Schändung der Frankfurter Allerheiligen-Kirche durch blasphemische Installationen    (15.7.2013, geändert- gekürzt am 16.7.2013)

Mit seiner formalen Kunst-Technik ebenso wie durch seine inhaltliche Thematik ist das ‚Orgien-Mysterien-Theater’ von Hermann  Nitsch auf ein Höchstmaß an Verfremdung, Provokation und Blasphemie angelegt.

Die Frankfurter Allerheiligenkirche ist seit einigen Jahren als Milieu-Kirche für avantgardistische Kunst und Kultur eingerichtet worden. Die ersten sechs Ausstellungen (siehe: Link) hatten teils einen sozial-provokativen, meistens aber einen nichts-sagenden Chrarakter. Mit Kunstwerken nach dem Motto l’art pour l’art wurde die Kirche als Galerie-Ausstellungsraum missbraucht.

Von ganz anderem Kaliber war das Bilderprojekt „Levitikus“ von Hermann Nitsch (74), das vom Februar bis April 2012 in der Allerheiligenkirche installiert war. Wie der Untertitel der Ausstellung deutlich macht - „12 Blätter zu den Opferungsriten im Tempel von Jerusalem aus dem 3. Buch Mose“ -, sucht der Wiener Aktionskünstler eine bewusste thematische Anknüpfung an bestimmte Aspekte der jüdisch-christliche Religionstradition. Insofern „passen“ seine Bilder auch in einen sakralen Kirchenraum. Andererseits will Nitsch alles andere, als seine Kunst in Kirche und Christentum einzupassen. Im Gegenteil: Mit seiner formalen Kunst-Technik ebenso wie mit seiner inhaltlichen Thematik zielt der Wiener Happening-Künstler auf ein Höchstmaß an Verfremdung, Provokation und Blasphemie.

Allein schon Nitsch’s Kunstformen sind auf Provokation angelegt: Bei Schauspielaktionen in seinen ‚Orgien-Mysterien-Theater’ werden Lärm-Orchester, Schrei-Chöre und elektronisch verstärkte Kakophonie-Instrumente eingesetzt. Die Farbauftragungen des Aktionskünstlers besteht hauptsächlich in der „Schütt-Technik“: Was jedem Gewerbsmaler schon mal passiert ist, dass ein Pott Farbe umgestoßen wurde und sich die Farbflüssigkeit auf den Abdeckplanen ausgoss – dieses Maler-Missgeschick erklärte Nitsch vor 50 Jahren zu seiner spezifischen Kunstform. Seither kippt er ständig Farbpötte auf leere Leinwände aus. Wenn die Farbe verlaufen und getrocknet ist, verkauft er dem Publikum diese Zufallsprodukte an Farbverklecksungen als Kunstwerke. Und eine kleine kunstmarktbeherrschende Szene mit ihren akademischen und journalistischen Nachbetern lässt sich auch  gern für dumm verkaufen, indem sie in solche bedeutungslosen Farbklecksereien aus Nitsch’s Kipp-Schule bedeutsame Ausdrucksformen einer postmodernen Esoterik hineinlegt. Der Vergleich mit der subjektiv-beliebigen Bedeutungsherstellung der sinnlosen Rohrschach-Doppelkleckse durch Klappen ist für Nitsch’s Farbkleckse durch Kippen ebenso zutreffend wie entlarvend: Demnach besteht Kunst nicht im virtuosen Können des Künstlers, sondern im Gelingen von  dessen geschäftstüchtiger Cleverness, die bedeutungssetzende Aufmerksamkeit der blasierten Kunstszene für seine sinnlosen Aktionen und Werke zu gewinnen.

Die 12 Ausstellungstafeln in der Frankfurter Allerheiligenkirche waren ebenfalls vom Typ dieser  sinnlosen Farbschüttbilder aus Nitsch’s Kippschule – hier zwei Beispiele:

2 Schüttbild ohne Kreuz3 Schüttbild mit Kreuz

  Nitsch’s abgeschmackte Farbklecksereien werden mit mystischer Aufladung verkaufsfertig gemacht

Hermann Nitsch ist allerdings geschäftstüchtig genug, um zu wissen, dass er Farbklecksereien allein nicht verkaufen kann und auch die Kunstszene von sich aus keine Mystik in diese Zufallsfarbkleckse hineinsieht. Nitsch, der sich zum Farbdosenkipper degradiert, macht sich erst zum Künstler, indem er seine Farbverschüttungen mit ungeheuerlicher Mysterientiefe auflädt. In diesem Fall sollen die Klecksbilder aus roten Farbpötten Opferblut von Opfertieren aus dem Tempel von Jerusalem darstellen. Im 3. Buch Mose werden die Tieropfer-Schlachtrituale beschrieben, deshalb nennt Nitsch seine 12 Farb-Blut-Bilder „Levitikus“.

Ist Nitsch also ein frommer Mensch oder gar ein konservativer Religiöser, der den jüdisch-alttestamentlichen Blutopferriten, die bekanntlich mit dem Untergang des Tempels 70 n. Chr. ebenfalls im Judentum untergegangen sind, wieder zu Ansehen und Bedeutung verhelfen will? Keineswegs, im Gegenteil: Hermann Nitsch’s Weltbild ist stark von antireligiösen und atheistischen Autoren wie Marquis de Sade, Karl Marx, Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud und Antonin Artaud geprägt.  Nitsch übersetzt die Gottes- und Religionsverachtung dieser Autoren in die Methoden seines „Orgien-Mysterien-Theaters“. Dabei demonstriert und überzeichnet er die altreligiösen Themen und Riten wie Tieropferschlachtung oder die Kreuzigung Jesu als abstoßende Orgien. Nach  Nitsch’s Theorie sollen seine „Aktionen und Bilder bei den Zuschauern zunächst Ekel und Abscheu, dann aber eine Katharsis bewirken. Die Ekel und Abscheu auslösenden Provokationen und die Verknüpfung von realen Tierkadavern und realem Blut mit religiösen Inhalten sollen die Betrachter zur Reflexion über die häufig verdrängten symbolischen Topoi wie Blut und Tod bringen“. Für Nitsch sind also die religiösen Themen und Topoi allein Mittel und Methoden, nur Instrumente seiner Aktionen, um angeblich einen Katharsis-Prozess zu evozieren mit dem Ziel, im Bewusstsein der Betrachter angebliche anthropologische Grundthemen zu vertiefen. Wie gesagt – in Nitsch’s Aktionen sind religiöse Themen und Riten nur Mittel in einem Prozess, der letztlich gegen Gott und Religion gerichtet ist. Die Betreiber der KunstKulturKirche wissen um dieses letztlich heidnisch-areligiöse Programmziel Nitsch’s, wenn sie zu dessen Projekte schreiben: „Hermann Nitsch zelebriert in seiner Kunst das Leben in archaischen Symbolen wie dem des Blutes, um das Leben selbst zu feiern …“

Die Blutorgien-Bilder Nitsch’s sind ein antichristliches Programm

Warum holt man sich so ein religionsinstrumentalisierendes, antichristliche Kunstprogramm in einen katholischen Gottesdienstraum? Und diese 12 Blutbilder von Tieropfern wurden ausgerechnet an die Stellen der Kirchenwand gehängt, wo früher die Katholiken die blutige Passion und den Weg des Herrn zum Kreuz verehrten: „O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn….“ Das Meditieren der Passion Christi im Nachgehen des Kreuzweg führte die Katholiken zu einer echten persönlichen Katharsis in Buß- und Umkehrgesinnung:
„O Herr,  was du erduldet, ist alles meine Last;
Ich, ich hab' es verschuldet, was du getragen hast.
Schau her, hier steh' ich Armer, der Zorn verdienet hat;
Gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad'!“
Bei der Betrachtung von Nitsch’s Klecks- und  Blutbilder dagegen geschieht weder eine Katharsis noch bilden sie eine Hinführung zu Heil und Erlösung der Menschen:
Denn entweder ärgert man sich über die läppischen Farb-Schütt-Bilder. Oder aber,  selbst wenn man Nitsch’s Bedeutungsaufladung folgt und in die roten Farbkleckse Blutspritzer von jüdischen Opfertieren hineinsieht – welche Bewusstseinsvertiefung und Gesinnungsänderung soll denn das hervorbringen? Eine Bedeutung für Erlösung und Heil – wie die Passion und das Kreuzesopfer Christi – haben die zugrunde liegenden jüdischen Opferblutriten sowieso nicht. 

5 zwei Schüttbilder mit KreuzenWo die kleinen Holzkreuze in der Kirchenwand den Platz der früheren Kreuzwegstationsbilder anzeigen, hingen zur Ausstellungszeit läppische Farbbilder, die Tierblut von Opfertieren darstellen sollen.

6 vier Schüttbilder mit BeichtstühlenDas meditative Nachgehen der Kreuzwegstationen führte zu Bußgesinnung und Katharsis im Beichtstuhl. Mit dem Abhängen der Kreuzwegbilder geht das Leerstehen der Beichtstühle einher (im Hintergrund). 


Schändung des Altarraums durch blutbespritzte Schächterkittel

Wenn sich die KunstKulturKirchen-Macher auf die Hängung dieser 12 Tieropfer-Blutbilder beschränkt hätten, wäre (wie gezeigt) die Desorientierung der Katholiken schon schlimm genug gewesen. Offensichtlich wollten die Kunstmacher die Provokation im Sinne Nitsch’s auf die Spitze treiben, indem sie auch das Zentrum und Heiligste der Kirche, den Altar, in die Glaubens- und Kirchenschändung einbezogen.

Hoch hinter dem Altar, dort wo früher das große Kreuz hing, hatte man eine etwa vier Meter breite und zwei Meter hohe Tafel aufgehängt. Darauf waren verschieden rote Farbstreifen senkrecht aufgebracht, gleichmäßig angeordnet und gar nicht klecksig, aber anscheinend wieder eine Farbblutspende von Hermann Nitsch. Mittig vor dieser Bluttafel war auf einem Stab hängend ein weißer Kittel ausgebreitet – mit Assoziationen an eine Priesteralbe. Der Korpusteil dieser Albe war fast ganz mit roter Schüttfarbe bedeckt. Damit sollte wohl der Eindruck einer Blutschürze von einem Opferpriester vermittelt werden, durch dessen Tierschächtung das Opferblut  seinen Kittel blutgetränkt darstellte. Schließlich hingen über der blutverschmierten Albe zwei Stolen, also die Insignien eines geweihten katholischen Priesters bei seinen sakramentalen Vollzügen. Auf den Stolen sind verschiedene Kreuzsymbole zu erkennen. 

8 Gesamt-Innenbild Allerheiligenkirche14 Altarblutbild ganz

In der christlichen Theologie, nach der das Alte Testament eine Hinführung und Vorausweisung auf die endgültige Erlösung im Neuen Bund darstellt, sind auch die einzelnen Riten, Gesetze und Personen als Vorboten für die Heilsgeschichte im Neuen Testament zu deuten. Wenn Mose den Sinai-Bund mit Jahwe durch die Besprengung des Opferaltars mit dem Blut von Tieropfern besiegelt, so ist das als unvollkommener Vor-Ritus zu sehen im Hinblick auf das Kreuzesopfer Christi, der mit der Hingabe seines eigenen Blutes den neuen, endgültigen und vollkommenen Bund zur Erlösung aller Menschen besiegelte – so die Theologie des Hebräerbriefs: Der alttestamentliche Hohepriester besprengte mit dem Blut von Böcken und Rindern die Ritualgegenstände im Allerheiligsten des Tempels – aber nur für die temporäre Reinigung von seinen eigenen Sünden und die des Volkes. „Christus dagegen trat als Hohepriester der künftigen Güter mit seinem eigenen Blut ein für allemal in das himmlische Heiligtum ein und erwirkte eine ewig dauernde Erlösung“ (Hebr 9,12). Dieses einmalige blutige Kreuzesopfer Christi wird in jeder hl. Messe auf dem Altarblock durch den Priester „in persona Christi“ auf unblutige Weise vergegenwärtigt. Mit Christi einmaligem Leidens- und Lebensopfer „zur Vergebung der Sünden“ sind alle vorherigen Tieropfer und jüdische Blutreinigungsrituale überflüssig geworden. „Denn unmöglich nimmt Blut von Srieren und Blöcken Sünden hinweg“, heißt es weiter im Hebräerbrief Kap. 10,4. „Darum spricht er (Christus) bei seinem Eintritt in die Welt: ‚Schlacht- und Brandopfer verlangtest du nicht, einen Leib aber hast du mir bereitet’ (…). Da sprach ich: ‚Siehe, ich komme – wie in der Buchrolle von mir beschrieben -, deinen Willen, o Gott, zu vollbringen.“

Mit der Installation eines tierblutbespritzten Opferpriesterkittels über dem Christus-Altar wollen die Blutkunstmacher wieder hinter den heilsgeschichtlichen Wendepunkt des einmaligen Kreuzesopfers zurückgehen, indem er die schon bei den Propheten kritisierte und durch Christi Kreuzestod endgültig überwundene Tieropferpraxis wieder in den Mittelpunkt stellen.

Blasphemische Tieropfer-Symbole auf einem katholischen Sakramentsaltar

Wenn diese archaische Regression von einem ‚Mysterien- und Orgien-Künstler’ in der Kunstszene beklatscht wird, ist das ihre Sache. Es bedeutet aber eine ungeheure Provokation und Blasphemie, wenn diese Tieropfer-Blutinstallation bei und über einem christlichen Altar eingerichtet wird, auf dem der Priester sonntäglich vor der Gemeinde das Kreuzesopfer des Menschensohns liturgisch vergegenwärtigt.  Alle Attribute und Anordnungen zur Altarinsel orientieren auf den Messias und Heiland Christus hin: Der Lichtkuppel-Baldachin symbolisiert Christus das Licht, das in die Finsternis der Welt kam und kommt; der Altar selbst ist ein Christus-Symbol, das der Priester beim Messbeginn küsst; das Kreuz über oder vor dem Altar weist auf das Präsentmachen von Christi Kreuzesopfer in der Messfeier hin; der Tabernakel macht die bleibende und gnadenwirksame Anwesenheit des Erlösers sichtbar und schließlich symbolisiert die Osterkerze am Altar den auferstandenen Christus als Alpha und Omega, als Zeiten- und Weltenherrscher.
Mit der durch seine Größe den Altarraum dominierenden Bluttafel sowie die optisch beherrschenden Blutschürze werden der christliche Altar und seine Christus-Attribute in den Hintergrund gerückt. Somit wird auch die Bedeutsamkeit des auf dem Altar vergegenwärtigten Kreuzesopfers Christi überlagert oder gar verdrängt durch die Darstellung der überholten alttestamentlich-jüdischen Tieropferschlachtungen.


13 Altarblutbild mit Osterkerze

Die Osterkerze symbolisiert den auferstandenen Christus als Zeiten- und Weltenherrscher. Bei der Nitsch-Installation dominiert die große Bluttafel und die blutgetränkte Schürze eines alttestamentlichen Opferpriesters das Christussymbol.


11 Altarblutbild und TabernakelDer Tabernakel zeigt die bleibende sakramentale Inkarnation Christi im Raum der messfeiernden Gemeinde. Durch die übergroße und im Vordergrund dominierende Nitsch-Installation wird der seitlich gesetzte Tabernakel noch weiter ins Abseits gerückt.


Ist die beschriebene Implementierung von Nitsch’s Blutobjekten auf der christlichen Altarinsel schon eine Zumutung, so wird die Provokation noch gesteigert durch die Anbringung von zwei Priester-Stolen auf dem Blutkittel. Damit zieht Nitsch das christlich-sakramentale Priestertum in sein sinn- und heilloses Blutorgienspektakel hinein. Mit der Hängung der blutbespritzten Stolen ins Zentrum von Nitsch’s Blutorgien-Installation wird zugleich die sakramentale Handlung des Priesters verhöhnt, nämlich die Zelebrierung des hl. Messopfers als unblutige Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi. 

Dass Nitsch mit seinem Tieropfer- und Blutorgien-Theater nicht nur „das Leben feiern will“ (Ausstellungstext), sondern auch gezielt den Messias und Erlöser Jesus Christus verhöhnen, trivialisieren und beleidigen will, ergibt sich aus den schriftlichen Regieanweisungen aus seinem Werk „Die Eroberung Jerusalems“: „…hat Christus eine Kuh getötet, legt er sich auf das auf dem Rücken liegende, abgehäutete und noch zuckende Tier, schleckt das Geschlechtsteil der Kuh und steckt seine Zunge tief hinein…“. „…Christus leckt und schleckt den blutigen Kot von den aufgeplatzten Gedärmen der Frauen…“ Das dritte obszöne Zitat von homosexueller Wolllust sei dem Leser erspart.

Die Frankfurter KunstKulturKirchen-Macher wussten um diese obszön-blasphemische, antichristlich-beleidigende Kloakenkunst von Hermann Nitsch. Trotzdem holten sie seine Übelkeit erregenden Werke in den Frankfurter Kirchenraum und schändeten damit sogar den Altar als Allerheiligstes einer katholischen Kirche.


15 Altarkreuz vor Altarblutbild Das Altarkreuz ist abgehängt, die Botschaft der Osterkerze von der Herrschaft des Auferstanden en ist sinnlos geworden angesichts der Wiederbelebung der Tieropferrituale und ihrer Blutrelikte


10 Altarblutbild  mit ganzer Altarinsel

← Das von Opfertierblut triefende großformatige Tafelbild über dem Altar, darüber der blutbeschmierte Schächterkittel