Die Reform des Bischofsamtes

Aus der Bistumsleitung

Von Bischofsvikar Christop Casetti

Die Reform des Bischofsamtes In seinem Buch Die Erneuerung der Kirche - Tiefgreifende Reform im 21. Jahrhundert kommt Georg Weigel auch auf die Reform des Episkopates zu sprechen.

Dieses Thema ist nicht zuletzt deshalb aktuell, weil sich inzwischen gezeigt hat, dass nicht nur Priester in den Skandal der Missbräuche verwickelt sind, sondern auch Bischöfe. Es fehlt in der Kirche an Verfahren im Umgang mit Bischöfen, die versagen. Die Kirche setzt recht eilfertig Bischöfe ab, welche ein finanzielles Chaos angerichtet haben. Wie verhält es sich mit dem Fehlverhalten in Fragen der kirchlichen Lehre oder der Disziplin? Hier besteht ein Handlungsbedarf. Im Sinne der Vorbeugung sollte in den Bischofskonferenzen eine brüderliche Zurechtweisung möglich sein. Solange die Bischöfe nicht bereit sind, ihre Mitbrüder im Bischofsamt zu hinterfragen und nötigenfalls zu tadeln, werden die Wunden des bischöflichen Scheiterns weiterschwären, meint Weibel. Die Betonung des Leitungsamtes droht die prophetische Rolle des Bischofs auszublenden. Ein Vorbild für die Reform des Episkopates war Karol Wojtyla. Als Erzbischof von Krakau verstand er seine Berufung nicht als die eines Bürokraten oder Managers. Nicht die Verwaltung, sondern die Visitationen in den Gemeinden waren für ihn ein einzigartiger Ausdruck seiner bischöflichen Berufung.

Niemand wird sich vom Moderator einer Diskussionsrunde zur Freundschaft mit Jesus, dem Herrn bekehren und mit missionarischer Leidenschaft anstecken lassen: kein Priester, kein erwachsener Laie und auch kein Jugendlicher. Neue Kriterien für die Wahl von Bischöfen könnten der Erneuerung der Kirche dienen:

1. Zeigt dieser Mann durch seine Lebensweise und seinen priesterlichen Dienst, dass er sich tief und persönlich zur Freundschaft mit Christus bekehrt hat?

2. Sieht dieser Priester die Verkündigung und Lehre als seine wichtigsten Aufgaben?

3. War sein bisheriges Wirken geistlich fruchtbar?

 4. Wie feiert er die Liturgie?

5. Kann er unpopuläre Entscheidungen treffen?

6. Hat er theologischen Tiefgang und eine spirituelle Kompetenz?

Das Kriterium der Rechtgläubigkeit sollte wichtiger sein als das der Akzeptanz. Es sollten auch jüngere Männer in Betracht gezogen werden und deren vorausgehende Erfahrungen. Wenn sowohl die, welche die Bischöfe auswählen, als auch die, welche als Bischöfe ausgewählt werden, ganz aus ihrer sakramentalen Berufung leben, dann ist der Erfolg der Erneuerung des Bischofsamtes gesichert.