Nun ist es heraus: Worum es in Limburg wirklich geht   (04.11.2013)

 

Ein Beitrag von Stadtrat a. D. Bernhard Mihm

 

Man liest es und reibt sich verwundert die Augen: Im Bistum Rottenburg – Stuttgart sei vor wenigen Monaten ein neues Diözesanzentrum errichtet worden, das auch eine neue Bischofsresidenz umfasse, alle seien voll des Lobes gewesen und niemand habe sich über die Baukosten von 40 Millionen aufgeregt.

 

Das Erzbistum München und Freising hat in Rom ein Gästehaus erworben, dessen Kauf und Renovierung über 10 Millionen kostet und errichtet zudem in München ein neues Generalvikariat mit einem Aufwand von weit mehr als 100 Millionen Euro.

 

Auch hier vielleicht da und dort ein Grummeln, aber keine Spur jenes Aufstandes von Klerikern und Gremienkatholiken, der zur Zeit das Bistum Limburg erschüttert und mit dem ganz Deutschland medial in Aufregung versetzt wird.

 

Was unterscheidet die Causa Limburg  von den aller ruhigen Sachlichkeit begleiteten Projekten in den anderen Diözesen? Die Antwort hat diese Tage einer der Hauptakteure der Limburger Anti-Bischofs-Revolte, der Frankfurter Stadtdekan Graf zu Eltz in aller schönen Offenheit gegeben.

 

In einem Brief an die Pfarrer und kirchlichen Mitarbeiter in der Mainmetropole schreibt er: „dass der Kampf um den Kurs der Kirche in Deutschland, in dem unserem Bischof (von Rom) eine wichtige Rolle zugedacht war, noch nicht entschieden und nicht zu Ende ist“.

 

Ich erinnere mich an meine früheren Kommentare bei kath.net und im Forum: Es ist ein Kampf in der Kirche um die Kirche! Dass der gerade im Bistum Limburg mit aller Wucht ausgebrochen ist und so heftig tobt, hat nicht Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zu vertreten. Das ist jenem Limburger Sonderweg geschuldet, den das Bistum unter den beiden Vorgängern des jetzigen Oberhirten eingeschlagen hat und es immer mehr vom Konsens mit Rom und damit der Weltkirche abgebracht hat.

 

Der Bischof handelte in weltkirchlicher Solidarität und mit dem Bewusstsein der Kontinuität in der Kirche seit den Jahrhunderten vor dem II. Vatikanum, mit diesem und den Jahren seiner Rezeption. Damit zog er sich die Feindseligkeit jener provinziellen Spießer zu, die meinten, unter Berufung auf das Konzil die Kirche von Limburg aus neu gründen zu sollen.

 

Darum, und nur darum geht es und nicht um irgendwelche Kostensteigerungen!