Als Saul und Paul sich trafen                                                     (20.1.2017)

Einleitung

The Remnant veöffentlichte am 04.01.2017 den anhängenden Artikel über die Kontakte zwischen Papst Paul VI. und Saul  David Alinsky.

Wir glaubten Ihnen diesen Artikel ob seiner zeitgeschichtlichen Brisanz und aufgrund des Éinflusses von Alinski auf  die Päpste, möglicherweise auf das Konzil, sicher auf die nachkonziliare Kirche mit ihren südamerikanischen Entwicklungen und vor allem auf die heutige Kirche Deutschlands nicht vorenthalten zu dürfen. Es ist mir eine angenehme Pflicht an dieser Stelle Frau Kerstin Brosei für die uneigennützige Übertragung des  Aufsatzes recht herzlich zu danken.

Die katholische Religion wird in der Betrachtung der heutigen Soziologie auf ein gesellschaftliches Funktionssystem reduziert. Sie übernimmt nur mehr bestimmte Funktionen im Gesamtsystem und ordnet sich dem Gesamtsystem unter, ohne die Systemfrage nach übergeordneten Kriterien wie etwa der Moral zu stellen.  Eine Religion würde nach dieser Logik als reines Funktionssystem auch übergeordneten faschistischen oder kommunistischen und anderen Gewaltsystemen wie eine Hure dienen. Nach Ansicht der Soziologen rechtfertigt und sichert dieser Dienst ihre Existenz. Die Sinnfrage etwa nach den letzten und entscheidenden Dingen wird und darf nicht mehr gestellt werden. Hillary Clinton präzisiert dieses Gedankengut in einer Rede auf eine Konferenz über Feminismus im Lincoln Center in Manhatten die politische Vorstellung in diesem Sinne: „Tiefverwurzelte kulturelle Codes, religiöse Überzeugungen und strukturelle Phobien haben sich zu ändern. Die Regierungen müssen ihre Möglichkeiten zum Zwang nützen, um die überlieferten religiösen Dogmen neu zu definieren.“ Wir treffen in diesen Worten auf die Summe menschlicher Überheblichkeit, auf die Ansprüche, die schon im Paradies den Menschen in das Verderben getrieben haben und zwar durch die Sehnsucht nach der Bestimmung über Gut und Böse, die auch heute die Clintons, Alinskis etc. umtreibt, und den Menschen letztendlich als Frucht der Erkenntnis in der Nacktheit seine Schutzlosigkeit erkennen lassen werden. In einem Punkt hat Hillery Clinton recht , wenn sie von alten Codes und alten Überzeugungen spricht, aber sie hat Unrecht, wenn sie  die Dogmen als Lehrsätze aus der Gotteserkenntnis und – Erfahrung neu definieren und möglicherweise politischer Willkür unterstellen will. Die heutige Brisanz beseht darin, dass Clinton als auch die die heutigen katholischen Sozialwissenschaftler denselben geistigen Vater haben, nämlich Saul Alinski, der sie mit zwei Veröffentlichungen überzeugt hat:

·        Reveille for Radicals(dt. Weckruf für Radikale) aus 1946

·        Rules for Radicals (dt.  Anweisungen für Radikale aus 1971) , einem Macchiavell für Revoluzzer mit einer Homage an Luzifer, das Urbild der Revoluzzer

Trotz der Homage an Luzifer hat dieses Gedankengut Eingang in die Diskussion um die Zukunft der Kirche gefunden und scheint diese sogar zu bestimmen.

Dr. Dieter Fasen

 

 

 

Als Saul und Paul sich trafen

Aus “The Remnant”, vom 4. Januar 2017: Früchte eines ‚radikalen‘ Modernismus?

von John J. Arechiga

Cromwell wird gemeinhin folgende Feststellung zugeschrieben: “Es ist an der Zeit Geschichte zu studieren, um zu erkennen, was in unseren Tagen wirklich  auf dem Spiel steht.” Aber wer auch immer diesen Satz gesagt hat: Es ist an der Zeit die maßgebliche weltliche Geschichte zu erforschen, um zu erkennen, was heute auf dem Spiel steht.

Und so sollte man sich u.a. fragen, welchen Einfluss Saul David Alinsky auf Papst Paul VI, auf das 2. Vatikanische Konzil und auf den heutigen modernistischen Katholizismus – besonders den in den Vereinigten Staaten von Amerika hatte und noch hat.

Bevor Papst Paul VI, zum Papst gewählt wurde, beriet er sich mit Saul David Alinsky zwei Wochen “über die Beziehungen der Kirche zu den ortsansässigen kommunistischen Gewerkschaften”. Als diese Begegnung stattfand war Saul Alinsky war bereits ein bekannter veröffentlichter Autor:

“1944 nahm der Verlag der University of Chicago Alinsky für ein Buch unter Vertrag, das dessen Vision eines neuen amerikanischen Radikalismus bekannt machen sollte. Sechs Monate vorher hatte bereits die Mit-Inhaberin der „Washington Post“, Agnes Meyer gemeinsam mit ihrem Ehemann Eugene, Alinsky durch eine sechsteiligen Artikelreihe über die „Geordnete Revolution“ in den Himmel gelobt. Der (damalige demokratische, Anm.d.Ü.) Präsident Truman bestellte 100 Reprints dieser Artikelreihe. Als Alinskys Manifest ‚Reveille for Radicals(dt. ‚Weckruf für Radikale‘, Anm.d.Ü) im Januar 1946 in die Buchhandlungen geliefert wurde, war er bereits ein gemachter Mann. ‚Reveille‘ wurde zu einem landesweiten Bestseller und Mrs. Meyer legte mit der Finanzierung von Alinskys ‚Industrial Areas Foundation‘ los. (Zitat aus Horowitz/Poe, The Shadow Party, Seite 58-59.)

Später, 1971, während des Pontifikats von Papst Paul VI., schrieb Alinsky ‚Anweisungen für Radikale: Ein praktisches Lehrbuch für realistische Radikale‘.

Woher wissen wir aber, dass sich Papst Paul VI mit Saul Alinsky beraten hat? (Die katholische Enthüllungs-Journalistin, Anm.d.Ü.) Randy Engel, schreibt in ihrem Buch ‚The Rite of Sodomy‘, dass Paul VI auf Alinsky traf, als er noch Erzbischof von Mailand war:

“So hieß es vom neuen Erzbischof von Mailand, dass er keine Kirchenglocken läuten sondern Fabriksirenen heulen hörte.“

“Es war also nicht verwunderlich, das einer der Besucher der erzbischöflichen Residenz, Jacques Maritain, der einstmals große thomistische Philosoph, Saul David Alinsky mitbrachte, den ‚Apostel der Kontinuierlichen Revolution’. Montini (damals Erzbischof von Mailand, später Papst Paul VI) war derart beeindruckt von dem Mann, den Maritain als einen ‚engen, guten Freund‘ bezeichnete, dass er ihn einlud, für zwei Wochen sein Gast zu sein, um sich mit ihm über die Beziehung der Kirche zu den örtlichen kommunistischen Gewerkschaften zu beraten.“ (The Rite of Sodomy, Seite 1143)

Dieses Treffen Alinskys mit Papst Paul VI wird im Wesentlichen durch Hillary Diane Rodham Clinton bestätigt. In ihrer Diplomsarbeit am Wesleyan College im Jahr 1969 schreibt sie:

Alinsky bediente sich häufig der Katholischen Kirche, und auf Drängen seines Freundes Jacques Maritain beriet er sogar den Vatikan bezüglich der  problematischen gesellschaftlichen Entwicklung in Süditalien.“ (sic!, Seite 28 von 92 der digitalen Ausgabe)

Die Fußnote 27 (Seite 28 von 92 der digitalen Ausgabe) der Diplomarbeit weist die Quelle als „Interview mit Alinsky in Boston“ aus (Seite 45 von 92 der digitalen Ausgabe)

In der Abteilung “Persönliche Interviews” der Primären Quellen (bei der Library of Congress in den USA, Anm.d.Ü.) zu Hillary Diane Rodham Clinton schreibt sie unter dem Eintrag ‚Alinsky, Saul D.‘:

 „Ich habe mich mit Herrn Alinsky zweimal getroffen. Einmal in Boston im Oktober und am Wellesley College im Januar. Beide Male zeigte er sich sehr interessiert an meiner Arbeit und teilte großzügig seine Ideen mit mir. Sein Angebot mich in seinem neuen Institut anzustellen war verführerisch, aber nachdem ich ein Jahr lang versuchte hatte, seine Sprunghaftigkeit richtig zu interpretieren, entschied ich mich lieber für drei Jahre juristischer Strenge.“ (H. Clinton ging nach dem College nach Yale um Jura studieren, Anm.d.Ü.)

Es handelt sich um dieselbe Hillary Diane Rodham Clinton, deren Taktiken und Verhalten während ihrer Wahlkampagne zur amerikanischen Präsidentschaft im Jahr 2016 Saul Alinskys ‚Anweisungen für Radikale‘ wiederspiegelten.  Fahren wir nun fort…

Aus den Vorgehenden ergibt sich, dass Papst Paul VI Saul Alinsky zwischen dem 5. Januar 1955 und dem Juni 1963 getroffen haben muss, als er noch Erzbischof von Mailand war. Sie haben sich auf jeden Fall einige Jahre nach der Publikation von ‚Weckruf für Radikale‘ im Jahr 1946 und noch vor der Publikation von ‚Anweisungen für Radikale. Ein praktisches Lehrbuch für realistische Radikale‘ getroffen.

Was wissen wir aber darüber hinaus über Papst Paul VI? Das Zweite Vatikanische Konzil wurde am 25. Januar 1959 durch Papst Johannes XIII angekündigt und am 11. Oktober 1962 eröffnet, als Papst Paul noch Erzbischof von Mailand war. Fünf Tage nachdem er zum Papst gewählt worden war, am 29. September 1963, wurde das Konzil von Papst Paul VI für die nächsten drei Sitzungen erneut zusammengerufen und schloß am 8. Dezember 1965. (Quelle: Hardon, Modern Catholic Dictionary, Definition des Zweiten Vatikanischen Konzils, Seite 495)

Am 17 July 1967, während des Pontifikats von Paul VI, ersetzte die Glaubenskongregation den AntimodernisteneidSacrorum antistitum’ Papst Pius‘ X von 1910 durch ein wesentlich weniger strenges ‚Glaubensbekenntnis‘.

Diese Auswechslung des Antimodernisteneides von 1910 gegen die modernistische Glaubensformel öffnete nun erneut die Schleusen für die modernistische Flut und auch jene Litanei von Änderungen, die man dem Zweiten Vatikanischen Konzil zuschreiben kann. Im Endergebnis war der 17. Juli 1967 ein Siegestag der modernistischen Infamie.

Was wissen wir nun über Saul David Alinsky? Seine Person  wird wohl am besten durch repräsentative Zitate aus seinen Werken und auch den Werken, die andere über ihn veröffentlichten, charakterisiert. Zum Beispiel:

“Wie könnten wir wohl eine kleine Würdigung des allerersten Radikalen vergessen: Aus all unseren Legenden, Mythen und der Geschichte — und wer weiß schon genau, wo Mythen enden und die Geschichte beginnt, oder was davon was ist — ist uns der erste Radikale bekannt, der gegen das Establishment rebellierte, und das so effizient, daß er immerhin sein eigenes Königreich eroberte — Luzifer.“ Lautet die Widmung der ‚Anweisungen für Radikale‘. (In die vergriffene dt. Übersetzung wurde diese Widmung nicht übernommen. Anm.d.Ü.)

“Das Folgende ist für Menschen geschrieben, die die Welt so wie sie ist, verändern wollen, in eine Welt, wie sie ihrer Ansicht nach sein sollte. ‚Der Fürst‘ wurde von Macchiavelli für die Habenden (Haves) geschrieben und handelt davon, wie sie an der Macht bleiben. Die ‚Anweisungen für Radikale‘ sind für die Nicht-Habenden (Have-Nots) geschrieben und handelt davon, wie man sie wegnimmt“.“ (‚Anweisungen für Radikale‘, erster Absatz). Erinnert uns das nicht an ‚Sozialismus‘, ‚Umverteilung‘ und ‚Befreiungstheologie‘?

 Als ‘Community Organizer’ muss ich von der Welt ausgehen, so wie sie ist, und nicht davon, wie die Welt sein sollte. Das wir die Welt so annehmen, wie sie ist, schwächt aber nicht unseren Willen, sie in das zu verwandeln, was wir glauben, die Welt sein sollte. Wenn wir sie so verändern wollen, wie wir es für richtig halten, ist es jedoch notwendig dort zu beginnen, wo die Welt steht. Das heißt, wir müssen innerhalb des Systems arbeiten. (‚Anweisungen für Radikale‘, Vorwort, Seite xix) Erinnert das ‚innerhalb des System arbeiten‘ nicht an modernistische Priester, Bischöfe, Erzbischöfe und Kardinäle?

Der Verleger der aktuellen Ausgabe der ‚Anweisungen‘ zögert nicht, Saul David Alinsky sowohl mit Barack Obama als auch mit Hillary Clinton in Verbindung zu bringen:

Alinskys Methoden und Lehren beeinflussten ganze Generationen von Gemeinwesen- und Arbeiterführern, jene kirchlichen Gruppierungen eingeschlossen, die u.a. den jungen Barack Obama anwarben, um in den 1980gern im Süden Chigagos Gemeinswesenarbeit zu organizierenAlinsky beeindruckte die junge Hillary Clinto, die in Park Ride aufwuchs, als Alinsky der   der ‚Industrial Areas‘-Stiftung in Chicago war. – (‚Anweisungen für Radikale‘. Auszug aus einer Rezension der Chicago Sun-Times auf dem Klappentext)

Das Wort „katholisch“ finden wir in den den ‚Anweisungen‘ 11 mal, „Priester“ erscheint 8 mal, „Bischof“ sechsmal und „Kardinal“ immerhin einmal, genau wie „Luzifer“. Mancher Zusammenhang in dem sie stehen, scheinen nichtssagend, anderere Zusammenhänge allerdings sehr eindeutig und maßgeblich für die heutige katholische Kirche in den Vereinigten Staaten von Amerika. Hier nun ein paar dieser sowohl nichtssagenden wie auch eindeutigen und maßgeblichen Zitate (die Hervorhebungen sind alle von mir):

„Um zwei Beispiele zu geben: Da wäre einmal der Priester, der unbedingt Bischof werden will und sich duch Schmeicheleien und Drahtziehereien nach oben arbeitet. Er rechtfertigt sich mit: „Wenn ich Bischof bin, dann habe ich durch mein Amt mehr Möglichkeiten die Reform der Kirche voranzutreiben“. Oder der Geschäftsmann, der damit argumentiert, dass er erst „eine Million verdienen“ muss, bevor er sich den „wichtigen Dingen“ des Lebens widmen kann. Unglücklicherweise verändert man sich auf vielfältige Weise auf dem Weg zum Bischofsamt oder der ersten Million, und sagt sich dann: „Wenn ich erst Kardinal bin, dann kann ich mich effizienter einsetzen“ oder „mit zwei Millionen kann ich besser etwas anfangen“ und so geht das weiter…“ (Rules for Radicals, Seite 13)

„Während einiger Jahre, suchten mich jedes Jahr die Aktivisten des Abschlussjahrgang einen großen katholischen Priesterseminars in der Nähe von Chicago am Tag vor ihrer Priesterweihe auf, um mir Fragen über Werte, revolutionäre Taktiken und ähnliches zu stellen. Am Ende eines solchen Tages, sagte mir einer der Seminaristen: ‚Herr Alinsky, bevor wir hierher kamen, haben wir gemeinsam entschieden, dass wir ihnen  eine Frage auf jeden Fall stellen wollten. Wir werden bald geweiht, und dann wird man uns über verschiedenen Pfarreien verteilen, wo wir als Assistenten von – ehrlich gesagt – alten, biederen und reaktionären Pastoren arbeiten müssen. Die werden mit dem Meisten, an das Sie und wir glauben, nicht einverstanden sein, und man wird uns in eine uns erstickende Alltagsroutine zwingen. Unsere Frage ist nun: Wie werden wir unseren Glauben an die wahren christlichen Werte erhalten können und dass wir es schaffen werden das System zu verändern?‘ Die Antwort fiel leicht. Ich sagte: ‚Wenn Sie heute dort zur Tür hinausgehen, treffen Sie ihre persönliche Entsscheidung darüber, ob Sie ein Bischof werden wollen oder ein Priester. Alles andere wird sich daraus ergeben.‘“ (‚Rules for Radicals‘, Seite 13)

„… In den letzten zwei Jahren habe ich eine besondere fünfzehnmonatige  ganztägige Schulung für ‚Organizer‘ angeboten. Die Teilnehmerschaft reichte von Aktivistinnen aus der Mittelschicht bis zu katholischen Priestern, sowie protestantischen Geistlichen aller Bekenntnisse, von militanten Indianern über mexikanische Chicanos und Puertoricaner bis zu allen Gruppierungen der „Black Power“ Bewegung, von den „Black Panthers“ bis zu d radikalen Denkern, von den an den Universitäten agierenden Aktivisten,  den ‚Students for a Democratic Society‘  bis zu einem katholischen Priester, der sich einer Revolutionsbewegung in Südamerika zugehörig fühlte.“ (‚Rules for Radicals‘ Seite 63)

“Als wir unsere Organisation auf dem Territorium der “Back of the Yards” (Alinskys erstes Großprojekt in Chicago, Anm.d.Ü.) aufbauten, wurden wir von den polnischen römisch-katholischen Gemeinden in Chicago unterstützt, weil diese über den größer werdenden Einfluss der irischen römisch-katholischen Gemeinden besorgt waren.“ (‚Rules for Radicals‘ Seite 76)

Was aber haben andere über Alinsky geschrieben?

Katholische Bischöfe haben erwiesenermaßen die Schulungen nach Alinskys Methode für Barack Obama finanziert. Der Bericht enthält erhellende Dokumente. (Artikel von Hoffman, Matthew Cullinan auf LifeSiteNews am 23. Juli 2012)

Über den Einfluss‘ Saul Alinsky auf die (von der amerikanischen Bischofskonferenz geförderte, Anm. d.Ü.) „Campaign for Human Development“ wurde 1998 eine theologische Studie veröffentlicht. Die Anmerkungen des Herausgebers sind im wesentlichen auch ein Überblick über deren Inhalt:

„Der Autor legt dar, das die 1969 gestartete ‚Kampagne für humane Entwicklung‘, das bedeutendste und längste Sozial Experiment des US Katholizismus ist. Als nachkonziliare Reaktion auf ein Amerika, das in der Krise steckte, ist diese Kampagne eine einzigartige Quelle, um die Entwicklung einer spezifischen, hausgemachten nordamerikanischen Theologie zu studieren. Von zentraler Bedeutung war die Einbindung des Vordenkers des ‚Community Organizing‘, Saul David Alinsky durch die Bischöfe.“ (Engel/Lawrence, Der Einfluß von Saul Alinsky auf die Kampagne für humane Entwicklung. Eine theologische Studie, 1998.)

Die katholische Kampagne für humane Entwicklung (CCHD) eignet sich Saul Alinskys Vermächtnis an. (Kolumne von Judie Brown in RenewAmerica, 20. November 2010)

2015 veröffentlichte das Lepanto Institut den Kommentar „Der marxistische Kern der katholischen Kampagne für humane Entwicklung“ von Michael Hichborn. Hichborns Kommentar verbindet deutlich Saul David Alinsky mit der Kampagne für humane Entwicklung. (Michael Hichborn, The Marxist Core of the Catholic Campaign for Human Development, Kommentar vom 18. November 2015)

“Der radikale Communitiy Organiser Saul Alinsky, ein früher Mentor von Senatorin Hillary Clinton und vieler  Akteure der Schattenpartei, legte für sein Jünger den Weg zur Macht in der amerikanischen Politik fest. Alinsky stellte fest, dass Radikale den revolutionären Wandel ohne die Unterstützung einer Mehrheit erreichen könnten, wenn sie die Spielregeln verstanden und für sich nutzten. Dies war der Inhalt seines Buchs ‚Anleitungen für Radikale‘. Für eine Machtergreifung würde ein kleiner Kern von disziplinierten Aktivisten ausreichen, der die eigene Agenda durchdrückte und eine Bevölkerung, der gegenüber die wahren Ziele genug im Dunkeln bliebe. So könne auch eine kleine aber radikale Minderheit einer großen Demokratie wie Amerika  ihren Willen aufdrücken. (Horowitz/Poe, The Shadow Party, Seite xiii)

„Hillary (Clintons) Radikalismus ist in ihr tief verwurzelt und grundlegend. Er trägt die deutlichen Merkmale ihres frühen Mentors Saul Alinsky. Hillary traf auf den Radikalen aus Chicago durch Vermittlung einer linksgerichteten kirchlichen Gruppierung, der sie zu High School Zeiten angehörte. Sie standen sich bis zu Alinskys Tod nahe. Hillarys Diplomarbeit im Jahr 1969 am Wellesley College war eine 75-seitige Lobeshymne auf Alinsky. Sie enthielt Ausschnitte aus seinem späteren Buch ‚Anleitung für Radikale‘, dessen Manuskript er Hillary vor dessen Veröffentlichung im Jahr 1971 zur Verfügung stellt. Alinsky offerierte Hillary eine Vollzeitstelle als Community Organizer innerhalb seiner Industrials Area Foundation. Sie lehnte nur ab, weil ihr das Jura Studium in Yale als der bessere Weg erschien, das Establishment zu unterwandern.“ (Horowitz/Poe, The Shadow Party, Seite 56)

Alinsky war ein Meister der Unterwanderung. Er betrachtete die Revolution als einen allmählichen, ja geordneten, Prozess, der am besten durch Unterwanderung und Manipulation von solchen Institutionen zu erreichen wäre, die tiefe Wurzeln im Gemeinwesen haben, wie es die Kirchen, Gewerkschaften, Volksgruppen   und lokalen politischen Kräfte sind. In Alinkys Heimatstadt Chicago hatte kaum eine Institution tiefere Wurzeln oder einen größeren Einfluss als das organizierte Verbrechen. Der praktisch veranlagte Alinsky umwarb Gangster genauso liebevoll wie Stadteilvorsteher, Bischöfe und Schulrektoren.” (Horowitz/Poe, The Shadow Party, Seite 57.)

Nach allem, was jetzt gesagt wurde, sollten Sie sich fragen, ob wir nicht gerade die Früchte eines von Alinsky geprägten radikalen Modernismus ernten.

Dass Christus für unsere Sünden gelitten hat und für uns gestorben ist, ist die Quelle und die Ursache unseres ewigen Heils. Christus hat nicht für die Umverteilung der Reichtümer gelitten und er ist nicht für den Kampf der Befreiungstheologen gestorben, oder für „unser gemeinsames Haus“. Nicht dafür, dass eine Homo-Rechte-Gruppierung bei der jährlichen St. Patricks Parade in New mitlaufen darf oder dass wir in einer Kirche vor dem Allerheiligsten einen Tango tanzen dürfen.

Ist an der Zeit die Geschichte zu erforschen, um zu erfahren, was heute auf wirklich auf dem Spiel steht?

Die Geschichte könnte uns ja zeigen, welchen Einfluss Saul David Alinsky auf Papst Paul VI, auf das 2. Vatikanische Konzil und auf den heutigen modernistischen Katholizismus – besonders den in den Vereinigten Staaten von Amerika hatte oder nicht hatte.

Es gibt eine Zeit und einen Ort der brüderlichen Zurechtweisung. Und man sollte sich fragen, ob diese historische Stunde, diese Gegenwart nicht der brüderlichen Zurechtweisung bedarf.