Die provinziellen Nachahmer der SPIEGEL-Hetze gegen Bischof und Kirche

Wie Frankfurter Allgemeine, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Neue Presse, hr-online und Rheinzeitung die Öffentlichkeit irreführen.

Die Schlag-Zeilen ließen ein schreckliches Bedrohungsszenario erahnen – vielleicht sogar den Vorabend zu einem Umsturzversuch im Bistum Limburg befürchten. „Das ist Absolutismus“, titelte die FR am 12. 9. Nur eine Woche später konnte hr-online schon von einem „Priesteraufstand gegen den Bischof“ berichten (18. 9.). Am nächsten Tag meldete die FNP einen revolutionären Flächenbrand in der Diözese Limburg: „Es brennt im Bistum. Aufruhr in Limburg“. Auch die Rhein-Zeitung (Koblenz) beteiligte sich am 19. 9. mit markigen Sprüchen an der medialen Hatz gegen den „Champagner trinkenden Bischof“. Das alles geschah noch in den Wochen der Erregungsphase, die ein SPIEGEL-Artikel ausgelöst hatte, nach dem das „darbende Kirchenvolk zum Sturmlauf auf die im Bau befindliche Residenz des Limburger Bischofs“ ansetzen würde. 

Die Redakteure schwärmen aus

Aufgeschreckt durch diese angebliche Zusammenrottung der Limburger Katholiken, die die Redakteure der Regionalmedien glaubten verschlafen zu haben, schwärmten sie aus, um doch noch Spuren des angeblichen Katholikenaufstandes zu finden. Nach drei Wochen Recherche fand der gewiefte Journalist Stefan Toepfer von der Frankfurter Allgemeinen / Rhein-Main ein verblichenes Dokument, das er journalistisch als Revolutionsfanal aufpeppen konnte: 21 Priester vom „Hofheimer Kreis“ hatten im März d. J. einen fünfseitigen Text verfasst, den sie zu Ostern dem Bischof überreichten. Im Mai fand dann ein Gespräch der Schreiber mit der Bistumsleitung statt. Schließlich gab es Mitte September einen weiteren Dialog zwischen Bischof und Priesterrat zu dem Papier. Das war einige Tage später, als Bischof Tebartz-van Elst in der Kreuzwoche mit 200 Priestern des Bistums in einem ernsthaften Gesprächsprozess stand.

Burn-out-Syndrom statt Aufruhr

Wo aber waren die aufrührerischen Massen des Kirchenvolks? Wo das erkennbare Fanal des Aufstand? War vielleicht das Priesterschreiben im Stil des revolutionären Hessischen Landboten formuliert – etwa ‚Friede den Katholiken-Hütten – Krieg den Bischofs-Palästen’?

Im Gegenteil. Das larmoyanten Pfarrer-Schreibens bejammerte den Verlust jeglichen Elans – besonders den des modernistischen Aufbruchs nach dem Konzil. „Die Verfasser fordern Motivationshilfen“, charakterisierte die FAZ vom 17. 9. Im Text heißt es: „Mit großer Sorge sehen wir wachsende Resignation, Ermüdungserscheinungen!“ Dokumentiert das März-Schreiben die weit verbreitete Frühjahrsmüdigkeit – auch unter Klerikern? Es gebe sogar „zunehmende Krankheitsfälle sowie Rückzugstendenzen unter Priestern, Diakonen und pastoralen Mitarbeitern“. Auch unter kirchlichen Mitarbeitern scheinen also die Symptome der Modekrankheit ‚Burn-out-Syndrom’ zu grassieren. Schlimmer noch: Es gebe eine „Atmosphäre lähmender Furcht“ im Bistum. Der ganze März-Brief lässt sich in dem Jammerton ‚F’ zusammenfassen: ‚Furchtbar, ganz furchtbar ist alles!’

Doch inzwischen geben die Briefinitiatoren selbst schon wieder Entwarnung: Bei dem vertrauensvollen Gespräch im Mai  mit dem Bischof hätte der Bistumshirte einige seiner furchtgelähmten Pfarrer mit tröstenden Worten wieder aufrichten und Mut machen können. „Wir sind auf einem guten Weg“, meinte der Oberurseler Pfarrer Unfried nach dem Priesterratsgespräch Mitte September, „dass die Ängste und Verunsicherungen abgebaut werden. Der Bischof steht hinter uns!“

Medialer Sturm im Wasserglas

Der irritierte Leser wird jetzt fragen: Moment mal: ein jammervoller Brief, vertrauensvolle Gespräche, der Bischof richtet die lahmenden Priester auf und steht hinter ihnen – wo konnten denn die Medien in diesen Vorgängen ‚Aufruhr, Aufstand und Flächenbrand im Bistum Limburg’ entdecken?

Natürlich gab es nichts davon im Bistum. Die Journalisten sogen sich einen „Priesteraufruhr“ aus den Fingern. Sie bliesen mit dicken Backen  einen medialen Sturm im Wasserglas an. Die schreibende Medienzunft versteht es inzwischen, eine von der Filmindustrie entwickelte Methode für ihr Print-Format anzupassen: Danach wird eine Miniaturszenerie aus einer solchen Perspektive aufgenommen, dass beim Zuschauer bzw. Leser ein dramatisches und in diesem Fall skandalöses Groß-Panorama vermittelt wird.

Der Spiegel als antikirchliches Leitmedium

In konkreten Fall haben die Journalisten den harmlos-weinerlichen Pfarrerbrief dermaßen selektiv zitiert und interpretiert, dass dem Leser das Gegenteil, nämlich ein Aufstandsfanal  vermittelt wurde. Außerdem hat man das abgelegte und ausdiskutierte März-Schreiben in einen aktuellen ‚Brandbrief’ verwandelt. Diese miese Täuschungsmethode haben sich die Provinz-Journalisten offensichtlich vom SPIEGEL abgeschaut, der das vor zwei Jahren in dem berüchtigten ‚Brandbrief-Artikel’ vorexerziert hatte. Schließlich wurde ein bistumsinternes Schreiben an den Bischof in dem Augenblick an die Öffentlichkeit gezerrt, als die anti-kirchlichen Großmedien wie SPIEGEL, stern, RTL u. a. mit ihren Verleumdungsattacken gegen den Limburger Oberhirten das Publikum aufnahmebereit für angeblich skandalöse Zustände präpariert hatte. Damit wurde das zum Brandbrief aufgeblasene Harmlos-Papier anschlussfähig zu den medialen Skandalberichten über den Bischof:
Alle Regionalmedien erwähnen bei ihren Berichten die Schlagzeilen der antikirchlichen Leitmedien gegen den Bischof – und machen damit deutlich:
Die heimischen Lokalmedien fühlten sich anscheinend herausgefordert, mit eigenem Material an der medialen Schlammschlacht gegen den Limburger Bischof Tebartz-van Elst teilzunehmen.

Die Frage bleibt:

Aber warum versuchen die Regionalmedien und ihrer Journalisten, bei dieser unsäglichen Schmutz- und Verleumdungskampagne der Großmedien einzusteigen?

Darauf gibt es nur eine Antwort: Die Stimmung in den Redaktionsstuben wie auch der medienbeeinflussten Öffentlichkeit ist inzwischen reflexartig antikirchlich ausgerichtet und somit gegen die offizielle Kirche und Kirchenlehre eingestellt. Aus dieser Einstellung heraus suchen, finden und schreiben die Redakteure von Frankfurt bis Koblenz über kirchliche Ereignisse und Auseinandersetzung so, dass die Vertreter der papst- und glaubenstreuen Kirche immer im schlechten Licht dastehen. Den Regionalmedien kommt es anscheinend nie in den Sinn, die lügenhaften Behauptungen des SPIEGELS etwa kritisch zu hinterfragen, obwohl sie näher am Geschehen sind als das sogenannte Nachrichtenmagazin aus Hamburg. Stattdessen plappern sie dessen Halluzinationsberichte über eine „feudale Bischofsresidenz“ nach. Dazu kommt die ausschließliche Fixierung auf mediale Skandalproduktion bei kirchlichen Ereignissen: Über das harmonische Gespräch zwischen 200 Bistumspriestern und ihrem Bischof in der Kreuzwoche schrieben die Regionalmedien nicht eine Zeile. Dagegen bauschten sie in der gleichen Woche ein schon mehrfach dialogisiertes und älteres Jammer-Schreiben von 21 Pfarrern zum Fanal eines Bistumsaufruhrs auf.