Himmelschreiendes Unrecht, was dem Limburger Bischof angetan wird   (24.07.2013)

Die mediale Hinrichtung einer kirchlichen Persönlichkeit kannte man bisher nur aus kirchenfeindlichen Blättern wie SPIEGEL, ‚stern’ oder Süddeutsche Zeitung. Neuerdings versucht sich auch die Frankfurter Allgemeine an diesem schmutzigen Geschäft.

Schmeichelhaftes Bild vom Kardinal gezeichnet
Die Figur des Schönredners oder Schmeichlers nimmt für Aristoteles eine wichtige Funktionsstelle in Herrschaftssystemen oder bei Potentaten ein. Wenn man Kardinal Karl Lehmann als die graue Eminenz der deutschen Kirche ansieht, dann steht ihm als Schmeichler der FAZ-Journalist Daniel Deckers zur Seite.

In seinem Buch „Der Kardinal“ malt der Theologe Deckers ein sehr schmeichelhaftes Bild vom Wirken des Mainzer Kirchenfürsten. Der hat in den Stationen seiner steilen Kirchenkarriere maßgeblich daran mitgewirkt, die  Kirche in Deutschland auf einen mehr oder weniger antirömischen Konfrontationskurs zu lenken.
Der FAZ-Mann Deckers übernimmt an der Medienfront die Rechtfertigung von Lehmanns modernistischem Anpassungskurs an Zeitgeist und Protestantismus.

Die Kehrseite von Deckers Schönreden  
besteht darin, die Kräfte und Strömungen schlechtzureden oder mieszumachen,  die sich für biblische Lehrtreue, katholische Glaubenskontinuität und weltkirchliche Einheit einsetzen.

Für diese katholische Haltung im besten Sinne stand und steht Papst Benedikt XVI. Deckers war mit stechenden und stichelnden Artikeln  im Schulterschluss mit kirchenfeindlichen Medien daran beteiligt, die theologische Linie und Amtsführung von Benedikts Pontifikat zu desavouieren.

Nach Amtsverzicht und Neuwahl des Papstes im März des Jahres holte Deckers zu einem medialen Nach-Schlag aus: In seinem Beitrag „Der Karneval ist aus“ zieht er die liturgische Ernsthaftigkeit von Benedikt ins Lächerliche: Statt Treue zur Tradition unterstellt er dem Papst eine veräußerlichte Attitüde an Prunk und Pomp, statt geistliche Vertiefung der Liturgie habe Benedikt eine „überbordende Reliquienverehrung“ angestoßen.

Der FAZ-Journalist schließt sich dem unseriösen Qeertreiber Berger an
Besonders niederträchtig erscheint Deckers Ansatz, Benedikts Sorge um ehrfurchtsvolle Liturgie mit einer Förderung von Homosexuellen in der Kirche zusammenzubringen. Der FAZ-Mann verspielt seine Seriosität, wenn er sich die verqeere Kirchensicht des abgefallenen Theologen David Berger zu eigen macht: Benedikt hätte mit der Approbation der klassisch-katholischen Liturgie deren Attraktivität für Schwule erhöht. Berger und Deckers greifen dabei auf ein perverses Konstrukt der Homo-Lobby zurück. Die katholische Liturgie sei wie geschaffen, das öffentliche Gegenstück zu der schwulen Privatwelt zu sein: dem frauenfreien Altarraum entspreche die Männersauna und der Darkroom, dem levitierten Hochamt das Tuntenballett.   

Mit ähnlicher Niedertracht schreibt Deckers in dem am 24. 6.  erschienenen FAZ-Artikel gegen den Bischof von Limburg an. Der bischöfliche Fahrer wird darin zwei Mal als „braungebrannter Mitfünfziger mit reichlich Gel im Haar“ vorgeführt, dessen „Nähe“ der Bischof zum Nachteil seiner Priester suche. „Hier werden dem Leser hinterlistige Konnotationen vermittelt, die einem katholischen Bischof persönlich abträglich sein müssen“, heißt es dazu in einem FAZ-Leserbrief.

Der Limburger Oberhirte bekräftigt die katholische Lehre
Wie schon zu Papst Benedikt, verdreht Deckers auch bei dem Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst dessen Anliegen, die liturgischen Feiern mit Würde und Gediegenheit zu vollziehen, ins Gegenteil: Er unterstellt ihm Hang zu „seelenlosen Pomp“ und Prunk.

Schließlich verbindet den Limburger Bischof noch ein weiterer Punkt mit dem Papst: Deckers erwähnt, dass Mons. Tebartz-van Elst einen Dekan maßregelte, der im Wetzlarer Dom ein Schwulenpaar gesegnet hatte. Diese Segnung war eigenmächtig, ohne Absprache mit dem Bischof und gegen die ausdrückliche Weisung des Papstes geschehen. Der Limburger Oberhirte zitierte in seiner Ablehnungsbegründung die vatikanische Lehrnote zu Homosexualität, die Papst Benedikt noch als Kardinal und Vorsitzender der Glaubenskongregation 2003 herausgegeben hatte: „Es gibt keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn.“

Die Protagonisten der „Kamphaus-Kirche“ formierten sich gegen den neuen Bischof
Diese deutliche Positionierung Bischof Tebartz-van Elst’ für die biblisch-katholische Wertung von Ehe und Familie einerseits – der Limburger Bischof wurde bald darauf Vorsitzender der Kommission für Ehe und Familie in der Deutschen Bischofskonferenz -, und gegen die Angleichung von Homo-Partnerschaften an die Ehe andererseits (und das mit vatikanischer Argumentation), war wohl der entscheidende Wendepunkt dafür, dass dem anfangs in Limburg willkommenen Bischof seither der blanke Hass entgegenschlägt von Seiten modernistischer Kirchenkreise:

„Kamphaus war Bischof von Limburg, Tebartz-van Elst ist ein Beamter Roms“ titelte die Regionalausgabe der Frankfurter Neuen Presse kurze Zeit nach diesem Vorfall. Bischof Kamphaus hatte seinerzeit eine Art Personalgemeinde von Homosexuellen in Frankfurt abgesegnet mit dem Namen – horribile dictu – „schwul und katholisch“. Gleichzeitig begrüßte damals die vom SPD-Mann Dr. Hans Peter Röther modernistisch geführte Diözesanversammlung ausdrücklich die gesetzliche Gleichstellung von Homo-Partnerschaften mit der Ehe.  Der neue Bischof dagegen argumentiert mit dem römisch-katholischen Katechismus. Er lässt sich und die katholische Lehre nicht vom Zeitgeist verbiegen.

In diesem Zusammenhang formierten sich die „Protagonisten der Kamphaus-Kirche“, (siehe hier: LINK)  wie der SPIEGEL-Schreiber Peter Wensierski damals formulierte, zu einer Rufschädigungskampagne gegen den neuen Bischof, die mithilfe der Medien bis heute anhält.

Hochjubeln des Altbischofs, Ressentiments gegen den Neuen
Auf dem Hintergrund wird klar, warum der Lehmann-Biograph Deckers einerseits den antirömischen Kurs von Bischof Kamphaus als Heldentat herausstellt:
Er himmelt den Limburger Altbischof als einen „charismatischen Münsterländer“ hoch, der „im Kampf“ für die gesetzliche Abtreibungsscheinberatung länger als alle anderen deutschen Bischöfe „dem Papst Johannes Paul II. die Stirn geboten hatte“.
Der neue Limburger Bischof dagegen hätte sich zu einer
„reaktionären Kreatur“ entwickelt, indem er sich „an Unterwürfigkeit gegenüber dem Papst nicht einmal von Meisner überbieten“ ließe – so die Häme Deckers im Artikel der Frankfurter Allgemeinen vom 28. 1. 2013.


Auch der neueste FAZ-Beitrag von Deckers ist durchgehend vom Ressentiment gegen den jetzigen Limburger Bischof geprägt, gespickt mit Gehässigkeiten, gewürzt mit stichelnden Bemerkungen, Abfälligkeiten, Übertreibungen und unzulässigen Verallgemeinerungen auf der Basis von Gerüchten und übler Nachrede.

Mit gepanzerter Kaltherzigkeit im Tribunal gegen den Limburger Bischof
Schon in der Einleitungspassage zeigt Deckers seine gepanzerte Kaltherzigkeit, mit der er zu Beginn des Hochsommers den Bischof auf Eis und Kreuz legen will: Ihn „fröstelt“ schon beim Anblick des Limburger Doms. Als er dann den Bischof beim großen Einzug ins Auge fasst, „kriecht ihm die Kälte durch Mark und Bein“. Eine „Phalanx von Ministranten und Geistlichen“ halluziniert er in den friedlich-liturgischen Einzug, der „befohlen wird von dem Mann am Ende der Prozession“. Beim Domkapitel will er schon von weitem „verschreckte“ Gesichter erkannt haben, die nur „widerwillig“ an dem großen Einzug teilnähmen. Schließlich wird die Kathedrale zu einem kafkaesken Moloch, der „die Prozession verschluckt“. Mit der martialischen Bemerkung: „In Limburg wird aufgerüstet!“ endet dieser Vorspann als Auftakt zu einem sechsspaltigen Artikel, der einem Tribunal gegen den Limburger Bischof gleichkommt.

Billige Polemik gegen liturgische Dignität
Auch bei der Darstellung der bischöflichen Neuerungen innerhalb des Doms versucht sich Deckers im Erzeugen von Beklemmungen: „Der Qualm“ gleich aus zwei Weihrauchfässern raube „den Gläubigen buchstäblich den Atem“. Ansonsten sei nur „seelenloser Pomp“ eingeführt worden: weiße Handschuhe für die kerzentragenden Messdiener und „ein Handwaschtablett so groß wie für einen Truthahn (sic!). „Luxus“ auch bei der Ausstattung des Doms: „Hier ein neues Kreuz, da eine neue Madonna, dort neue Teppiche“. Das alte Gestühl habe „wuchtigen Eichenbänken“ weichen müssen. Die Krippen-Tonfiguren aus dem Kannenbäckerland seien durch „hölzerne nach dem Gusto des Bischofs ersetzt worden.“

Irritierend an diesem Schreibstil des promovierten Theologen Daniel Deckers ist nicht nur seine distanzierte Sicht auf die Liturgie, die doch gemäß dem Konzil „Quelle und Höhepunkt“ des gesamten christlichen Lebens ist. Die Ausstattung von Kirchen mit Kreuz und Madonna in die Nähe von luxuriösem Pomp und Prunk zu schieben, kannte man bisher nur als billige Polemik der kirchenfeindlichen Boulevardpresse – nicht aber von einem Kirchenredakteur der FAZ.

Der Limburger Dompfarrer widerspricht dem FAZ-Mann
In einem Leserbrief widerspricht der Limburger Dompfarrer Gereon Rehberg Deckers in allen wesentlichen Punkten: Die Domseelsorger sind weder „verschreckt“ noch „widerwillig“. Im Gegenteil unterstützten sie den Bischof in dessen Anliegen, durch würdigen Liturgievollzug und gediegene Ausstattung die Menschen spüren zu lassen, „dass es hier um Heiliges geht“. Auch die neue Krippe mit wechselnden Szenen sei ein wirklicher Anziehungspunkt für die Dombesucher, zugleich für den Bischof und die Dompriester ein bildlicher Zugang zur Erklärung des Evangeliums. Übrigens stand zu Kamphaus Zeiten keine einzige Madonnenstatue in der zentralen Bischofskirche.

In diesen und  weiteren Punkten gleitet der FAZ-Redakteur in die Methoden des Boulevard-Journalismus ab: Statt mit den Domseelsorgern zu sprechen, wenn man über die Liturgie an der Kathedralkirche schreiben will, verlässt sich Deckers auf distanziert-kirchenfeindliche Meinungen und Wertungen.
Das gilt auch für den nächsten Anklagepunkt gegen den Bischof, einen Brief des ‚Hofheimer Priesterkreises’ vom März letzten Jahres.

Ein abgelegter Brief wird zu einem aktuellen umgelogen
Damals hatten 21 Pfarrer des Bistums mit „großer Sorge wachsende Resignation, Ermüdungserscheinungen sowie Rückzugstendenzen unter Priestern und pastoralen Mitarbeitern“ beklagt. Es ging in dem fünfseitigen Papier hauptsächlich um die verunsicherten Befindlichkeiten von Bistumsklerikern angesichts der Umbrüche in der Orts- und Weltkirche. Nach einem vertrauensvollen Gespräch mit dem Bischof im Mai letzten Jahres sowie der Priesterratsbesprechung im September sagte einer der Initiatoren des Papiers, Pfarrer Unfried aus Oberursel: „Wir sind auf einem guten Weg, dass die Ängste und Verunsicherungen abgebaut werden. Der Bischof steht hinter uns.“ Der Ansatz des Briefes war also schon im letzten Jahre erledigt, eine Lösung der Probleme auf den Weg gebracht.

Was macht Deckers aus diesem abgelegten Papier? (siehe hier: LINK) Er behauptet wahrheitswidrig das Gegenteil: „Unverändert aktuell“ sei der Brief von mehreren angesehenen Priestern des Bistums. Auch zum Inhalt und Charakter des Briefes verschaukelt  der FAZ-Redakteur die Leser: Die Priester hätten ihr „Entsetzen über den Lebens- und Leitungsstil ihres Bischofs“ geäußert.

Vertrauensmissbrauch der Journalisten-Stellung und Lesererwartung
Das ist in jeder Hinsicht schlechter Journalismus: Statt das fünfseitige Dokument zu studieren und dem Leser eine zutreffende Zusammenfassung zu geben, statt mit den Autoren des Papiers zu sprechen sowie über den Fortgang der Problembehandlung zu berichten, vermittelt der FAZ-Journalist eine verfälschte Darstellung des Geschehens – zum Leumundsschaden des Bischofs.

Insbesondere Deckers Zusammenfassung: „Entsetzen über den Lebensstil des Bischofs“ ist eine Verdrehung des Textes. Die meisten FAZ-Leser kennen den betreffenden Brief nicht und müssen sich daher auf die Angaben des Redakteurs verlassen können – darauf beruht das Vertrauen zwischen Leser und Zeitung. Deckers dagegen vermittelt die krasse Unwahrheit über Inhalt und Duktus des Briefes und missbraucht so das Vertrauen der FAZ-Leser.

Wenn Deckers in dieser Sache ernsthaft recherchiert hätte, dann hätte am Schluss seiner Ausführungen der Satz gestanden: „Der Bischof steht hinter uns (Priestern).“ Diese Aussage passte aber partout nicht in das Konzept des Journalisten, einen  „gnadenlosen Verriss“ des Bischofs zu fabrizieren, wie das Joachim Heidersdorf, der Chefredakteur der Nassauischen Neuen Presse, nannte. Daher verdreht der FAZ-Mann die Tatsachen so, dass sie zu seinem Verleumdungsartikel passen.

Verbreitung von Beschimpfungen illoyaler Schandmäuler
In einer kurzen Passage seines Artikels beschreibt Deckers die akademische Laufbahn Tebartz-van Elst’ zum Professor für Pastoraltheologie. Aber selbst dieser relativ sachlich geschriebene Abschnitt wird eingerahmt von abfälligen Bemerkungen: Der Münsteraner Bischof Reinhard Lettmann hätte an Tebartz-van Elst „einen Narren gefressen“. Und „in Limburg rief man ihm bald ‚irres Bambi’ hinterher“. Solcherart Beschimpfungen sind in den letzten Jahren von illoyalen Schandmäulern aus dem Ordinariat einige in Umlauf gebracht worden. Aber müssen solche Böswilligkeiten auch von einer seriösen Zeitung bundesweit verbreitet werden? Sollte die FAZ solche Schandmal-Wörter, die am Ruf eines kirchlichen Würdenträgers kleben bleiben, nicht den kirchenfeindlichen Boulevard-Medien überlassen?
Eine FAZ-Leserin schrieb kürzlich: Diese abfällige Titulierung „sprengt jeglichen Rahmen einer journalistisch und menschlich akzeptablen Berichterstattung. Es ist einfach gegen die Menschenwürde, den Bischof in dieser Weise dem Leser-Publikum ‚vorzuführen’“.

Der bischöfliche BMW-Dienstwagen war von Kamphaus geleast
Weitere Häme gegen den Bischof wird zu und über den Dienstwagen des Oberhirten verbreitet. SPIEGEL-Reporter Wensierski hatte vor drei Jahren das Klischee vorgegeben (siehe hier: LINK): Bischof Kamphaus sei mit einem alten Golf durch die Stadt gefahren, sein Nachfolger hätte sich einen dicken BMW zugelegt. Auch als das Limburger Ordinariat postwendend richtigstellte, dass der BMW-Dienstwagen von Bischof Kamphaus geleast und für Dienstfahrten genutzt worden war, blieben die Boulevardmedien bei ihrem Vorurteil: Was anderen Vielfahrern an Komfort zugestanden wird – also einen größeren Wagen für 80.000 Fahrtkilometer an Dienstreisen jährlich -, wird bei Bischof Tebartz-van Elst als pompöses Gehabe eines Premium-Reisenden mit einer „Luxuskarosse“ angeprangert.

Imagepflege durch den kleinen Fußweg vom großen Dienstwagen
Auch Deckers rümpft die Nase über den bischöflichen Dienstwagen: „In Limburg riecht es nach feinstem Leder. Eine schwarze, blankgewienerte Limousine steht vor dem Eingang der Bischofsresidenz.“ Der Bischof würde sich bei Dienstreisen „direkt vor den Eingang der Kirche oder Sakristei vorfahren“ lassen. Ein FAZ-Leser fragte irritiert, warum Deckers das ausdrücklich und vorwurfsvoll erwähnt: „Wo soll er denn sonst hingefahren werden als zum Zielort?“
Diese Selbstverständlichkeit andernorts war allerdings in Limburg nicht immer die Regel: Bischof Kamphaus ließ sich bei Dienstfahrten mit seinem BMW gelegentlich 200 Meter vor der Kirche absetzen, um sich dann vor dem Gotteshaus den Kirchgängern als schlichter Wanderbischof zu zeigen. Seine Motive dazu kennen wir nicht, aber klar ist, dass dieser kleine Fußweg entscheidend das öffentlich vermittelte und gewollte (?) Bild vom ‚bescheidenen Volksbischof’ geprägt hat. Ein Nebeneffekt: Kamphaus’ BMW-Dienstwagen, der nicht zu diesem Image passte, hat kaum jemand wahrgenommen.

Auch an den Pilger-Flugreisen zum Heiligen Land von Mons. Tebartz-van Elst wird herumgemäkelt und dem Bischof Abgehobenheit angekreidet: „Er ließ es sich in den vorderen Sitzreihen des Flugzeugs wohlergehen, während die Pilgerschar hinten unter sich blieb.“ Deckers vergaß zu erwähnen, dass der Bischof durch das Sitzen in den vorderen Reihen den meisten Pilgern den Rücken zukehrte. Der Chefredakteur der Nassauischen Neuen Presse, Joachim Heidersdorf, meint in einem Kommentar am 21. 8. 2012 zu der „billigen Stimmungsmache“ der Medien: „Der Bischof kann machen, was er will – es wird ihm negativ ausgelegt.“

Der Gerüchte-Journalismus erklärt die bischöfliche Drei-Zimmerwohnung im Flachbau zu einer Luxusresidenz
Ein weiteres Klischee zu angeblichem  Luxus wird mit der Neubaumaßnahme unterhalb des Doms verbunden. Das Domkapitel hatte schon unter Kamphaus im Jahre 2004 beschlossen, auf dem Domberg ein „Haus der Bischöfe von Limburg“ zu errichten und dafür eine ansehnliche Summe zurückgestellt. Inzwischen ist das Bauprojekt fertiggestellt - mit der alten Vikarie von 1495 als Amtssitz des Bischofs, dem ehemaligen Küsterhaus für die Domschwestern, dem Neubau einer bischöflichen Amtskapelle und dem eigentlichen Wohnhaus des Bischofs. Dabei entfällt der Löwenanteil der Kosten von etwa 10 Millionen Euro auf die aufwendigen Sanierungen und archäologische Darstellungen von alter Vikarie, historischer Stadtmauer und mittelalterlichen Wehranlagen. Die Drei-Zimmerwohnung des Bischofs von etwa 120 qm in einem Flachbau blieb im Kostenrahmen von 200.000 Euro. Der Gesamtkomplex wurde kürzlich als „Diözesanes Zentrum St. Nikolaus“ eingeweiht.

Der SPIEGEL und andere Boulevard-Medien einschließlich der Nassauischen Neuen Presse am Ort haben jahrelang einen bischöflichen Prunk- und Prachtbau auf den Domberg halluziniert und damit Bischof Tebartz-van Elst als einen „luxusverliebten Kirchenfürsten“ oder gar „Luxusprasser“ desavouiert. (siehe hier: LINK)
Auch FAZ-Deckers knüpft an  diese üble Nachrede an, wenn er zweimal das Wort „Bischofsresidenz“ gebraucht für die bischöfliche Flachbauwohnung, für die nur ein Zwangzigstel der Gesamtbaukosten verbraucht wurden. Er stellt dieses Domizil auch in den Zusammenhang mit Tebartz-van Elst’ Wohnung in Münster, die er als „Kronprinzenpalais“ zitiert. Schon in der Wohnung des Münsteraner Weihbischofs habe dessen „Bedürfnis nach Luxus überhandzunehmen gedroht“. In Limburg habe es niemand mehr gegeben, der in dieser Hinsicht „Tebartz-van Elst bremsen konnte“

Woher will der FAZ-Journalist solche privaten Details und persönliche Motive eigentlich wissen? Natürlich nur aus dem läppischen Gerede von miesepetrigen Leuten auf der Straße. Der SPIEGEL-Schreiber Peter Wensierski hat diese Art des Boulevard-Journalismus auf dem Domberg offengelegt: Er stützte seine Recherche über die angebliche „bischöfliche Luxusresidenz“ auf nichts anderes als die in Limburgs Straßen  „kursierenden Gerüchte von Weinkeller, Sauna, Edelsteinverzierungen und beheizbarem Dach“. Diese Gassengeschwätzigkeit glaubte er in dem Hamburger Boulevard-Magazin vom 20. 8. 2012 bundesweit bekanntmachen zu müssen.

Deckers ruft die Spitzgiebelkapelle zur klobigen Kaaba von Mekka aus
Auch bei der neuen Amtskapelle im Diözesanen Zentrum St. Nikolaus greift Deckers auf den Tratsch der meinungsstarken Passanten am Bauzaun zurück: Die schwarz verkleidete, „steil aufragende“ Kapelle würde wie die „Kaaba von Mekka“ aussehen. Auf dem Foto zu Deckers Artikel in der FAZ kann sich jeder Leser überzeugen, dass die Form der Spitzgiebelkapelle auch nicht im weitesten Sinne mit der würfelförmigen und klotzartigen Kaaba von Mekka in Verbindung zu bringen ist. Deckers lässt sich ebenso wie Winsierski seine klotzige Sicht der Dinge von den Nörglern in Limburgs Gassen vorgeben, die anscheinend mit Quadratbrillen auf die Bischofskapelle geschaut hatten.

Stimmungsmache gegen den bischöflichen Vermögensfonds
Drei Viertel der Kosten für die Bau- und Sanierungsmaßnahmen auf dem Limburger Domberg werden aus dem Vermögen der Stiftung bestritten, die „Der Bischöfliche Stuhl“ heißt. Diese Körperschaft öffentlichen Rechts wurde bei der Gründung des Bistums 1827 mit Vermögenswerten ausgestattet - als Ersatz dafür, dass der nassauische Staat bei der Vermögenssäkularisation 1803 die Kirche fast aller eigenen Vermögensmittel beraubt hatte. Die Verausgabung des Stiftungsvermögens ist durch klar geregelte Zweckbestimmungen festgelegt wie etwa: „Bereitstellung von Wohn- und Arbeitsräume für den Bischof von Limburg“ oder: „Unterhaltung der  für die Ausübung des Dienstes des Bischofs von Limburg notwendigen Immobilien“.

Die Verausgabungen des bischöflichen Vermögensfonds’ werden seit Jahren von kirchenfeindlichen Medien und randständigen Kirchenkreisen wie„Wir sind Kirche“  attackiert.
 
Doch wo liegt das Problem, wenn der Bischof aus dem Stiftungsfond das ‚Diözesane Zentrum St. Nikolaus’ bauen lässt, also die Amtsgebäude für die Ausübung des bischöflichen Dienstes? Warum diese Stimmungsmache der Medien gegen den Stiftungsfond, der nicht aus Kirchensteuermittel gespeist wird?

Rufschädigende Unterstellungen, aber keine Anhaltspunkte
Schon der SPIEGEL-Mann Wensiersiki hatte sich in mehreren Artikel bemüht, dem Bischof in diesem Zusammenhang unrechtmäßiges Geschäftsgebaren zu unterstellen. Deckers stapft in seinen Spuren, wenn er ebenfalls beim Bischof die „Lauterkeit seines Handelns“ in Zweifel zieht. Wie auch in anderen Fällen, legt Deckers keine Anhaltspunkte für seine rufschädigende Unterstellung vor, von Belegen ganz zu schweigen. Er stellt einfach Behauptungen auf: „… die Planung wie die Finanzierung des Projekts verschwanden hinter einer undurchdringlichen Wand namens ‚Bischöflicher Stuhl’“. Mit dem verfehlten Metapher, eine Stiftung als ‚undurchdringliche Wand’ zu bezeichnen, scheint Deckers kaschieren zu wollen, dass er sich mit dem Stiftungsrecht nicht ernsthaft auseinandersetzen will:

Die Vermögensverwaltung und ordnungsgemäße Verwendung der Erträge des ‚Bischöflichen Stuhls’ (wie auch anderer zweckgebundenen Stiftungen) unterliegen der Kontrolle durch ein Aufsichtsgremium aus externen und unabhängigen Wirtschaftsfachleuten und Juristen, deren Zusammensetzung und Qualifikationen kirchenrechtlich genau definiert sind. Darüber hinaus hat Bischof Tebartz-van Elst freiwillig eine jährliche handelsrechtliche Vollprüfung durch eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft angeordnet.

Wenn Deckers Belege für Unregelmäßigkeiten bei der Finanzierung der Dombergbebauung oder Zweckentfremdung von Geldern hätte, dann sollte er sie offen legen – oder schweigen. Aber Verdächtigungen in die Welt zu setzen, gar das lautere Handeln des Bischofs zu bezweifeln und diese Unterstellungen mit unpassenden Metaphern zu verblenden, ist nicht die Methode eines seriösen Journalismus.

Keine Ahnung, aber vage Verdächtigungen
Aber Deckers setzt noch eins drauf: „Um nur ja keine Mitwisser zu haben, entzog der Bischof dem Domkapitel die Aufsicht über das Geschäftsgebaren des ‚Stuhls’….“. Die Wendung „keine Mitwisser“ unterstellt dem Bischof Geheimniskrämerei, wenn nicht unrechtmäßiges Geschäftsgebaren. Und woher will er eigentlich die persönlichen Motive des Bischofs kennen? Auch der Inhalt von Deckers Aussage ist unsinnig und falsch: Das Domkapitel hatte nach Stiftungsrecht nie die Aufsicht über die zweckentsprechende Verwendung der Körperschaftsmittel und darum ist ihm das angebliche Kontrollrecht auch nie entzogen worden.


Deckers geht mit seinen Willkür-Verdächtigungen sogar noch weiter, wenn er schreibt: Der Bischof „vertraute das Projekt einem Gremium an, dessen Zusammensetzung geheim gehalten wird und das nur dem Bischof und seinem Generalvikar Franz Kaspar Rechenschaft schuldet.“
Hier wirft der Theologe Deckers nun alles durcheinander und zeigt damit seine Unkenntnis und anscheinend auch Unwilligkeit, die elementaren Regelungen einer Stiftung zu verstehen: Handelndes Subjekt der Stiftung ist der Bischof bzw. sein Generalvikar, das Aufsichtsgremium hat die Funktion der Haushaltskontrolle und Prüfung der Zweckbestimmung – und nicht umgekehrt.
 
Mit dem Wort ‚Geheimhaltung der Gremienzusammensetzung’ wird eine Geheimniskrämerei suggeriert, die nicht vorliegt und die Deckers auch nicht belegen kann: Die Zusammensetzung der Mitglieder des Aufsichtsgremiums ist ebenso wie deren Aufgabenstellung im Stiftungsrecht klar definiert. Allerdings werden die Namen der Gremienmitglieder nicht jedem Boulevardreporter unter die Nase gehalten, weswegen schon den SPIEGEL-Mann Wensierski verschnupft war. Nach Recht und Gesetz haben die Stiftungen keine Publikationsverpflichtungen – wie etwa eine Aktiengesellschaft zu Bilanz und Gremien. Statt mit vagen Verdächtigungen und miesen Unterstellungen der Öffentlichkeit eine Informationsberechtigung vorzugaukeln, sollten die Medien - zumindest die mit seriösem Anspruch – den Lesern die rechtlichen Regelungen verständlich machen – und nicht mit Schwafelei von  „undurchdringlichen Wänden“ die Sachlage für die Leser verunklaren.

Fragwürdige Informanten und Denuntianten
Nachdenklich machen solche Formulierungen wie „Der Bischof entzog dem Domkapitel die Aufsicht“ über den Stiftungsfonds und: ‚Er wollte sich damit Mitwisser entledigen.’ Als Tatsachenbehauptungen sind sie zwar inhaltlich falsch, verweisen aber in der Form auf das angeblich entmachtete Domkapitel als Informationsquelle.  Diese Einschätzungen über Interna dürften also von illoyalen Mitgliedern des Domkapitels selbst kommen. Der SPIEGEL-Reporter Peter Wensierski hatte im Zusammenhang mit seinen Recherchen gegen den Limburger Bischof auf zwei auswärtige Prälaten des Domkapitels verwiesen.

Falsche Zusammenhänge, gezielte Verleumdungen
Im Zusammenhang mit den Aufgaben des Bischöflichen Stuhls geistert noch eine weitere Falschmeldung durch den Pressewald. Der SPIEGEL hatte in seiner Ausgabe vom 19.8.2012 suggeriert, die Kosten für das Diözesane Zentrum würden die Ausgaben für Kirchen und Pfarrgemeinden im Bistum schmälern: „katholischen Kindergärten werden Gelder gestrichen“ oder „die dringend notwendige Reparatur des Kirchendachs“ würde ausbleiben, weil der Bischof sich einen „Prunkbau“ gönnte.
Mit solchen Aussagen, von zahlreichen andere Medien übernommen, wird ein falscher Zusammenhang suggeriert. Man unterschlägt die schlichte Rechtslage, dass die Gelder des  Stiftungsfonds (für die bischöflichen Aufgaben und Immobilien) mit den Ausgaben des Kirchensteuerfonds (für die Aufgaben und Ausgaben der Pfarrgemeinden) nicht austauschbar sind.

Auch Deckers spielt diese Falschkarte aus, wenn er die Passage zu dem angeblichen Luxus im Dom so einleitet: „In einem Vorort von Limburg bereitete sich eine Gemeinde auf den Abbruch ihrer Kirche vor, für die Ausstattung des Domes war jedoch das Beste gerade gut genug.“
Unter den Zweckbestimmungen der Stiftung des ‚Bischöflichen Stuhls’ heißt es an vorderer Stelle: „Förderung kirchlicher Aufgaben unter besonderer Berücksichtigung der dem Bischof anvertrauten Sorge für die geordnete Durchführung des Gottesdienstes…“. Das Geld für ein neues Kreuz und eine andere Krippe im Dom, für eine Madonnenstatue und neue Teppiche, was Deckers unter liturgischem Luxus und seelenlosen Pomp schlechtreden will, stammt also aus den zweckgebundenen Geldern des Bischöflichen Stuhls und dürfte gar nicht für den Erhalt einer maroden Pfarrkirche eingesetzt werden. Alle Variationen zu dem Klischee: ‚Der Bischof verbrät das Geld, das den Gemeinden fehlt!’ sind nichts als gezielte Verleumdungen.

Journalisten vergiften das öffentliche Klima
Der SPIELGEL-Reporter Wensierski hatte diesen konstruierten Gegensatz noch weiter ausgemalt: „Während der Bischof prasst, verstehen viele nicht, warum sie darben (!) sollen!“ Der Spiegel-Mann schreibt eine vorrevolutionäre Situation am Limburger Domberg herbei, wenn er sich die angeblich „darbenden Katholiken“ als  Wutbürger jakobinischer Denkungsart ausmalt, die dem angeblich luxuriösen Bischofspalast den Krieg erklärten. Nach dem herbeiphantasierten Eindruck von Wensierski ist das „Klima unter Limburger Katholiken soweit vergiftet“, dass die Basis zu einem Sturmlauf gegen die halluzinierte Luxus-Residenz des Bischofs unmittelbar bereit wäre: „Die Katholiken laufen Sturm gegen ihren Hirten“.

Deckers phantasiert sich ebenfalls nach dem Vorbild des Boulevard-Magazins eine Wutbürger-Phalanx gegen den Bischof zusammen: Er spricht von einem „Sturm der Entrüstung“, von „Misstrauen“, gar „Entsetzen“ über den Bischof  und dass „Tebartz-van Elst die Katholiken – Laien und Geistliche - rund um den Domberg gründlich gegen sich aufgebracht“ hätte.

Deckers’ Tribunal gegen den Limburger Bischof
In der Schluss-Passage erweist sich, dass alle bisher vorgebrachten Anwürfe gegen den Limburger Bischof Teil eines Tribunalisierungsprozesses sind. Hier holt der FAZ-Journalist zu einem letzten  K.O.-Schlag aus: „’Mixa’ lautet in Limburg und auch in der Bischofskonferenz das Codewort, mit dem daran erinnert wird, wie dem vormaligen Bischof von Augsburg die Kontrolle über seine Lebensführung nach und nach entglitt, bis er am Ende sein Amt aufgeben musste.“

Wer hat in der Bischofskonferenz das Codewort ‚Mixa’ ausgegeben? Und wer hat es an Deckers weitergegeben?
Nie und nirgendwo ist im Bistum Limburg das Codewort ‚Mixa’ im Zusammenhang mit Tebartz-van Elst gefallen, sonst hätten es die bösmeinenden Medien schon längst aufgegriffen. Bleibt nur die Bischofskonferenz. Wer aber sollte in der Bischofskonferenz diese Verbindung zwischen Mixa und Tebartz-van Elst konstruiert haben - in der Absicht, dass auch für letzteren „ein Amtsverzicht unausweichlich“ sei, wie Deckers im vorletzten Satz formuliert? Erst recht stellt sich die Frage, von wem der FAZ-Mann solche intimen Interna aus der Bischofskonferenz gehört haben will.

Vorzugsbehandlung von Deckers durch Kardinal Lehmann?
Für die schmeichelhafte Biographie, die Daniel Deckers dem Mainzer Kirchenfürsten  Karl Lehmann unterbreitete, zeigt sich anscheinend “Der Kardinal“ erkenntlich. Dass Lehmann noch während der laufenden Bischofskonferenzen und vor den offiziellen Presseterminen mit dem FAZ-Mann telefoniert, ist eine Vermutung von Augen- und Ohrenzeugen. Wenn das zutrifft, würde  er Deckers regelmäßig einen Informationsvorsprung gewähren, sodass die FAZ schon vor den anderen Zeitungen über Verlauf und Ergebnisse der Bischofskonferenz berichten könnte. Jedenfalls weisen die außerordentlich frühzeitigen Artikel von Deckers  in diese Richtung.
Auch Deckers Interpretation der DBK-Beschlüsse verweisen eher auf Lehmann. Denn für die angenommene Vorzugsbehandlung könnte sich der Lehmann-Biograph dankbar erzeigen, indem er die Wertungen und Kirchenpolitik des Kardinals in seinen FAZ-Artikeln verbreitete. Auf diesem Hintergrund ist das kursierende Wort zu verstehen, dass Deckers der inoffizielle Pressesprecher von Kardinal Lehmann sei.

Warum wird der Berliner Kardinal hochgejubelt, der Limburger Bischof dagegen gnadenlos verrissen?
Es ist nicht auszuschließen, dass der Kardinal seinen Biographen auch zwischen den Tagungsterminen mit Einschätzungen und Überlegungen zur Kirchenpolitik im Allgemeinen und Bischofskonferenz im Speziellen versorgt – zum Beispiel: ‚Wer soll neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz werden, wenn Erzbischof Zollitsch im Herbst seinen Rücktritt einreicht?’ Solche kirchenpolitisch wichtige und strategische Dimensionen, die im FAZ-Artikel vom 28. 1. 2013 (siehe hier: LINK) von Deckers erörtert werden, tragen die Züge einer Einflüsterung von höherer Seite an sich. Nach dem Artikel scheint Kardinal Woelki aus Berlin der Favorit der grauen Eminenz zu sein. Deckers zeigt in seinem Beitrag, dass er für den Vorzugskandidaten wie ein Schmeichler Süßholz raspeln kann. Die folgende Passage ist auch als Kontrast zu seinem Schlechtreden gegen den Limburger Bischof zu lesen: „Der gebürtige Kölner (Woelki), der anfangs als eine reaktionäre Kreatur des Kölner Kardinals Meisner verschrien wurde, macht als Erzbischof von Berlin bislang eine ausnehmend gute Figur. Er hat das Herz am rechten Fleck, ohne seine konservative Grundhaltung zu verleugnen.“

Man fragt sich unwillkürlich, was und wer den FAZ-Journalisten getrieben hat, den einen 56jährigen Prälaten schmeichelhaft hochzujubeln, während der andere nur wenig jüngere Bischof in einem gnadenlosen Verriss geschreddert wird. Das himmelschreiende Unrecht, das dem Bischof Tebartz-van Elst mit dem Verleumdungsartikel angetan wird, ist allerdings als eine persönliche Marotte des FAZ-Journalisten nicht hinreichend erklärbar.

Mediale Hinrichtungen gehörten bisher nicht zum Stil der FAZ
Der redigierte Artikel in seiner Endgestalt ist selbstverständlich das Werk des versierten FAZ-Journalisten, aber der Duktus des Ressentiments, diese Häufung von Gehässigkeiten und Abfälligkeiten, vor allen Dingen der Tonfall der Tribunalisierung und schließlich die Zuspitzung auf den Mixa-Vergleich – das alles dürfte kaum allein auf dem Mist von Deckers gewachsen sein. Die mediale Hinrichtung einer kirchlichen Persönlichkeit, wie es bei den kirchenfeindlichen Magazinen wie SPIEGEL und ‚stern’ schon mehrfach versucht wurde, gehörte  bisher nicht zum Stil der Frankfurter Allgemeinen.

Mediale Verleumdungskampagne nach dem Muster der kirchenfeindlichen Presse
Es spricht einiges dafür, dass Deckers nach Wink und Weisung handelt, wenn er Signal und Richtung setzt für ein innerkirchliches Kesseltreiben auf den Limburger Bischof wie weiland gegen Bischof Mixa aus Augsburg. Schändlich an diesem Vorgehen ist die Tatsache, dass dieses Antreten gegen Mons. Tebartz-van Elst durch den Lehmann-Biographen als Fortsetzung der medialen Verleumdungskampagne von SPIEGEL, stern und anderen kirchenfeindlichen Presseorganen geführt wird. Der Kirchenredakteur Deckers bedient sich sogar vieler abfälliger Klischees aus den Boulevard-Medien, wie oben an verschiedenen Punkten gezeigt wurde. Traurig macht der Befund, dass sich bisher keiner aus dem „Kollegium“ von 67 deutschen Bischöfen gegen den unfairen FAZ-Verriss und für den bischöflichen Amtsbruder ausgesprochen hat.

Indem sich Kardinal Woelki gegen Papst und katholische Lehre stellt…..
Eine zusätzliche Erklärung für die gegensätzliche Bewertung von Woelki und Tebartz-van Elst durch Deckers könnte sein, dass sich der Berliner Kardinal sehr wohlwollend für die Bewertung von Homo-Paarungen ausgesprochen hat. Auf dem Mannheimer Katholikentag im Mai 2012 sagte Rainer Maria Woelki, dass dauerhafte Verantwortungsübernahme in homosexuellen Partnerschaften „in ähnlicher Weise zu einer heterosexuellen Beziehung anzusehen ist“. Damit hat sich der Berliner Prälat konträr zur gültigen katholischen Lehre positioniert, wie sie von Papst Benedikt und dem Limburger Bischof vertreten werden: Danach ist ausdrücklich keine Analogie zwischen der sakramentalen Ehe von Mann und Frau einerseits und Homo-Partnerschaften andererseits zu sehen – auch keine Ähnlichkeiten „im weiteren Sinne“ herzustellen. Genau das aber macht Kardinal Woelki.

… macht er sich zum Liebling der Medien
Diese „Aufweichung“ der katholischen Haltung, wie die ‚Welt’ damals formulierte, das Hinbiegen der katholischen Lehre auf den Zeitgeist zu, die Anpassung an die Mainstream-Medienmeinung und den Protestantismus – genau dieser Kurswechsel des Berliner Kardinals hat anscheinend bewirkt, dass er quasi über Nacht zum Liebling der Medien wurde (FR-Interview vom 17. 8.) wie auch der Gremien-Katholiken und einiger modernistischer Bischöfe einschließlich ihrer Pressesprecher.

Nur einen Tag nach den äußerst wohlwollenden Interview-Fragen an den Berliner Kardinal durch die linksliberale Frankfurter Rundschau wurde der Limburger Bischof vom SPIEGEL in die Pfanne gehauen. Deckers rührt das SPIEGEL-Gericht weiter auf, indem er auf eine weitere Stecherei des Homo-Lobbyisten David Berger aufbaut. Der hatte unterstellt: Die deutliche Aussprache von  Geistlichen gegen Aufwertung und Gleichstellung der Homo-Paarungen mit der Ehe sei als psychologischer Widerstand der Kleriker einzuschätzen, die selbst in das homosexuelle Milieu verstrickt wären. Deckers suggeriert diese Qeer-Verbindung, die schon gegen Bischof Mixa „erfolgreich“ durchexerziert wurde, auch bei dem Limburger Bischof. Nichts anderes soll die Aussage der „Nähe“ zu dem „braungebrannten Mitfünfziger mit reichlich Gel im Haar“ insinuieren.   

Mit dem Limburger Bischof sind die gender-politischen Ziele der modernistischen DBK-Fraktion nicht durchzusetzen
Die grauen Eminenzen und einige modernistische Exzellenzen der DBK wollen das Frauendiakonat, die Aufweichung des Zölibats, die Relativierung der Ehescheidung, die Wiederzulassung der Wiederverheirateten zu den Sakramenten, die partielle Gleichstellung von „verantwortlichen“ Homo-Paaren mit der Ehe. Bei diesen kirchenpolitischen Programmpunkten steht der Limburger Bischof im Wege. Er hat sich zu allen diesen Fragen deutlich erklärt. Mit ihm als Vorsitzenden der DBK-Kommission für Ehe und Familie werden die oben genannte Ziele in der Deutschen Bischofskonferenz kaum durchzubringen sein. Will man ihn deshalb weghaben?

Wo bleibt die Solidarität der Bischöfe für ihren verleumdeten Mitbruder?
Als der SPIEGEL im August vergangenen Jahres die schäbige Verleumdungskampagne der Medien gegen Tebartz-van Elst anstieß, waren es nur zwei Bischofsbrüder, Kardinal Meisner und Bischof Hanke von Eichstätt, die den Limburger Bischof öffentlich gegen die mediale Schmutzkampagne in Schutz nahmen. Zu dem aktuellen FAZ-Verriss eines Mitbruders sollten sich auch andere Amtsbrüder zu Wort melden und ihre Solidarität zeigen, insbesondere auch der päpstliche Nuntius. Denn Deckers furioses Tribunal richtet sich zwar im Einzelnen gegen einen bestimmten Prälaten, aber er beschädigt mit seinen Rundumschlägen auch das kirchliche Amt des Bischofs, die katholische Liturgie und das Ansehen der Kirche ganz allgemein.    


PS: Was die Strafanzeige des SPIEGELS gegen den Limburger Bischof angeht, so ist sie als billige Rache-Aktion eines Redakteurs anzusehen. Der Journalist Peter Wensierski hat in diversen SPIEGEL-Beiträgen seit 2010 zahlreiche Lügen und Halbwahrheiten, diffamierende Gerüchte und Unterstellungen verbreitet. (siehe hier: LINK) Nach dem deutschen Presserecht ist es schwierig, solche medialen Schmutzkampagnen abzuwehren. Der Bischof selbst und seine Pressestelle haben allerdings auch nur sehr defensiv – wenn überhaupt – reagiert. Nur einmal reichten sie eine Medienklage ein: Der SPIEGEL hatte in seinem Bericht vom 20.8.2012 wahrheitswidrig behauptet, Bischof und Generalvikar hätten das Upgrade ihrer Indienreise bis drei Tage vor der Berichtsveröffentlichung verleugnet. Dabei konnte die bischöfliche Pressestelle nachweisen, dass sie schon im April 2012, also ein halbes Jahr vor dem SPIEGEL-Artikel, die Journalisten  schriftlich über das Upgrade aus privaten Bonusmeilen informiert hatte. Das angebliche Nachrichtenmagazin aus Hamburg fiel also  mit seiner publizistischen Lüge auf die Nase. Nun schreien die Lügner: Der Bischof hat gelogen! Er habe eine falsche eidesstattliche Erklärung zu der Indien-Reise abgegeben.

Der Bischof und seine Medienberater haben im Rahmen ihrer Defensivstrategie einige verbale Ungeschicklichkeiten fabriziert. Die haben den formalen Anlass für die Anzeige hergegeben, sind aber nach Motiv und Gehalt nie und nimmer als Lüge anzusehen, wenn man Vorgeschichte und Kontext der Aussage berücksichtigt. Man darf auf das faire Abwägen und die gerechte Einschätzung des Gerichts vertrauen, so dass die Lügner am Ende nicht über ihr Verleumdungsopfer triumphieren. Andernfalls würde das Verhältnis von Recht und Wahrheit gegenüber Medienmacht und Lügenverbreitung auf den Kopf gestellt werden.