In die Falle gelaufen                                                 (02.03.2014, letzte Änderung 08.03.2014)

Der Limburger Bischof Tebartz-van Elst  ist in die Doppel-Falle des Domkapitels gelaufen, hat aber auch in drei Bereichen selbst Fehler gemacht. 

 

Daran gibt es nichts zu deuteln: Den Bau des neuen Bischofssitzes hat das Domkapitel beschlossen und auf den Weg gebracht. Im Jahre 2004 beschlossen die Domkapitulare, die Summe von umgerechnet 2,5 Millionen Euro aus dem Kirchensteuerhaushalt für das „Haus der Bischöfe von Limburg“ bereitzustellen. Während der Vakanzzeit beauftragte das Domkapitel einen Architekten mit der Ausarbeitung von ersten Plänen. Ende 2007 unterbreiteten einige Domkapitulare diese Zeichnungen von dem zukünftigen Bischofshaus auch dem designierten Limburger Oberhirten, Weihbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in Münster. Kurz nach der Einführung Tebartz-van Elst als Bischof von Limburg schrieb der damalige Generalvikar Günther Geis am 7. 2. 2008, das Domkapitel habe nach Rücksprache mit dem Bischof den Kostenrahmen für den Wohnhausneubau sowie die Sanierung des historischen Fachwerkhauses als Diensträume auf zwei Millionen Euro gedeckelt. Aufgrund der Planüberlegungen des Architekten wurde später eine Bausumme von 5,5 Millionen Euro fixiert. Daraufhin erhob sich ein Sturm der Entrüstung im Bistum gegen die Pläne des Domkapitels. Denn seit Anfang des neuen Jahrtausends hatten Bischof und Bistumsverwaltung den Kirchengemeinden einen langfristigen Prozess von „Sparen und Erneuern“ verordnet. Dazu schien der millionenschwere Bau eines neuen Bischofshauses nicht zu passen, auch wenn die Gelder zum größeren Teil aus dem Fond des ‚Bischöflichen Stuhls’ kommen würden. Das Domkapitel tat nichts, um die beiden Projekte zu vermitteln oder bei den Pfarrgemeinden und Gremien um Akzeptanz für das Dombergprojekt zu werben.

Diese zwiespältige Konstellation fand Tebartz-van Elst vor, als er im Januar 2008 als Bischof von Limburg eingeführt wurde. Der neue Oberhirte kümmerte sich zunächst um die pastoralen Perspektiven im Bistum angesichts von sinkenden Priester- und Gläubigenzahlen. Mit dem Hirtenbrief „Bereitschaft zur Bewegung“ zu Pfingsten 2008 brachte er den Prozess zur Neuordnung der pastoralen Räume auf den Weg, Danach wandte er sich den Plänen zur Dombergbebauung zu. Sein damaliger Generalvikar war der heutige Domdekan Dr. Günther Geis.

Das Domkapitel ließ mit dem beschlossenen Projekt der Dombergbebauung den neuen Bischof in eine doppelte Falle laufen:

1. Sie erwarteten vom Bischof als Bauherrn den soliden Neubau eines Hauses der zukünftigen „Bischöfe von Limburg“ sowie die gründliche Restaurierung der beiden historischen Häuser auf dem Domberg. Diese Bauprojekte sollten allerdings nur höchstens 5,5 Millionen Euro kosten.

Ein FAZ-Leser schreibt am 25. 10. 2013: „Jedem an der Planung des Neubaus und der Renovierung in Limburg Beteiligte musste vom ersten Tag an klar sein, dass – wollte man nicht einen Schlichtbau aus Fertigbauteilen errichten – mit zwei oder fünf Millionen Euro nichts auszurichten wäre.“

Heute weiß man, dass allein die Restaurierungsprojekte knapp 10 Mill. Euro verbraucht haben. Damals stand der Bischof vor dem Dilemma, entweder die Neubau- und Restaurierungsprojekte mit der gedeckelten Bausumme zu bewerkstelligen und damit halbe Sachen zu machen oder das Dombergprojekt gründlich anzugehen und damit den vorgegebenen Kostenansatz weit zu überschreiten. Für jede der beiden Alternativen war fundamentale Kritik vorprogrammiert.

Der Bischof entschied sich für den zweiten Ansatz: Die Neubaumaßnahmen von Wohn- und Gästezentrum sowie Amtskapelle sollten in schlichtem Äußeren, aber werthaltiger Baulichkeit eingepasst werden in den städtebaulichen Kontext von Dom und Altstadt, wobei die historischen Gebäude von Grund auf restauriert werden sollten. Dafür engagierte der Bischof einen der fähigsten Stadtbau-Architekten. Architekturexperten anerkennen heute das fertige städtebauliche Ensemble als eines der gelungendsten in Deutschland.

2. Dieser Ansatz beinhaltete aber eine deutliche Kostensteigerung, womit der Bischof in die zweite Falle getappt war:

Wenn die Pfarrgemeinden schon bei drei oder fünf Millionen Domberg-Bebauungskosten murrten, dann würde sich die Empörung mit Medienverstärkung bei  jedem Millionenschritt steigern lassen können. In diesem Sinne übernahmen SPIEGEL, bild & Co. die Aufpeitschung der Massen nach dem Motto: Friede den Katholiken-Hütten, Krieg dem Bischofspalast! 

Der Bischof entschied sich für die Strategie, die Kostenfrage bis zum Abschluss der Baumaßnahmen offen oder in der Schwebe zu halten – wohl in der Erwartung, dass das gelungene  Bauergebnis das beste Argument für die Baukosten sein würde. (So wie das neue Ordinariatsgebäude im Bistum Stuttgart-Rottenburg als „architektonisches Glanzlicht“ die Kosten von 40 Millionen vergessen ließ.) Als Generalvikar setzte der Bischof den erfahrenen Verwaltungsfachmann Dr. Franz Kaspar ein. Außerdem ließ er für den Vermögensfond des Bischöflichen Stuhls ein neues Statut erarbeiten, bei dem ein externes Gremium von Juristen und Finanzexperten das Domkapitel als Kontrollgremium ablöste, wie das in anderen Bistümern auch der Fall ist.

In dieser Hinsicht erscheint das Handeln des Bischofs insgesamt als schlüssig. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird auch die DBK-Prüfkommission an dem rechtlichen und finanziellen Verfahren der Dombergbebauung nichts an „Untreue und Verschwendung“ auszusetzen haben und möglicherweise nur marginale Kritikpunkte aufzeigen.

Somit wäre die ganze öffentliche Aufregung nichts als eine gehaltlose Empörungsblase opportunistischer Wutkatholiken und Kleriker, der Medienzirkus um den Limburger „Protzbischof“ somit als eine der üblichen Skandalisierungskampagnen der antikirchlichen Presse einzuschätzen.

Nicht ganz.

Der Bischof hat auf drei Ebenen Fehler gemacht.

  1. Er hat die vom Domkapitel gestellte Falle nicht erkannt, nämlich dass der Widerspruch zwischen dem Prozess ‚Sparen und Erneuern’ für die Gemeinden einerseits und den kostspieligen Ausgaben für den Bischofssitz andererseits zu Unmut führen oder als Agitationsmittel von anti-bischöflichen Kräften missbraucht werden könnte. Es wäre zur Vermeidung von Unmut notwendig gewesen, das Dombergprojekt  vorher in Diözese und Gemeinden ausreichend zu kommunizieren und zu bewerben. Der Bischof und seine Leute hätten gute Gründe dafür anbringen können, dass bei einer schrumpfenden Katholiken- und Gemeindezahl bei Baumaßnahmen in der Fläche gespart werden muss, und gleichzeitig das Jahrhundertprojekt ‚Diözesanes Zentrum am Dom’ eine Gemeinschaftsaufgabe ist, in die es zu investieren lohnt.

    Weil der Bischof und das Domkapitel die vorgängige Kommunikation und werbende Argumentation für das Projekt versäumten, musste sich das bischöfliche Presseamt nachher mit solchen „kleinkarierten Diskussionen“ (Limburgs Bürgermeister Richard) herumschlagen, ob die Amtskapelle gebraucht würde und ob sie so hoch, so spitz, so breit, außen so schwarz und innen so hell sein müsste. Der FAZ-Autor Bartetzko bezeichnete das „spektakuläre Gebäude“ als einen „Geniestreich“, zu dem Architekturkritiker zukünftig hinpilgern würden.
  2. Bischof Tebartz-van Elst hat die alt- und neo-liberalen Kräfte in Bistum und Ordinariat unterschätzt. Seit Kempfs und Kamphaus’ Zeiten hatten die liberalen Kirchenträumer ziemlich freie Hand in der Beliebigkeitsgestaltung von Liturgie und Katechese, Verkündigung und Verwaltung, wie erst kürzlich Kardinal Brandmüller eindrucksvoll aufgezeigt hat. In der Jugendabteilung des Ordinariats z. B. konnte eine Mitarbeiterin noch vor 10 Jahren in der Kirchenzeitung schreiben: „Ich träume von einer Kirche, in der sich der Papst abschafft.“ Zum Weltjugendtag in Köln erstellte dieselbe Abteilung eine 50seitige Zeitung, ohne das zentrale Jugendtagsmotto („Wir sind gekommen, um anzubeten“) auch nur einmal zu erwähnen, weil das den Jugendfunktionären nicht ins liberal-soziale Konzept passte. Kamphaus lobte das „Jugendteam“ dafür. Bischof und  Generalvikar Günther Geis hatten sich von einer gestaltenden Leitung des Bistums vielfach verabschiedet. Sie verstanden ihre Funktion nur noch als Moderatoren, als liberale Vermittler zwischen den divergierenden Kräften im Bistum.

Als die ultra-liberalen Kräfte beim neuen Bischof die ersten Anzeichen einer vorsichtigen Wende wahrnahmen, gingen die „Protagonisten der Kamphaus-Kirche“ (SPIEGEL) rasch in Konfrontationsstellung. Sie führten nach Wühlarbeit im Ordinariat einen Grabenkrieg gegen den Bischof. Insbesondere denunzierten sie die pflichtmäßige Aufgabe jedes Bischofs, seine Diözese nach Anhörung der Gremien wirklich zu leiten, als „autoritären Führungsstil“. Schon nach einem halben Jahr Amtszeit beherrschte eine Minderheit von „ungenannten Klerikern und Laien im Ordinariat“ mithilfe der regionalen Monopolzeitung NNP die öffentliche Meinung. Später nahmen einige Pastoral-Assistenten die Aufhebung des Pfarrstatuts zum Anlass, eine Hasskampagne gegen den Bischof zu starten.

In dieser brenzligen Situation auf der Kippe wäre es für den Bischof wichtig gewesen, zuverlässige Mitstreiter – gerade auch im Ordinariat – zu gewinnen – etwa solche Leute wie den jetzt vom Bischof ernannte neuen Generalvikar Rösch. Der Mitte 2009 berufene Generalvikar Dr. Franz Kaspar war zwar ein erfahrener Verwaltungsfachmann, doch wenig geeignet, im Ordinariat und Bistumsklerus für die glaubenstreue Gesundung des Bistums zu werben. Als Schulamtsdezernenten ernannte der Bischof Prof. Metz, der die Gewähr dafür bot, die guten Ansätze im Schulamt behutsam weiterzuentwickeln. Aber der Bischof ließ den Mann fallen, als der ohne Vorbereitung ein religionspädagogisches Neukonzept vorstellte und dafür massiv beschossen wurde.

Pfr. Albert Dexelmann hatte schon 2009 in einem internen Diskussionspapier den Bischof maßlos und zynisch angegriffen: Dessen Liturgie und Predigten seien „Hochglanzkitsch, der die leeren Worthülsen aufdesigned“. Der Wir-sind-Kirche-Pfarrer Hubertus Janssen setzte noch eins drauf, indem er den Bischof, seinen Vorgesetzten, als „labile Persönlichkeit“ beschimpfte. Damit lieferten die beiden Kleriker die Munition für die Lügen-Kanonade des SPIEGELs. Wenn solcherart Chef-Beschimpfungen in einer anderen gesellschaftlichen Institution vorkämen – etwa einem Betrieb, einer Behörde oder einer Zeitung -, dann würden die Betreffenden flugs zu einem Dienstgespräch vorgeladen. Nicht so bei Bischof Tebartz-van Elst: Das Dexelmann-Papier wurde archiviert, Pfr. Janssen konnte weiterhin – gehätschelt von der NNP – seine Gift-Sprüche in Richtung Bischof verbreiten.

Auch als der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz 2010 sein Protestantisierungsprojekt gegen Kirche und Konzil ankündigte, hätte der Bischof den ultra-liberalen Prälaten zurückpfeifen müssen.

Und was ist von dem hysterischen Geschrei des Direktors vom Haus am Dom zu halten, der kürzlich behauptete, der Bischof und sein Generalvikar würden „Angst und Schrecken bei seinen Mitarbeitern“ verbreiten?

Der Frankfurter Kirchenklüngel war schon unter Kamphaus ultra-liberal. Sogar der liberale Vorgängerbischof drohte einmal Disziplinarmaßnahmen an, als der Klerus mit den Protestanten eine Abendmahlsfeier mit Trauben und Käse veranstalten wollte. Bei Tebartz-van Elst fürchteten die Macher der Frankfurter Selfmade-Kirche, dass der Bischof den liberalen Klüngel ausheben würde. Er ließ sie leider gewähren. Der einzige Eingriff, die Kündigung von  Patrick Dehm als Mann aus der zweiten Reihe, war handwerklich schlecht vorbereitet und durchgeführt.

Wie wenig sich die Bistumsleitung gegen die Ultra-Liberalen durchsetzen konnte, zeigt das folgende Beispiel: Generalvikar Kaspar als Bischofsvikar für die Ordensleute war bei der Planung dabei, als der Ordensausschuss für die Kreuzwoche im September 2013 eine Woche vor der Bundestagswahl die SPD-Spitzenpolitikerin Heidemarie Wieczorek-Zeul als einzige Rednerin einlud. Er hätte allein schon aus politischen Gründen diese einseitige Linkslastigkeit des „Ordenstags“ stoppen müssen.

  1. Gegenüber den sieben  Medienattacken zeigte sich ein weiterer Schwachpunkt in der Aufstellung und Strategie des Bischofs: die Pressearbeit.

Als im November 2010 der SPIEGEL seinen Hetzartikel „Limburger Leidkultur“ veröffentlichte, verhielten sich Bischof und Presseamt zehn Tage lang weitgehend passiv. Das hilflose Hinnehmen der SPIEGEL-Lügen von Seiten des Bischofs und seinem Presseamt wirkte wie eine Einladung an die Regionalmedien, zu den Erfindungen des Hamburger Nachrichtenmagazins noch ein paar Lügen draufzusetzen: Die Nassauische Presse erfand weitere 10 Autoren zu dem „Brandbrief“-Text, der als „Gesprächsimpuls“ von einem einzige Pfarrer verfasst worden war. Hr-online log zu den zehn Phantom-Autoren noch 30 weitere Unterstützer hinzu.

Der Bischof äußerte sich erst nach Abflauen des Mediensturms und nannte die Presse-Kampagne gegenüber der Rhein-Zeitung „erschreckend und diffamierend“. Er wünschte sich von den Medien die „Rückkehr zur Sachlichkeit und zur Wahrhaftigkeit“ – ein frommer Wunsch, für den die Kulturkampf-Journalisten nur ein breites Grinsen übrig haben.

Die allzu defensive Pressearbeit Tebartz-van Elst’ war vielleicht sein größter Fehler. Der Bischof ist gegen die Verzerrungen und Verdrehungen, Halbwahrheiten und Lügen der Medien nie in die Offensive gegangen – wie das z. B. die süddeutschen Bischöfe Fürst und Müller bei ähnlichen Medienattacken taten, ganz zu schweigen von den schlagfertigen Reaktionen von Bischof Dyba.

Typisch für die blauäugige Sicht und den bräsigen Ton des bischöflichen Presseamts ist eine Erklärung zu der gnadenlosen SPIEGEL-Häme über den Indienflug von Bischof und Generalvikar.
Der Bischof ließ im August 2012, zehn Tage nach dem SPIEGEL-Artikel schreiben: Unter Berücksichtigung „der vom Bistum zur Verfügung gestellten Informationen“ sowie den „bekannten Fakten“ dürfte mit „ein wenig (gutem) Willen zu objektiver Berichterstattung ein solcher Text nicht zustande gekommen sein“ bzw. hätte „den Lesern eigentlich vermittelt werden können“, dass usw.

Als wenn der SPIEGEL von ‚gutem Willen’ gegenüber der Kirche geleitet oder diesbezüglich an „objektiver Berichterstattung“ interessiert wäre!

Statt offensiv und publizistisch den SPIEGEL der Lügen anzuklagen, ging der Bischof juristisch dagegen vor – und verhaspelte sich dann mit Aussagen wie: ‚Im Sinne der kirchenrechtlichen Bestimmungen bin ich Business Class geflogen.’ Das war zwar völlig korrekt für den, der es so verstand, wie es gemeint war. Aber der SPIEGEL wollte eben nicht verstehen, sondern sah im Gegenteil seine Chance, über eine versteckte Kamera-Aufnahme den Bischof per Anzeige öffentlich zu düpieren und so seine publizistische Skandalisierungsstrategie auf gerichtlichem Wege fortzusetzen.

Der Bischof hatte damals zwar öffentlich bekannt, dass sein Erster-Klasse-Flug nach Indien – wenn auch privat finanziert – ein Fehler gewesen sei. Bei der Wucht der medialen Stigmatisierung ging ein solches Fehler-Geständnis jedoch unter. In dieser Situation hätte der Bischof nur mit einer öffentlichen Geste Schadenbegrenzung erreichen können – wenn er etwa mit dem Fehler-Eingeständnis das Doppelte seiner privaten Upgrade-Kosten für das kirchliche Slum-Projekt gespendet hätte. Und die SPIEGEL-Kritiker aufgefordert hätte, ebenfalls tatkräftig eine Spende zu geben und nicht nur billige Häme zu verbreiten.

Als die Medien immer deutlicher merkten, dass dieser glaubenstreue Bischof sich ohne Gegenwehr zur Zielscheibe von Hass und Häme fertigmachen ließ, gab es bald kein Halten mehr für den Skandalisierungs-Zynismus der latent kirchenfeindlichen Medienmeute mit „sprungbereiter Feindseligkeit“, die schon Papst Benedikt XVI. leidvoll erfahren hatte.

Bei der letzten und breitesten Medienkampagne seit dem Sommer des letzten Jahres gab die Presse dem Bischof keinerlei  Chance mehr. Inzwischen hatten sich nicht nur der SPIEGEL und die bekannten kirchenfeindlichen Gazetten auf den Bischof eingeschossen, sondern auch bisher seriös geltende  Blätter begaben sich in die Niederungen des Boulevard-Journalismus. Die FAZ klotzte genauso gehässig gegen Tebatz-van Elst wie die Protz-Bildzeitung auf den Kirchenmann einprügelte. Der Frankfurter Stadtdechant zu Eltz nutzte das ZDF, um seinen vorgesetzten Bischof in die Pfanne zu hauen. Die ARD machte sich vor Millionen Zuschauern zum Lautsprecher von Wir-sind-Kirche-Hetzern und nannte den Bischof im laufenden Ermittlungsverfahren gegen  Anstand und Presseregel einen „Lügner“. Die „Hessenschau“ vom hr stellte den Bischof an den „Medienpranger“, indem sie ihn zu einem „gefährlichen Lügner oder Kranken“ erklären ließ. Zum Schluss führte sich das vergleichsweise kleine Medienorgan Nassauische Neue Presse, die regionale Monopolzeitung von Limburg, als Wadenbeißer auf, als der Bischof schon k.o.-geschlagen am Boden lag.

Papst Franziskus hatte erst kürzlich vor den „Waffen der Geschwätzigkeit und übler Nachrede“ gewarnt, mit denen andere Menschen „zerfetzt“ werden bis hin zum „Rufmord“. Solche Worte werden von den meisten Medien, die ansonsten den Papst hochjubeln, nicht verbreitet und erst recht nicht von ihnen selbst beherzigt für ihre Berichterstattung.

Die Medien haben einem der ihren wie Michel Friedman verziehen, als der wegen Kokainkonsum mit Zwangsprostituierten verurteilt worden war und bei 150 Tagessätzen als Vorbestrafter galt. Dem nicht vorbestraften Limburger Bischof wollen die Medien keine ‚zweite Chance’ geben.

- hdf -