ sich und ihre homosexuelle Neigungen als Teil der Schöpfung und damit sei das gut so. Die Nichtanerkennung ihrer Homosexualität, „Abspaltung“, bedeute Entfremdung vom Schöpfer und mache krank. Christus dagegen schenke Heil und Solidarität und deshalb laden sie sich „ein an seinen Tisch“. „Gott nimmt mich an so wie ich bin“, lautet ihre Selbstvertröstung, Gott gäbe den Schwulen Halt und Hilfe, gerade weil in Kirche und Gesellschaft die schwule Sexualität abgelehnt und ausgegrenzt würde. In diesem Sinne feiern die Schwulen sonntags abends  Gottesdienst in der kath. Gemeindekirche „Maria Hilf“, bepredigt und bestärkt von katholischen Priestern wie Prof. Friedhelm Hengsbach SJ oder Pater Gregor Böckermann (damals Weißer Vater). Gelegentlich wird auch ein „Segen für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften“ erteilt, so etwa am 17. 3. 2002. Auch der Stadtdekan Dr. Raban Tilmann hält einmal im Jahr Eucharistiefeier in der schwulen Community von Maria Hilf. Stadtpfarrer Tilman rechtfertigt ausdrücklich diese Selbstvertröstungstheologie, nach der Gott die schwule Community „so annimmt, wie sie ist“.

Wie können Sie, Herr Bischof, es zulassen, dass diese Schwulen-Gruppe die katholische Theologie für ihre Ziele und Zwecke verdreht und verdrechselt, dass Limburger Priester diese Theologieverdrehung noch verstärken und der Frankfurter Stadtdekan diese antikirchliche Schwulentheologie absegnet?

Die Gruppe „schwul und katholisch in der Gemeinde Maria Hilf“ behauptet, dass sie ihre „Arbeit ausschließlich aus Spenden finanziert“, die sie über das Konto des kath. Pfarramtes einsammelt. Das stimmt nicht. Die kath. Gemeinde vor Ort bzw. die Stadtkirche stellt weitgehend die personellen und sachlichen Ressourcen bereit, so dass letztlich der Kirchensteuerzahler das Schwulen-Projekt in der kath. Kirche Frankfurts finanziert und fördert. Die Gruppe „bedankt“ sich für diese kirchliche Unterstützung damit, dass sie zusammen mit militanten antikirchlichen Homogruppen wie HuK oder dem LSVD Hessen Aktionen gegen Papst und Kirche durchführt. So beteiligten sich Mitglieder von „Schwul + Katholisch“ an der „Dom-Demo“ im Januar 2004 und 2005 gegen den „kath. Klerus“ (vgl. www.old.lsvd.de/bund/news)  und ebenso an einer exhibitionistischen CSD- Zugnummer im Sommer 2005 gegen die „klerikalen Kirchenfürsten“.

Wie können Sie, Herr Bischof, es zulassen, dass solche antikirchlichen Projekte und Programme sogar durch kirchliche Stellen und Finanzen unterstützt werden?

Die Strategie der militanten Homo-Gruppen wie LSVD, HuK, mit denen die Gruppe „schwul und katholisch“ kooperiert, besteht darin, zwischen der Kirche in Deutschland und der Weltkirche, repräsentiert durch den Papst, einen Keil zu treiben, also zu spalten. So heißt es in der Presseerklärung des LSVD Hessen zur Frankfurter Dom-Demo am 16. 1. 05: „Lesben und Schwulen sollten sich den Hasspredigern und Homophoben in Politik und Kirche entgegenstellen.“ Und: „Die kath. Kirche in Frankfurt muss sich vom Vatikan-Verdikt gegen die Lebenspartnerschaften lösen. Nur dann ist Frankfurts Katholische Kirche … weltoffen und tolerant“ (www.hessen.lsvd.de/html/familiensonntag). Stadtdekan Dr. Tilmann ging lt. Frankfurter Rundschau vom 19. 1. 05 auf diese Spaltungsstrategie ein, indem er die römisch-katholische Ablehnung der homosexuellen „Lebenspartnerschaften“ bedauerte und für „eine Form von Anerkennung für gleichgeschlechtliche Partnerschaften“ in Deutschland warb.

Wie können Sie, Herr Bischof, es zulassen, dass solche antikirchlichen Hass- und Spaltungsstrategien der Homo-Gruppen von kirchlicher Seite im Bistum Limburg Akzeptanz finden?

Mit freundlichen Grüßen

Hubert Hecker                                                         Frankfurt / Main, 15. 1. 2006