Der deutsche Drang zur „Wende“ beim Zölibat                                                                                                                                          (8.2.2016)

 

In einer Replik zu den Lesermeinungen über den Artikel: Zölibat: Weiht Papst Franziskus in Mexiko verheiratete Diakone zu Priestern?“ veröffentlichen wir eine Zuschrift aus Katholisches.info.

Es geht um den Einfluss des deutschen Episcopates in der Weltkirche.

Die deutschen Bischöfe verschaffen sich eine internationale Reputation aufgrund der großen Spendenaktionen wie Adveniat, Misereor und den Sternsingern. Sie verteilen das Spendengeld nach ihrem Wohlgefallen und haben deswegen international Ansehen und Einfluss, der ihnen theologisch nie zukommen würde.

Vor der Wahl des argentinischen Papstes wurde immer wieder zu Spenden für die lateinamerikanische Kirche geworben. Die letzte Miseriorkollekte  glich jedoch einem Paradigmenwechsel. Sie galt der philippinischen Insel Mindanao. Alle Aussagen in der Predigt, die über die Zustände auf der Insel berichteten, entsprachen nicht den Sachverhalten, waren aber angetan den Geldbeutel der Gläubigen zu öffnen. Über die Geldverteilung wird „Kirchenpolitik“ betrieben, so schmutzig das Geschäft auch sein mag.

 

Auch die Auflösung des Zölibates gehört zu den lange angestrebten Zielen. Ich habe den Eindruck, dass die Vormänner dieser Herren und Verteiler der gespendeten Gelder alles politisch im Auge haben außer dem Seelenheil der ihnen anvertrauten Schafe. Wie pervers die Situation ist, sehen Sie zurzeit im Bistum Trier: die Synode verkündet ein Priesterbild, das den Priesteraspiranten jegliches Interesse am Priesterberuf nehmen muss. Das Priesterseminar wird aus Kostengründen geschlossen, die letzten fünf Seminaristen werden nach Frankfurt/Main zur Jesuitenhochschule St. Georgen geschickt; am 21. Februar aber wird erneut eine vorgeschriebene Kollekte für das Priesterseminar im Bistum Trier abgehalten . „Pecunia non olet“. Die Tatsache, dass der Bischof  eine vorgeschriebene Kollekte für ein längst beerdigtes Projekt durchführen lässt und das Geld kassiert für eine Priesterausbildung, die sie nach Sachlage gar nicht mehr durchführen wollen, zeigt, dass jegliches Gefühl für eine Schamgrenze in weiten Bereichen der kirchlichen Administration fehlt.

 

Die Anschrift des Kommentators ist der Redaktion bekannt.