Mediale Meinungsmache gegen die Kirche mit unlauteren journalistischen Methoden    (29.05.2013)

Neben den antikirchlichen Leitmedien SPIEGEL und stern, Süddeutsche und Frankfurter Rundschau zetern auch Regionalzeitungen gelegentlich gegen die Kirche: im Folgenden Beispiele aus der Frankfurter Neuen Presse bzw. NNP  für Nachrichtenmanipulation und Verschludern journalistischer Grundsätze.

Bei einer repräsentativen Befragung bekannte sich 76 Prozent aller Journalisten, die eine Parteipräferenz angaben, zu den beiden Linksparten SPD und Grüne. Daher ist der Linksdrall des Medien-mainstreams nicht überraschend.

Die linksideologischen Journalisten neigen dazu, aus der Überzeugung ihrer eigenen Gutmenschlichkeit ein Sendungsbewusstsein für eine bessere Welt zu entwickeln. Daher halten sie es mit dem wahrheitsgemäßen Publizieren nicht so genau, sondern billigen das bewusste Hochspielen von Informationen, die ihre eigene Sichtweise stützen. Das Zurückhalten, Verkürzen und Verdrehen von Informationen von  Gegenpositionen erachten sie umgekehrt für legitim, da diese nach ihrer Meinung nicht zur Verbesserung der Welt beitragen. Solche euphemistischen Rechtfertigungsansichten von  Informationsverzerrungen nannte man früher treffend Nachrichtenmanipulation.

In schärfster Gegnerschaft stehen die links-grünen Journalisten zu den glaubenstreuen Positionen und Personen der Kirche. In Kulturkampfmentalität agitieren die giftgrünen taz-Redakteure gegen Religion und Kirche. Als antikirchliche Leitmedien zetern SPIEGEL und stern, Süddeutsche und Frankfurter Rundschau in periodischen Kampagnen gegen die Kirche.

Aber auch bei den Regionalzeitungen warten latent antikirchliche Redakteure auf Gelegenheiten, die Kirche in Verruf zu bringen. Dazu bedienen sie sich der unlauteren Mittel von Nachrichtenmanipulation, die oben angesprochen sind. Diese tendenziöse Berichterstattung kommt auch im Verschludern und Verletzen von journalistischen Grundsätzen zum Ausdruck: 

Parteinehmende Kommentare im Berichtsformat

Am  11. 10. 2012 erschien in der Frankfurter Neuen Presse  ein Artikel unter dem Kürzel „wa/jl“ mit der Überschrift: „Bistum und gekündigter Mitarbeiter einigen sich“. Darin werden zwei Mal die Kündigungsgründe des Bistums gegenüber dem Theologen Patrick Dehm aus Frankfurt korrekt mit „angeblich“ eingeleitet: wegen einer ‚abfälligen Bemerkungen über den Limburger Bischof’ sowie einer ‚Kompetenzüberschreitung bei Sanierungsarbeiten’.

Im nächsten Satz dagegen stellen sich die Redakteure trotz Berichtsformat des Artikels einseitig und parteiisch, kommentierend und interpretierend auf die Seite des Gekündigten, indem sie einen Bittbrief von 61 Mitarbeitern an den Bischof zur Rücknahme der Kündigung als „Welle der Empörung“ aufbauschen. Gleichzeitig werden die parteinehmenden Meinungen dieser Leute zu Herrn Dehm und seiner Arbeit als Tatsachen hinstellen: Die qualifizierende Charakterisierung des Gekündigten als „verdienter, beliebter und kompetenter Mitarbeiter“ wird weder mit „angeblich“ eingeleitet noch als Zitat oder in indirekte Rede als Meinungen der Dehm-Unterstützer kenntlich gemacht. In dieser Form wird den Lesern eine parteiische Personenbewertung als objektive Tatsache untergejubelt. Damit werden journalistische Grundregeln im Sinne einer einseitigen Stimmungsmache zu Lasten der Kirche aufgegeben.

Meinungsmache zu Lasten der Kirche mit unlauteren journalistischen Methoden

Auch in einem weiteren Zeitungsbericht werden die publizistischen Grundsätze einer ausgewogenen und fairen Berichterstattung verletzt. In einem längeren Beitrag vom 22. 9. 2012 kocht ein FNP-Artikel unter der Überschrift: „Verlorene Kindheit“ eine ‚neue’ Kinderheim-Geschichte aus den 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts auf.

Es geht dabei um den Fall des Alexander Homes’, der in einer Publikation die als Kind erfahrene Züchtigungspädagogik im katholischen Kinderheim St. Vincenzstift Aulhausen beklagt.

Im Berichtsformat wird einseitig-kommentierend Stimmung gemacht

In diesem Zeitungsbeitrag stellt sich der Redakteur ebenfalls einseitig-interpretierend auf eine Seite der Konfliktparteien: Die erkennbar übertriebenen Behauptungen und Folgerungen des  ehemaligen Heimkindes werden als unhinterfragte Tatsachen präsentiert. Dagegen stellt der Journalist die Aussagen der kirchlichen Vertreter als unwahr oder unglaubwürdig hin.

Dabei geht der Redakteur nach der längst widerlegten Theorie vor, dass  Misshandlungserfahrungen in der Kindheit das spätere Leben deterministisch bestimmen würden. So will er bei dem ehemaligen Heimkind aus dem Abbrennen des Zigarettenpapiers erkannt haben, was dem vor 45 Jahren „tief in die Seele eingebrannt“ worden wäre.

Der Zeitungsmann beschränkt sich nicht auf die Darstellung von beobachteten, erfahrenen und recherchierten Tatsachen, sondern spielt sich gleich in den ersten Sätzen als Fachmann für tiefenpsychologische Biographiedeutung auf, die er als Tatsache vorspiegelt: Das Leben im katholischen Kinderheim St. Vincenzstift – „das hat ihn zerstört“.

Es ist ein Gebot von sachorientiertem und fairem Journalismus, für die 60er Jahren des letzten Jahrhunderts festzuhalten, dass die Züchtigungspädagogik in allen verbandlichen und staatlichen Erziehungsinstitutionen üblich war und von den damaligen pädagogischen Autoritäten gerechtfertigt wurde. In den neun Heimen des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen wurden von 1953 bis 1973 etwa 17.000 Kinder „eingesperrt, geschlagen und gedemütigt“ – so eine neuere Studie der Universität Kassel. Ähnliche Ergebnisse zeigten in den letzten Jahren verschiedene offizielle Kommissionsberichte zu der Heimerziehungspraxis der 50er und 60er Jahre – und zwar durchgehend sowohl bei konfessionellen und freien Trägern wie auch bei staatlichen Heimen in West- und Ostdeutschland. Das sollte auch einem nach 1968 sozialisierten Journalisten bekannt sein. Doch der blendet diesen damaligen Kontext gesellschaftlicher Akzeptanz offensichtlich bewusst aus, um die kirchlichen Anstalten in Verruf zu bringen.

Von den katholischen Schwestern wird ausschließlich ein Bild von Prügel-Nonnen vermittelt

In diesem Fall stellt der Zeitungsmann unkommentiert die maßlosen Vorwürfen des ehemaligen Heimkindes Homes in den Raum: Durch die Nonnen hätten „Gottes aggressive Hände und Füße ihn geprügelt und getreten“ – zitiert der Redakteur die verstiegenen Anwürfe des inzwischen 53ährigen Homes. Abgesehen von dem blasphemischen Charakter der Aussage, vermittelt der Artikelschreiber einseitig ein Bild der Heimschwestern ausschließlich als Prügel-Nonnen. Die Arbeit der katholischen Schwestern im St. Vinzensstift Aulhausen, die sich damals selbstlos um verwahrloste und schwer erziehbare Kinder kümmerten, wird damit unter den Tisch gekehrt.

Es ist sicherlich eine journalistische Option, sich in die leidvollen Erfahrungen eines ehemaligen Heimkindes einzufühlen und dessen Deutung wiederzugeben. Aber wenn diese Person ihre subjektive Wertung als Waffe zum Generalangriff gegen andere Menschen und Institutionen nutzt, dann ist es journalistische Pflicht, auch die Perspektive und Wahrheit der anderen Seite in den Blick zu nehmen und zu vermitteln. Von einem seriösen Journalismus sollte man bei umstrittenen Themen und Meinungswiedergaben ausgewogene Berichterstattung erwarten können.

Orientierung am kirchenfeindlichen Boulevard-Journalismus?

Es scheint so, als wenn sich der NNP-Redakteur in Stil und ideologischer Ausrichtung an dem Buch „Schläge im Namen des Herrn“ des SPIEGEL-Redakteurs Peter Wensierski orientiert hätte. Der ZerrSPIEGEL-Journalist hat in vielen Magazin-Beiträgen bewiesen, dass er es bei Artikeln zu kirchlichen Themen mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Er scheint seine Recherchen mit dem Ziel zu betreiben, Bischöfe und Kirche anzuschwärzen, was auf diesen Seiten im Herbst 2012 in mehreren Beiträgen nachgewiesen wurde. Wensierski geht bei dem Misshandlungsthema in dreifacher Weise parteiisch und ideologisch vor, wenn er den Eindruck vermittelt, dass die von ihm dargestellten unbezweifelten Einzelfälle erstens überproportional in kirchlichen Einrichtungen vorgekommen wären, zweitens die Misshandlungen systembedingte Ergebnisse der Kirche wären und drittens die Mehrheit der Heimkinder in kirchlichen Einrichtungen misshandelt worden wären.

Von zahlreichen Vereinigungen ehemaliger Heimkinder sowie von mehreren Studien wird dagegen bestätigt, dass bei der überwältigenden Mehrheit der 800.000 ehemaligen Heimbewohner zwischen 1945 und 1975 gelungene Erziehung und positive Erinnerungen an die Heimzeit die Regel ist. Darin stimmt auch der ‚Runde Tisch Heimerziehung’ überein, der in seinem Abschlussbericht vom 19. 1. 2011 feststellt: Eine „pauschale Verurteilung der Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren ist nach Ansicht des Runden Tisches nicht gerechtfertigt“. Eine seriöse Zeitung sollten sich an diesen Realitäten orientieren und nicht an dem kirchenfeindlichen und ideologielastigen Boulevard-Journalismus eines SPIEGEL-Redakteurs.

Auch bei den folgenden Missbrauchs-Verdächtigungen - die andere Seite wird nicht gehört und dargestellt

Mit der strengen Züchtigungspädagogik an schwierigen Heimkindern, die heute mit dem Wort ‚Misshandlungen’ belegt wird,  bringt der NNP-Journalist anschließend den Verdacht von ‚Missbrauchsfällen’ in Verbindung, von denen jedoch Homes nicht betroffen war:
Der damalige Heimdirektor Rudolf Müller soll Kinder und Angestellte missbräuchlich bedrängt haben. Den Schatten dieses nie verifizierten Vorwurfs von Missbrauch will der Zeitungsschreiber schließlich auch dem Nachfolger von Müller anhängen, Dr. Franz Josef Kaspar, dem derzeitigen Generalvikar im Bistum Limburg. Der Journalist wirft dem ehemaligen Heimdirektor Dr. Kaspar – mit den Worten von Homes – Lüge und Vertuschung vor. Entlastende Tatsachen gegen den Verdächtigten blendet der Einseitigkeitsschreiber wiederum aus:
Das Bistum Limburg informierte am 16. 9. - also eine Woche vor dem NNP-Artikel - darüber, daß Dr. Kaspar als Heimdirektor schon frühzeitig an der Abschaffung der Züchtigungspädagogik gearbeitet und eine Reform der Heilerziehungspflege eingeleitet habe. 

In der Position des Limburger Tageszeitungsmonopols gegen die Kirche?

Dieser einseitig-parteiische Journalismus zu Lasten der Kirche, wie an diesen beiden Artikeln aufgezeigt, lässt sich als Tendenz seit einigen Jahren  bei der NNP-Berichterstattung zu kirchlichen Themen feststellen. (Davon müssen jedoch die Artikel zu der Dombergbebauung durch den NNP-Chefredakteur im letzten Jahr ausgenommen werden.) Der unkritische Einseitigkeitsjournalismus wiegt umso schwerer, als die NNP im Altkreis Limburg die Position eines Tageszeitungsmonopols einnimmt. Da eine publizistische Gegenposition in der Region fehlt, ist somit die gesellschaftliche Pflicht der NNP für eine ausgewogene Informierung der Öffentlichkeit in kirchlichen Fragen umso dringender.

Selektiver Einseitigkeitsjournalismus

Dazu kommt noch ein Weiteres: In vielen NNP-Artikeln zu Bischof und Kirche werden die Standpunkte und Wertungen von kirchlichen Minderheiten herausgestellt, meistens unkritisch übernommen und auf diese Weise ebenfalls wieder eine parteiische Meinungsmache gegen die Kirche betrieben. Bei Darstellungen von Laien-Aktivitäten nehmen die NNP-Berichte von Veranstaltungen und Meinungen der kirchlich randständigen Gruppe „Wir sind Kirche“ einen unverhältnismäßig breiten Raum ein. Die positive Arbeit der Mehrheit der katholischen Laien in den zahlreichen  Pfarrgemeinderäten, synodalen Ausschüssen, pfarrlichen Aktionsgruppen und kirchlichen Vereinen wird dagegen nur marginal gewürdigt. In der Gesamtwirkung wird dadurch der Öffentlichkeit das Bild vermittelt, als wenn diese Randstimmen und Minderheitenmeinungen die Mehrheit der Katholiken repräsentieren würden. Diese Art von selektiver Zeitungsmeinungsmache läuft auf eine Täuschung der Leserschaft hinaus.

Auch über die katholischen Pfarrer in Stadt und Land berichtet die Limburger Regionalredaktion einseitig-selektiv. Zu dem ehemaligen Eschöfer Pfarrer Hubertus Janssen setzte die NNP allein im Jahr 2012  neun eigene Artikel an. Über die aufopferungsvolle Arbeit anderer Priester wie Janssens Nachfolger Pfr. Friedhelm Meudt, der als Leiter von mehreren Gemeinden ein Vielfaches an pfarrlicher Arbeit schultert, wird dagegen unverhältnismäßig wenig berichtet. Sollte diese publizistische Nichtbeachtung durch die NNP damit zusammenhängen, dass Pfr. Meudt eher ein glaubens- und kirchentreuer Pfarrer ist?

Die publizistische Hervorhebung von Pfr. Janssen dagegen ist anscheindend in dessen randständiger Kirchenposition als Mitglied von „Wir sind Kirche“ sowie seinen Reden und Aktivitäten gegen den Limburger Bischof und die Deutsche Bischofskonferenz zu suchen – etwa mit Janssens demonstrativer Unterstützung des Vereins ‚Donum vitae’, der gegen die Weisung der Bischöfe und Lehre der Kirche arbeitet, indem er nach Schwangerschaftsberatungen Berechtigungsscheine für ‚rechtswidrige’ Abtreibungen ausstellt.

Zu Pfr. Janssens Aktivitäten und Ansichten vom Rande und teilweise außerhalb der Kirche stellt die NNP-Redaktion nie kritische Fragen, sondern bejubelt alles bedenken- und kritiklos. Die  Provinzjournalisten vermitteln den Eindruck, über die von ihnen beherrschte Publikationsschiene Kirchenpolitik machen zu wollen, indem sie einer linksbürgerlichen Interpretation von Kirche und Konzil das Wort reden.

Darüber hinaus fördert die NNP bedenkliche Haltungen und Verhaltensweisen eines kirchlich beauftragten Amtsträgers a. D., der sich öffentlich seiner Illoyalität brüstet und Verleumdungen gegenüber seinem Bischof und ehemaligem Dienstherrn ausstreut. Bei einer Versammlung von „Wir sind Kirche“ Ende September 2012 verbreitete der Diözesanpriester Janssen öffentlich abfällige Äußerungen über seinen Ortsbischof: Mons. Franz-Peter Tebartz-van Elst sei eine „labile Persönlichkeit“. Die Reden und Predigten des Limburger Oberhirten enthielten nichts als „Sprechblasen“, es sei nichts Verbindliches dahinter.
Man sollte sich mal situationsanaloge Illoyalitäten und Abfälligkeiten im öffentlichen Raum in großen Institutionen vorstellen – etwa wenn ein kürzlich verrenteter Redakteur über seinen Chefredakteur öffentlich herzöge, der sei eine ‚labile Persönlichkeit’ und produziere in seinen Zeitungsbeiträgen nur ‚Sprechblasen’ oder wenn ein pensionierter Lehrer Vergleichbares über seinen ehemaligen Schulleiter öffentlich sagen würde. Eine Zeitung würde sich mit der Publizierung solcher Verleumdungen selbst der Rufschädigung schuldig machen.  

Mit solcher einseitiger Kritik an Bischof und apostolischer Kirche einerseits und dem unkritischen Beklatschen modernistischer Randstimmen andererseits betreibt die Limburger NNP-Redaktion gelegentlich Tendenz-Journalismus. Diese publizistische Verzerrung zu Lasten der römisch-katholischen Kirche wird noch deutlicher auf dem Hintergrund, dass in Beiträgen über die anderen relevanten Religionsgemeinschaften in der Region wie Muslime, Juden und Protestanten vorwiegend bis ausschließlich Positives berichtet wird.

Die NNP-Redaktion versucht eine journalistische Fehlleistung von FAZ/Rhein-Main zu übertreffen

Am 27. Januar 2012 ging die NNP mit einem Gerücht der Frankfurter Allgemeinen auf publizistischen Stimmenfang: Der FAZ-Regionaljournalist Stefan Toepfer hatte den Bischof  zwei Tage vorher verdächtigt, in dessen Buch „Werte wahren – Gesellschaft verändern“ mehrfach Texte ohne Zitierung abgeschrieben zu haben. Zum damaligen Zeitpunkt wusste der Redakteur schon, dass die Ähnlichkeit von Textpassagen in Vorträgen des alten und des neuen Bischofs auf die Textvorlagen des gleichen Redenschreiber zurückgingen – nämlich von Dr. Caspar Söling, Fachmann in bioethischen Fragen. Es war praktisch eine Selbstentlarvung, als Toepfer anschließend in einem Kommentar von einem „Verdacht des Plagiats auf den ersten Blick“ sprach, aber gleichzeitig  und gezielt die Assoziation der „Guttenberg-Affäre“ ins Spiel brachte:  
Wenn ein Redakteur bei einer Verdachtshypothese tiefergehende Recherchen vermeidet, um aus dem ersten oberflächlichen Verdachtsmoment Verleumdungsgift zu saugen und publizistisch zu verspritzen, dann gerät er selbst in den Verdacht von unseriösem Journalismus. Hinter der FAZ/Rhein-Main-Redaktion steckt anscheinend kein kluger Kopf mehr.

Was aber zwei Tage später die Redaktion der Nassauischen Neuen Presse aus diesem Skandalisierungsansatz Toepfers machte, übertraf noch das Machwerk des FAZ-Journalisten: Dem (untenstehende) Artikel vom 27. 1. kann man die Tendenz zum Rufschädigungsjournalismus kaum absprechen. Die Zentralredaktion hat wohl aus diesem Grund das blamable Limburger Redaktionsdokument aus dem elektronischen Archivbestand gelöscht(*). Damit will man anscheinend dieses peinliche Beispiel redaktioneller Fehlleistungen unter den Teppich kehren, ohne solche journalistische Schändlichkeiten aufzuarbeiten. Denn obwohl der Limburger Oberhirte mehrfach den „diffamierenden“ Kampagnen-Journalismus der Regionalmedien gegen Person und Amt des Bischofs beklagte, hat man von Seiten der NNP/FNP nichts von einer Entschuldigung oder journalistischer Korrektur gelesen. Als entsprechender Anstoß für die FNP-Verantwortlichen sowie im Sinne einer öffentlichen Transparenz sei hier das versenkte Dokument in Papierformat-Kopie erneut zur Information und Diskussion gestellt:

Die NNP-Redakteure konnten sich über den wahren Sachverhalt informieren, wollten es aber offensichtlich nicht

Die Limburger Zeitungsleute konnten und mussten zum Zeitpunkt der Passantenbefragung (26. 1.) wissen, dass die Plagiatshypothese nicht mehr haltbar war. Bei einer Nachschau zu den Meldungen des bischöflichen Presseamts hätten sie schon am Abend des 25. 1. detailliert erfahren können, dass der neue Bischof nicht vom alten abgeschrieben hat, sondern beide ähnliche Vorlagen vom gleichen Redenschreiber verarbeitet hatten. Aber offensichtlich wollte die NNP-Redaktion aber gar nicht dem Verdacht mit Recherchen auf den Grund gehen, sondern im Gegenteil in der Meinungsmache-Küche mit publizistischen Scharfmacher-Geri/üchten die öffentlichen Plagiatsverdächtigungen gegen den Bischof am Köcheln halten.

Den befragten Passanten wurde nicht der Stand der Wahrheit vermittelt, sondern die Tatsache eines bischöflichen Plagiats vorgetäuscht

Die Überschrift des Artikels „Ein Limburger Plagiat?“ verrät die unlautere Intention der Redakteure: Das suggestive Signalwort ist zweifellos der Begriff „Plagiat“, das damals in der ‚öffentlichen Meinung’ aufgrund der lang andauernden Medienveröffentlichungen zu den Plagiatsvorwürfen gegen den damaligen Ministers Karl-Theodor zu Guttenberg noch sehr präsent war. Mit der Attributisierung des Plagiatswortes durch „ein Limburger“ sollte offensichtlich das damals erwiesene Plagiatsurteil gegen zu Guttenberg auf den Limburger Bischof übertragen werden. Das Fragezeichen am Schluss der Überschriftenphrase fungiert dabei lediglich als journalistisches Feigenblatt, denn für den flüchtigen Normal-Leser bleibt der plakative Eindruck einer Tatsachenbehauptung vom „Limburger Plagiat“ im Sinn. Diese intendierte Wirkung der redaktionellen Aussage zeigt sich auch in den Antworten der angesprochenen Passanten:
Aus den Äußerungen aller sechs Befragten geht hervor, dass sie von dem Faktum eines Plagiats durch den Bischof ausgingen. Demnach vermittelte der NNP-Journalist schon bei der Befragung nicht eine fragliche oder fragile Verdachtshypothese, sondern eine feststehende Tatsachenbehauptung, die er im später publizierten Artikel erneut suggerierte.

Wenn der Artikelschreiber die veröffentlichten Passanten-Aussagen damit einleitet, dass die Befragten sich zu den Plagiats-„Vorwürfen“ gegen den Limburger Bischof geäußert hätten, dann zeigt das ebenfalls sein hintersinniges journalistisches Vorgehen: Denn da die Passanten kaum davon ausgehen konnten, dass man von ihnen - dem Wortsinn entsprechend - zu der Berechtigung des Plagiat-Vorwurfs eine Einschätzung erwartete, mussten sie glauben, dass der Zeitungsreporter ihre Meinung zu dem als bewiesen unterstelltem Plagiat hören wollte.

Die NNP-Redakteure hörten die Vorurteile, die sie hören wollten

Von den so hinters Licht geführten Befragten hörte  der NNP-Journalist dann die Vorurteile, die er anscheinend von vornherein im Sinn hatte:
„Der Bischof sollte – wie von Guttenberg – zurücktreten.“ Oder: „Was der Bischof predigt, lebt er nicht vor.“ Oder: „Menschlich ist das nicht gut.“

Es widerspricht dem Grundsatz eines transparenten journalistischen Vorgehens, dass der NNP-Redakteur den ahnungslosen Passanten direkt oder indirekt eine solche Plagiats-Tatsachenbehauptung vermittelte. Als am nächsten Tag die NNP kleinlaut bzw. kleinformatig – im Umfang etwa ein Drittel des Plagiatsartikels - zugab, dass „der Bischof nicht abgeschrieben“ habe, da musste den Befragten ein Licht aufgehen, dass sie für eine öffentliche Kampagne zur Stimmungsmache gegen den Bischof schamlos benutzt und durch die Befragung hinters Licht geführt worden waren.

Nach der offiziellen Vorstellung des Bischofsbuches durch den bischöflichen Autor würdigte die Zentralredaktion der FNP (Dr. Dieter Sattler) in einem fairen und sachlichen Bericht vom 2. Februar die Publikation des Bischofs und dessen Erläuterungen zu seinen Perspektiven.

Eine Woche später: Die Leser werden erneut hinters Licht geführt

Aber noch eine Woche später griff die FNP-Regionalausgabe „Höchster Kreisblatt“ den inzwischen vollständig entkräfteten Plagiatsvorwurf gegen den Bischof erneut auf - offensichtlich mit der Intention, um die erloschene Rufschädigungsdiskussion durch die Zeitung wieder anzufachen:
„Hat der Limburger Bischof nicht korrekt zitiert? Ein neues Buch von Franz-Peter Tebartz-van Elst wirft Fragen auf. Es handelt sich um Passagen eines Textes seines Vorgängers…“
Die Frankfurter Vorstadtredakteure schrieben so, als wenn sie die aufklärenden und den Bischof vollständig entlastenden Berichte nicht zur Kenntnis nehmen wollten. Es scheint, dass in manchen Redakteursstuben ein reflexhaftes Ressentiment aufbricht, wenn das Thema Bischof ansteht…..

 

Ein weiteres versenktes Zeitungsdokument der Kirchen-Verleumdung

 (*) Die Frankfurter Neue Presse hat noch einen weiteren Artikel journalistischer Schändlichkeit aus dem elektronisch verfügbaren Zeitungsarchiv verschwinden lassen. Während der Medien-Missbrauchskampagne beteiligte sich im Frühjahr 2010 auch die FNP mit maßlos aufgebauschten und skandalisierenden Meldungen an dem medialen Kesseltreiben gegen die katholische Kirche. Höhepunkt dieser im Ergebnis verleumderischen Medienkampagne war ein Interview der Frankfurter Neuen Presse mit dem greisen Oswalt Kolle, der seit 40 Jahren als ordinärer Sexapostel bekannt war. In dem am 9. März 2010 abgedruckten Interview stellte der Gossenaufklärer alle katholischen Priester unter Generalverdacht der Pädokriminalität:
„ … die Priester sind Priester geworden, damit sie leichter an Kinder herankommen können mit ihrem priesterlichen Gehabe. Ich sag’ immer, die Soutane ist deshalb so groß, weil sich darunter so leicht Zwölfjährige verbergen lassen“.

Mit der Löschung des Interview-Artikels  glaubt die FNP wohl, diese redaktionelle Hochnotpeinlichlichkeit vergessen lassen zu können. Aber die dauerhafte Rufschädigung von tausenden katholischen Priestern bei hunderttausenden FNP-Lesern kann mit einem Klick auf die Löschtaste nicht beseitigt werden.

Wird die FNP Zivilcourage zeigen?

Es ist offensichtlich ein Systemmangel in unserem Medienwesen, dass die Zeitungen und Zeitschriften zwar vielfach über Fehler und Mängel von anderen Menschen und Institutionen berichten und richten, aber die Fehlleistungen der Medien selbst von keiner Instanz ernsthaft kritisiert und gerügt werden. Auch untereinander hackt eine Medienkrähe der anderen kein Auge aus. Um es in politischen Kategorien auszudrücken: Die Presse als sogenannte ‚vierte Gewalt’ kritisiert und kontrolliert zwar alle anderen Gewalten, hat aber selbst keine kontrollierende Gegenposition von Gewicht.
Ein Ausweg aus diesem Systemdilemma wäre einerseits ein Mediengesetz, das die Presse gesetzlich auf wahrheitsmäßige Berichterstattung und entsprechende Widerrufe verpflichtet und sanktioniert. Die Erfahrungen mit dem Finanzmarkt zeigen, dass die Freiheit von Macht-Gruppen im Sinne des Gemeinwohls eingeschränkt werden muss. Ordo-liberal formuliert: Man muss den Medienmarkt regulieren.
Besser wäre natürlich eine Selbstregulierung der Medien im Sinne einer pluralistischen Medien- und Meinungskonkurrenz. Aber aufgrund der heutigen Medien-Konzernstruktur sowie den Erfahrungen des gleichschrittigen Schwarm- oder Kampagnen-Journalismus’ der letzten Jahre hat diese Perspektive wenig Aussicht. Außerdem würde echter Medien-Pluralismus Zeitungsverleger und Redakteure mit Zivilcourage und Rückgrat erfordern, die bereit sind, auch längerfristig gegen den sich gleichschaltenden Medien-Meinungsstrom (‚mainstream’) zu schwimmen.
Schließlich könnte man von seriösen Medien erwarten, dass sie sich in einer Art Selbstreinigungsprozess in transparenter Selbstreflexion ihren eigenen Fehlern stellen und sie immer wieder auch öffentlich thematisieren. In diesem Fall der pauschalen Priester-Verleumdung könnte die FNP zumindest den Versuch machen, durch einen redaktionellen Artikel die beschädigte Ehre und den guten Ruf katholischer Priester wieder herzustellen. Eine solche Thematisierung gegen den antikirchlichen mainstream der Großmedien anzusetzen würde zweifellos Zivilcourage verlangen, doch das predigen die Medien lieber für andere, als dass sie es für sich selbst beherzigen.