Mißbrauch des Meinungsmonopols zu Unwahrheit und Beleidigungen

Die Frankfurter Neue Presse und der Regionalteil Nassauische Neue Presse versuchen den Bischof von Limburg, den katholischen Klerus und die gesamte Kirche fertigzumachen. Von Lutz Deister.

Er sei über die Kampagne einer großen Regionalzeitung enttäuscht, die ihn und die Kirche mit „beleidigenden und verletzenden“ Äußerungen attackiert. Das erklärte Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst von Limburg am 2. März bei einem Gespräch im Frankfurter ‘Haus am Dom’. Der Bischof meinte die Tageszeitung ‘Frankfurter Neue Presse’.

Sie hat sich seit dem Amtsantritt des neuen Limburger Bischofs zu einem eigentlichen Kirchenhaßmedium entwickelt.

Schon eine Woche später – am 9. März – übertraf das Schmierblatt die bischöflichen Kritiken, indem die Zeitung auf ein bisher nicht gekanntes unterirdisches Niveau absackte.

Die ‘Frankfurter Neue Presse’ druckte exklusiv und kommentarlos eine haßerfüllten Rundumschlag des Porno-Propagandisten und Gossenaufklärers Oswalt Kolle (81) gegen alle katholischen Priester ab. Die Zeitung präsentierte Kolles würdelose Ausfälle als „Hintergrundinformation“ zu den Mißbrauchsfällen.

Eigentlich sollte der Gossenaufklärer die Mißbräuche an dem libertären hessischen Vorzeigeinternat ‘Odenwaldschule’ für das Blatt kommentieren. Darum raunzte er zunächst artig einige Fäkalsprüche, zum Beispiel, daß sich die beschuldigten Lehrer der Odenwaldschule „einen Scheiß“ um die Kinder gekümmert hätten.

Doch dann kam Kolle zu seinem eigentlichen Anliegen: „So wie die Priester Priester geworden sind, damit sie leichter an Kinder herankommen können mit ihrem priesterlichen Gehabe. Ich sag’ immer, die Soutane ist deshalb so groß, weil sich darunter so leicht Zwölfjährige verbergen lassen“ – schwang Kolle Neonazi-Sprüche die sogar Reichs-Propagandaminister Joseph Goebbels († 1945) hätten erröten lassen.

Die Redaktion der Zeitung hat diese Passage, die mit dem Interview-Thema Odenwaldschule nicht das Geringste zu tun hat, ausdrücklich stehen lassen und abgedruckt. Deshalb muß man davon ausgehen, daß die kollektive Verleumdung aller katholischen Priester und die Verletzung ihrer persönlichen Ehre von der ‘Frankfurter Neuen Presse’ gewollt sind.

Es geht hier um einen gezielten Schlag gegen die Katholische Kirche. Niemals würde die Zeitung muslimischen Imamen ähnliche Motive unterschieben oder gar den Kaftan eines jüdischen Rabbiners so beschmutzen.

Die ‘Frankfurter Neue Presse’ ist schon länger zu einer „Plattform für persönliche Beleidigungen“ gegen den Limburger Bischof degeneriert. Zurecht kritisierte der Bischof, daß ihn die ‘Presse’-Journalisten „immer wieder in unsachlicher Weise angreifen, mit unredlichen Mitteln Meinungen schüren und nicht bei der Wahrheit bleiben“.

Schon ein halbes Jahr nach dem Amtsantritt von Mons. Tebartz-van Elst – im September 2008 – holte die Limburger Lokalredaktion im Regionalteil ‘Nassauische Neue Presse’ zum Rundumschlag gegen ihn aus:

Der Bischof von Limburg wurde als Büttel Roms diffamiert. Die Zeitung berief sich auf anonyme Denunzianten – angeblich illoyale Mitarbeiter aus dem Ordinariat. Anschließend gab der Artikel antikirchlichen Splittergruppen viel Raum für Kirchenhetze.

Die nächste Gelegenheit zum Schlag gegen die Kirche ergriff die ‘Nassauische Neue Presse’, als Mons. Tebartz-van Elst mit Zustimmung des Bistumssynodalrats die Ausnahmeregelung für Gemeindeleitung durch Laien nicht verlängerte. Die Limburger Regionalzeitung hofierte altliberalen Attacken und antikirchlichen Heckenschützen, die ihren Zorn gegen den Bischof und die Kirche kühlten.

In einem weiteren Artikel wurde die gezielte Lüge verbreitet, daß der Bischof alle pastoralen Mitarbeiten aus den Gemeinden entfernen wolle. Auch über die ‘Pastoralen Räume’ im Bistum sowie die bischöfliche Initiative „Bereitschaft zur Bewegung“ streute die Zeitung mehrfach Unwahrheit aus.

Seriösen Medien ist der nach einer Bischofsernennung übliche Amtswechsel eines Generalsvikars eine kurze Information wert. Im Limburger Fall war der Wechsel überfällig und wurde vom bisherigen Amtsinhaber ausdrücklich gewünscht. Doch die ‘Nassauische Neue Presse’ kochte daraus wieder eine giftige Schlangensuppe.

Ein als Bericht getarnter Kommentar vom September 2009 bestand ausschließlich aus Vermutungen, Gerüchten, Abwertungen, Spekulationen, Verdrehungen und Unwahrheiten.

Die Zeitung versuchte den ehemaligen Generalvikar gegen den neuen Bischof auszuspielen und verwendete dabei das Gegensatzpaar ‘synodal’ und ‘klerikal’. Dazu quirlte sich Redakteur Johannes Laubach die These aus dem Kopf, bei „internen Diskussionen“ würde „die Chemie“ zwischen Bischof und Generalvikar nicht stimmen.

Letzten November hämmerte Laubach wieder gegen den Bischof los. In einem Online-Bericht über eine Gesprächsveranstaltung zum Thema „40 Jahre synodale Gremien“ zensurierte er alle positiven Stellungnahmen über den Bischof. Damit wurde der Eindruck einer geschlossenen Front gegen diesen konstruiert.

Die ‘Nassauische Neue Presse’ nutzt ihr regionales Zeitungsmonopol aus, um mit miesen journalistischen Methoden Stimmung gegen den Bischof und die Kirche zu machen.

Die Wut der Zeitung beschränkt sich ausschließlich auf die Kirche. Über moslemische oder jüdische Gemeinden und Amtsträger wird unkritisch und wohlwollend geschrieben.

Erbärmlich sind diese antikirchlichen Angriffe auch auf dem historischen Hintergrund der Zeitungsgeschichte.

Die Vorgängerzeitung ‘Nassauer Bote’ verteidigte seit 1870 die Kirche gegen die staatlichen Willkürmaßnahmen des Kulturkampfs im preußisch-deutschen Obrigkeitsstaat. Bis zur Gleichschaltung im April 1933 war das Blatt die Zeitung des ‘Zentrums’ – ein regionales Bollwerk gegen den Nationalsozialismus, der fünf Jahre später zum Großangriff gegen die Kirche blies.

Der nationalsozialistische deutsche Propagandaminister Joseph Goebbels ließ damals in den Zeitungen die gleichen Verleumdungen drucken, mit denen die ‘Frankfurter Neue Presse’ oder die ‘Nassauische Neue Presse’ heute der Kirche unter die Gürtellinie schlagen. .