Kommentar zu dem Artikel in der FAZ vom 24.03.2013 von D. Deckers: Der Vatikan unter Papst Franziskus - Der Karneval ist aus   (04.04.2013)

 

 

Nun hat sich D. Deckers in seinem Kampf für die Lehmann-Kirche und gegen die am vorkonziliaren Glauben festhaltenden neu munitioniert: die Anhänger des klassischen römischen Ritus gleich Homoerotiker, so lautet seine schlichte journalistische Aufklärung in Kurzform. Dabei kann er sicher bei den Ahnungslosen nur Zustimmung ernten, bedient er doch hier das Klischee vom Faible des Homoerotikers für den vermeintlich schönen Schein.

 

Nur hat dieser Ritus nichts mit schönem Schein zu tun, sondern ist Ausdruck einer anderen Theologie, wesensverwandt mit dem orthodoxen Ritus mit seiner göttlichen Liturgie, die auch etwas anderes ist als eine protestantisierte Mahlfeier nach dem Novus Ordo.

 

Mit Verve begibt sich Deckers nun auf eine Ebene, die nicht mehr zu unterbieten ist: Die an dem vorkonziliaren Glauben Festhaltenden werden als Traditionalisten diskriminiert, dazu in Deutschland noch in die rechte Ecke gestellt und nun als Teil einer Homolobby verunglimpft. Dieses Netzwerk gibt es zweifellos in der Amtskirche, die in nicht geringem Maße zum Opfer von solchen Priestern geworden ist, die in der Tarnung einer gutbürgerlichen Existenz die kirchlichen Strukturen für ihre Neigungen ausnutzen, insbesondere in der nachkonziliaren Zeit mit dem Einzug einer libertären Moral in weiten Teilen der Kirche, wie die Ephebophilieskandale gezeigt haben. Dieses Netzwerk dient nun Deckers als Projektionsfläche für seinen Kampf für eine modernistische Kirche, die Lehmann- Kirche. Nur hat dieses Netzwerk nichts mit den glaubenstreuen Katholiken zu tun, die die heilige Messe im klassischen Ritus feiern, sondern mit der in weiten Teilen verkommenen Amtskirche, was einem angesichts der Glaubensschwäche und der zuweilen offen propagierten Häresie mancher ihrer Vertreter eigentlich nicht wundert.

 

Man darf gespannt sein, was sich Deckers im Kampf gegen die glaubenstreuen Katholiken wie z.B. die Piusbrüder noch einfallen lässt; die Homokeule kann er hier jedenfalls nicht schwingen.

 

 

Professor Dr. med. Eberhard Gross, Hamburg