(13.3.2016)

Erstaunliches vom ZdK

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, hat für mehr Mitspracherechte der Laien in der Kirche plädiert.

"Wir brauchen in Deutschland eine synodale Kirche", sagte Sternberg am Freitag in Leipzig. Dafür habe sich auch Papst Franziskus beim jüngsten Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe im Vatikan ausgesprochen. "Wenn die Bischöfe den Papst beim Wort nehmen, muss sich in Deutschland etwas ändern", sagte Sternberg bei einer Tagung des Spitzengremiums der Laienkatholiken. Wenn ein synodales Gremium geschaffen werde, sei die Repräsentativität der entscheidende Punkt. Hierbei komme dem ZdK eine entscheidende Rolle zu, so Sternberg: "Ich kenne keine andere katholische Gruppierung, die eine Laienrepräsentanz in dieser Weise bieten kann." Zugleich machte Sternberg deutlich, dass das ZdK in einem bundesweiten synodalen Gremium von Laien- und Kirchenvertretern "nicht völlig aufgehen darf". Die Eigenständigkeit müsse auf jeden Fall erhalten bleiben.

Die Worte des Präsidenten des ZDK erstaunen aus mehreren Gründen:

·         Er verweist mit seinen Forderungen auf den ad limina Besuch der deutschen Bischöfe. Aber Papst Franziskus kann er nicht als Zeugen für seine Forderungen aufbieten. Dieser rief die Bischöfen und damit die deutschen Kirche beim ad limina Besuch dazu auf, „die katholische Lehre in Deutschland zu bewahren und das Glaubensleben zu fördern. Dies betreffe eine Neubelebung des Sakramentenempfangs in den Gemeinden, insbesondere Beichte, Firmung, Ehesakrament und Eucharistie. Voraussetzung dafür sei die Anwesenheit von Priestern. „Die wertvolle Mithilfe von Laienchristen im Leben der Gemeinden, vor allem dort, wo geistliche Berufungen schmerzlich fehlen, darf nicht zum Ersatz des priesterlichen Dienstes werden oder ihn sogar als optional erscheinen lassen“. Die Herstellung synodaler Strukturen nannte er explicit nicht. Hier benennt der Präsident den falschen Zeugen.

·         „Wenn ein synodales Gremium geschaffen werde so sagte Sternberg, sei die Repräsentativität der entscheidende Punkt“. Das stimmt nicht, da es in der Kirche und ihrer Lehre immer um Wahrheitsfindung geht, sind  Beurteilungfähigkeit in der Sache und nicht tumbe Repräsentativität gefragt.

 

·         Sternberg sagte: "Wir brauchen in Deutschland eine synodale Kirche". Der Begriff synodale Kirche ist  unbestimmt und jeder kann unter dieser Forderung verstehen, was er will. Die Vokabel Synode stammt aus dem Altgriechischen (σύνοδος sýnodos ‚Zusammenkunft, gemeinsamer Weg‘), wird im Lateinischen mit consilium (besser bekannt unter dem Lehnwort Konzil) übersetzt und kann Unterschiedliches beinhalten:

1.     Konzil, als Versammlung von Bischöfen nach dem Verständnis der katholischen Kirche mit dem Ziel einer Besprechung der bischöflichen Gewalten, der Lehre, der Kirchenleitung und der Heiligung.

2.     Synode kann ein konstitutionelles Gremium aus gewählten Laien und Geistlichen in manchen nachreformatorischen Kirchen sein.

3.     Heiliger Synod  als ein Leitungsorgan in manchen Ostkirchen

4.     Bischofssynode, ein Gremium der römisch-katholischen Kirche als Beratungsorgan des Papstes.

5.     Sehr erstaunlich ist die Tatsache, dass Herr Sternberg vom ZDK von einer Gruppierung spricht. Nach diesem Selbstverständnis kann Herr Sternberg als Präsident dieser Gruppierung nur für seine Gruppierung und nicht repräsentativ für die katholischen Laien sprechen. Er vertritt demnach nur eine Unterklasse einer übergeordneten Organisation. Wir sind dem Präsidenten für seine Klarstellung sehr dankbar.

Die Forderungen von Sternberg hinterlassen unter diesen Umständen nur ein ungläubiges Staunen. Und er muss sich einer sehr entscheidende Frage stellen, wie will er  seine „Synode“ eigentlich legitimieren? Demokratisch? Wohl eher nicht. Denn das kann noch nicht einmal seine eigene Organisation das ZdK von sich behaupten.  Aus dem Kirchenrecht? wohl auch nicht. Und es gibt eine weitere Frage, die er beantworten muss, wem soll diese Synode denn nutzen?

Es verbleibt nur eine konsequente Forderung und Empfehlung an den ZdK Präsidenten die Worte der Abschlusspredigt des Papstes anlässlich des ad limina – Besuches zu beherzigen und „die katholische Lehre in Deutschland zu bewahren und das Glaubensleben zu fördern. Dies betreffe eine Neubelebung des Sakramentenempfangs in den Gemeinden, insbesondere Beichte, Firmung, Ehesakrament und Eucharistie. Nur so kommen wir zu einer Reform, die den Namen auch verdient. Mit der Umsetzung dieser Forderung könnten sich Herr Sternberg und sein Gremium echte Meriten verdienen.

Der Arbeitskreis für Katholiken

Dr. Fasen am 13.03.2016

Zuschriften an: katholikenkreis@gmx.de