Bischofssynode                                                        (29.10.2015)

Fehlerhaftes Verständnis vom Ehesakrament und eheähnlichem Zusammenleben im Synodenpapier des deutschen Sprachzirkels

Eine Stellungnahme des Juristen und ehemaligen Frankfurter Stadtverordnetenvorsitzenden Bernhard Mihm

Non possumus !  Wir können es nicht !

So schreien wir es hinaus in Krche und Welt , meine liebe Frau und ich , seit 46 Jahren verheiratet und einander treu geblieben. Wir können es nicht, nämlich dem folgen, was da als neue Lehre verkündet wird: dass die Kirche auch jene außerehelichen Lebensformen wertschätzt, die nicht dem von ihr propagierten Ideal – der für Kinder offenen Ehe zwischen Mann und Frau – entsprächen.

 

Die Ehe – bloß eine Ideal?

Nein, hochwürdigste Herren, sie ist nicht nur mehr, sie ist etwas ganz anderes. Etwas anderes schon ganz natürlich und in allen Kulturen rund um den Globus: die verbindliche Verbindung, die hinauswachsen will zur Elternschaft und in dieser ihrer Verbindlichkeit das Fortbestehen des Menschengeschlechtes sichert. Und weil der Herr allen Lebens und der Geschichte dieses Fortbestehen bis zum Jüngsten Tag will, hat der Erlöser diese natürliche Institution zum Sakrament erhoben. Wo immer Getaufte, also Kinder Gottes die Ehe eingehen, ist Gott dabei und spendet Gnade. Das gibt der christlichen Ehe ihre Würde und ihre Exklusivität. Diese Würde entspricht letztlich auch der unantastbaren Würde des Menschen: er ist Gottes fähig. Und so wie der Mensch von Natur her Gott näher steht als der übrigen Schöpfung (Johannes Paul II.), ist bereits die natürliche Ehe etwas anderes als jede animalische Verbindung, jedes tierische Beilager; erst recht dann die gnadenwirkende christliche Ehe. Kein Ideal also, sondern eigentümliches und eigenartiges Sein.

 

Was aber, wenn sich Menschen animalisch verhalten, verführt oder verwirrt oder schlicht triebhaft? Man mag, man muss auch sie wertschätzen: ihre Würde ist ja unantastbar. Nicht aber ihr Tun. Sie verhalten sich nämlich unter ihrer Würde. Und das bleibt so, auch wenn es in unserer Gesellschaft tausendfach geschieht. Die Kirche hasst die Sünde, liebt aber den Sünder, so hieß es in Zeiten größerer Klarheit.

Heute aber erleben wir schaudernd, wie auch bei Hirten der Kirche Denken aussetzt, Opportunismus blüht, „Bauchgefühl“ entscheidet. 

 

Non possumus !  Da können wir nicht folgen !