(1.5.2018)

Ein klares Wort in einer Zeit der Verwirrung

Ein Gastkommentar von Bernhard Mihm, Stadtrat a.D. in Frankfurt am Main, derzeit Paderborn

Die Kritik einiger katholischer Bischöfe am Beschluss der Bayerischen Staatsregierung, im Eingangsbereich aller staatlichen Dienstgebäude ein Kreuz anbringen zu lassen, offenbart nur das Ausmaß der Verwirrung, von der die Kirche in Deutschland befallen ist. Diese Ablehnung steht in bemerkenswertem Gegensatz zu allem, was die Kirche über Jahrhunderte zur öffentlichen Präsenz religiöser Symbole gesagt hat. Sie steht auch im Kontrast zu jener erfolgreichen Herstellung und Pflege konfessioneller Identität durch eben jene Abgrenzung, die insbesondere Bischof Bätzing ablehnt.

Wenn Kardinal Marx erklärt hat, das Kreuz lasse sich nicht „von oben verordnen“, stellt er auch den bekenntnisgebundenen Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach – von „ganz oben“, nämlich der Verfassung „verordnet“ in Frage. Letztlich erklärt er nach freimaurerischem oder sozialistischem Muster Religion zur „Privatsache“.

Bätzing hat nun ausgesagt, das Anbringen der Kreuze in Bayern stehe für eine „Herstellung von Identität durch Abgrenzung“, für das das Kreuz nicht verwendet werden dürfe. Ja, was war denn das anderes als Herstellung von Identität durch Abgrenzung, als die Kirche die Bekenntnisschule bejahte und zum erstrangigen politischen Ziel erkor. Oder die jungen Menschen vor der Mischehe warnte. Daß beides derzeit zurückgeschraubt ist, wird zwar vom Mainstream bejubelt, ist aber kein Zeichen kirchlicher Vitalität. Und hat der Erlöser selbst nach dem Zeugnis der Schrift etwa nicht abgegrenzt? Gibt es nicht die notwendige Abgrenzung von Gut und Böse, von wahr und falsch, von rechtgläubig und häretisch?

Diese Bischöfe sind nur Propheten religiöser Dekadenz. Mit ihnen geht das Abendland den Weg zur Islamisierung. Unsere Enkel werden das auszubaden haben.

Übrigens sei an Kaiser Konstantin zu erinnern. Vor der Schlacht an der Milvischen Brücke soll er seinen Truppen das Kreuz oder das Christogramm als Feldzeichen gegeben haben, um  so zu siegen:

„In hoc signo vinces“.   Und das geschah nicht in einem irgendwie „gerechten Krieg“, sondern in einem mit militärischen Mitteln ausgetragenen Machtkampf.  Wenn  nun also Markus Söder „überzogen“ hat, dann doch erst recht damals Konstantin.

Geschichte und Kirchengeschichte sehen allerdings in seiner realen oder legendären Tat eine Großtat.