Die Kirche steht derzeit unter einem ungeheuren Druck sowohl von außen durch die Politik der großen Organisationen wie UN und EU als auch von innen durch die Aussagen von Teilen des deutschen  Episkopates.  (Ackermann, Overbeck, Marx et alii)

Diese Aussagen erschrecken. Leugnen sie doch die katholische Morallehre, die auf den Gründer der Kirche selbst, Jesus Christus, zurückgeht und von seinen Aposteln definiert wurde. Damit unterstellen sie die über 2000 Jahre alte Kirchengeschichte dem Zeitgeist und verkennen, dass eben dieses Zeitgeistes wegen bereits Christus  ans Kreuz geschlagen wurde. Sie sind im ihrem Kern ihrer Aussage haeretisch  und, wenn Bischof Ackermann im Kontext anführt,:die Kirche müsse prothestantischer“ werden, so weisen sie zusätzlich den direkten Weg in ein neues Schisma. Zur Bewertung der jetzigen Angriffe aus dem Inneren der Kirche schrieb bereits der Apostel Paulus im 2. Timotheusbrief: 4,3 „ Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln; 4,4 und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden“. 

Hillesheim, den 17.02.2014

Dr. Dieter Fasen

 

Zu den Angriffen aus der Politik auf das christliche Menschenbild und ihrer Zielsetzung schreibt Herr  Professor Dr. Gross:

Zur Kritik des UN-Kinderrechtskomitees an der katholischen Kirche.

Wie Widerstandsfähig ist die Kirche?

Rom hat sich  gegen diesen Angriff der UN-Kinderrechtskomitees, den in der neueren Zeit wohl massivsten Angriff der UN gegen die katholische Kirche gewehrt.  Rom liest in dem Bericht des Komitees „unkorrekte Bemerkungen“ und attestiert ihm eine „ideologisch vorgefasste Meinung“. Vordergründig geht es dabei um das alte Thema des Kindesmissbrauchs, das je nach Bedarf immer wieder hervorgeholt wird. Eigentlich geht es den UN Ideologen aber darum, den katholischen Glauben in seinen Essentials zu destruieren und damit die katholische Kirche in ihrem Selbstverständnis zu treffen. Jetzt geht es „nur“ um die Sexualmoral, nach der UN Sprachregelung um die reproduktive Gesundheit und Genderismus, bald geht es mit denselben Argumenten um die Euthanasie.

Der gefährlichste Angriff aber steht noch bevor: man wird die Kirche zwingen, sich im Namen der Antidiskriminierung und Gleichstellung demokratisch zu organisieren wie jede beliebige politische Partei. In Brüssel liegt dazu ein Gesetzesvorhaben in der Schublade. Die eigentlich wichtige Frage , ob die Kirche diesen Angriffen wird standhalten können, muss man leider nach weltlichen Maßstäben betrachtet verneinen:

denn viele Repräsentanten der Amtskirche, auch in Rom, – man sollte diesen Begriff vorziehen, da die Bezeichnung Episkopoi wohl für diese Bischöfe schon lange nicht mehr zutrifft, – haben sich nicht nur von der kath. Lehre zur Praktizierung der Homosexualität  und Sexualmoral allgemein verabschiedet – dies konnte gerade wieder aktuell mit Jaschke im Deutschlandfunk und Ackermann besichtigt werden, und auch Papst Franziskus sagte zur Homosexualität, dass es keine spirituelle Einmischung in das persönliche Leben geben dürfe – sondern auch von anderen lehramtlichen Aussagen, wie sie z.B. im Nizäischen Glaubensbekenntnis stehen, das ja auch folgerichtig aus der Hl. Messe verbannt worden ist.

In manchen deutschsprachigen theologischen Fakultäten wird mit Billigung der Bischöfe irgendeine Theologie einschließlich der Leugnung der Gottheit Christi, nur keine katholische Theologie gelehrt.

Da der Kirche so der Boden entzogen oder besser der Himmel geraubt wird, kann sie sich ja auch nur noch als humanitäre Organisation verstehen, in der der Priester ein Sozialingenieur ist, der mit ausschließlichem Blick auf diese Welt für ein gelingendes Leben zu sorgen hat, und folglich das Weihepriestertum ein antikes Relikt ist. So wundert es auch nicht, dass Papst Franziskus den Vatikan einer der big four Beratungsfirmen anvertraut, um, wie es heißt, die Organisation der Kommunikationsmittel des Heiligen Stuhls zu modernisieren und effizienter zu machen.

Nach dem lehramtlichen Kirchenverständnis wäre das etwa so, als würde der Chirurg statt der notwendigen Operation nur die Hand auflegen oder ein Gebet sprechen, das hieße das falsche Mittel zur Heilung einzusetzen, ein Kategorienfehler, da beide die Operation und das Gebet unterschiedlichen Kategorien angehören. Beratungsfirmen gehören in die Kategorie des Ökonomischen, eine Kategorie, in die die kath. Kirche als mystischer Leib Christi jedenfalls nicht gehört. Wenn die Kirche denen ausgeliefert wird, die in der Kategorie des Ökonomischen handeln oder die Repräsentanten der Kirche sich ökonomischer Kategorien bedienen, wird sie sich gegen die Angriffe der UN – und EU Ideologen nicht mehr wehren; denn sollte sie gegen etwas sein, was sie ja letztendlich selbst anstrebt? Aber wie o.g., zu dieser Antwort kommt man nur, wenn man weltliche Maßstäbe anwendet.

Hamburg, den 17.02.2014

Prof. Dr. Eberhard Gross