Herrn Bischof                                                                     Frankfurt, den 11.02.2009

Prof. Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst

Limburg

 

 

Sehr geehrter Herr Bischof!

 

In der Frankfurter Rundschau vom 9. Februar 2009 ist unter der Überschrift “Erst Helau, dann Amen“, Untertitel: Närrischer Gottesdienst in Liebfrauenkirche begeistert Karnevalisten und Besucher ein Bericht über den ersten närrischen Gottesdienst zu lesen.

 

Es wird berichtet, dass im vollbesetzten Kirchenschiff erstmals nach 688 Jahren ein dreifach donnerndes Helau erklang.

Die neue Orgel intonierte statt Bach und Mozart den Narhalla- Marsch.

Der Bembel fand seinen Platz vor dem Altar;davor die Orden und eine Narrenkappe.

Der Predikt von Pater Romuald erfolgte in Reimen.

Der Predikt wird beendet „ich ruf’ euch zu, Ihr Herren, Damen, zuerst Helau und dann auch Amen“.

Das gefällt den Besuchern, sie gerieten laut Zeitung immer wieder ins „Schmunzeln“ und konnten- laut Pressebericht- „sich nicht wirklich sicher sein, ob sie gerade in der Kirche oder doch auf einer Kappensitzung sind“.

 

Natürlich: das Ganze „ökumenisch, aber durchaus mit vollständiger Liturgie“.

Was unter vollständiger Liturgie zu verstehen ist, wird dem Leser allerdings nicht mitgeteilt.

 

Die Gegenwart des gekreuzigten Christus stört anscheinend nicht. Auch das Kreuz nicht.

 

Diese erste „Faschingsliturgie“ fällt in Ihre Zeit als zuständiger Bischof von Limburg.

Immerhin sind Sie der Epi-skopus.

 

Zur Klarstellung: ich stamme aus dem Rheingau und verstehe, dass man in einer katholischen Gegend durchaus Fastnacht feiern kann- allerdings nicht in dem Haus Gottes.

 

Ich hoffe, Sie empfinden den gleichen Handlungsbedarf wie ich auch als gläubiger Christ.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Werner Rothenberger, Rektor a.D., Studienseminar