Die Kirche ist auf 12 Apostolinnen gebaut    (September 2010)

Eine feministische Ausstellung in der Frankfurter Pfarrkirche ‚Frauenfrieden’ verspottet Jesus Christus und verschandelt das Bild der Muttergottes.

Die LaiInnen der Bezirksversammlung Limburg hatten kürzlich – zum Ende des Priesterjahres – die Banalisierung des Priesterjobs gefordert, der auch von Verheirateten und Frauen erledigt werden könnte.
Nun bekommen sie feministische Schützenhilfe aus der Pfarrei „Frauenfrieden“ in Frankfurt-Bockenheim.
Dort haben sich einige Mitglieder der sogenannten ‚katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands’ in den Kopf gesetzt, die Kirche feministisch umzustülpen:
Sie wollen den „Zwangszölibat“ abschaffen, die Priesterehe einführen und auch die „Priesterweihe für Frauen“ erkämpfen.
Diese Stoßrichtung der Frauenkampagne gab Marianne Berberich, die Vorsitzende der Frankfurter Frauengemeinschaft, in der Kirchenzeitung des Bistums Limburg bekannt.
Die Kampagnefrauen der Pfarrei „Frauenfrieden“ verstehen sich darauf, einen Dauerkonflikt um Zölibat und Frauenpriesterinnen in die Kirche tragen wollen.
Dazu nutzen sie eine Ausstellung und verschiedenen Veranstaltungen, auf denen sie die Katholiken im Umkreis der Pfarrei aufhetzen.
Als erstes haben sie seit Juni den sakralen Raum der Pfarrkirche mit hässlichen Bildtafeln verschandelt.
An jeder der zwölf Kirchensäulen ist eine Tafel mit einer überlebensgroßen Frauengestalt aufgestellt.
Diese primitiv gemalten Figuren werden als „Apostelinnen, Diakoninnen und Prophetinnen“ der frühen Kirche betitel.
Damit sollen Gründung und Aufbau der Kirche auf den „Säulen“ der Aposteln umgedeutet werden auf die Basis von zwölf Phantasie-Apostelinnen.
Im Begleittext zur Ausstellung behauptet man, die zwölf biblischen Frauen hätten die gleichen Aufgaben und Beauftragungen als Priester, Gemeindeleiter und Missionare gehabt wie die von Christus eingesetzten Apostel.
Mit diesen bibelverdrehenden Thesen sollen die kirchenstürzenden Forderungen nach Priesterehe und Frauenpriestertum in die Kirche lanciert werden.
Dazu schreiben die antikatholischen Frauen die Bibel in ein feministisches Manifest um, das die Lehre der Kirche auf den Kopf stellt.
Diese Tendenz zeigt sich besonders an dem Bild und den  banalisierenden Texten zur Gottesmutter Maria.
Ein Blick auf die Ausstellungstafel „Maria“ lässt den ganzen Skandal erahnen:
Ein schlecht gemaltes Bild von einer Frau in Ballettschuhen und kurzem Rock sowie mit dickem Busen, Bauch und Po.
Die Kirchenväter beschreiben die Gottesmutter als „Schönste von allen“, von Tugend durchstrahlt, weil sie nicht von Sünde und Erbsünde verunstaltet ist.
Und selbst der protestantische Dichter Novalis sah „Maria in tausend Bildern lieblich ausgedrückt“.
Die altkirchlichen  Konzilien haben Maria als Gottesmutter und Gottesgebärerin ausgewiesen, die Kirche feiert seit frühester Zeit „unsere Liebe Frau“ als die Himmelskönigin an der Seite ihres Sohnes und Herrn.
Alle diese kirchlich-dogmatischen Lehraussagen zur Gottesmutter verleugnen die Frankfurter Ausstellungsmacherinnen.
In dem Begleittext wird das vielbesungene „Marienleben“ zu einer banalen Alltagsgeschichte trivialisiert, die Gottesmutter zu einer Simpelfrau degradiert.
Die biblischen Berichte zu Maria dichtet man zu dümmlichen Tagebucheintragungen um, in denen alle Hinweise auf himmlisches und göttliches Wirken ausgemerzt sind:
Aus der Ankündigung des Engels Gabriel im Lukas-Evangelium, dass der vom Heiligen Geist gezeugte Sohn Mariens der Messias und Sohn Gottes ist, wird in der feministischen Neu-Bibel:
„Zum Geheimnis des Lebensanfangs Jesu habe ich (Maria) ‚Ja!’ gesagt.“
Die Offenbarungen bei der Geburt Jesu durch Engel, Hirten und Könige, dass „euch der Heiland und Retter geboren ist“, reduziert die neu-biblische Kurzrock-Maria auf die lapidare Feststellung:
„Hirten und Weise besuchten uns.“
Später wäre Jesus nichts als ein „Wanderlehrer“ gewesen, der „wie ein Prophet wirkte“.
Natürlich verneint der Text die wesenhafte Gottessohnschaft Christi:
Durch Jesu Frömmigkeit „wurde Gott ihm zum Vater“ – so die verräterische Formulierung des Unglaubens, wenn in gleicher Weise „Josef ihm ein guter Vater wurde“.
Vom Erlösungstod Jesu Christi am Kreuz wollen die neugläubigen Frauen nichts wissen und auch die Auferstehung sei nur eine vage Geschichte vom Hörensagen der „Freundinnen und Freunde“ Jesu.
Mit dieser Schund-Ausstellung im Sakralraum einer Kirche verbreiten die Frankfurter Feministinnen Irrglauben über Jesus Christus und Irrführung der Gläubigen.
Auch das Bild der begnadeten Gottesmutter Maria wird gnadenlos verschandelt.

 


(1) Die Schönste von allen, von fürstlichem Stand, kann Schönres nicht malen ein‘ englische Hand, Maria mit Namen; an ihrer Gestalt all Schönheit beisammen Gott selbst wohlgefallt.

(2) Ihr Haupt ist gezieret mit goldener Kron‘, das Zepter sie führet am himmlischen Thron. Ein sehr starke Heldin, mit englischem Schritt, der höllischen Schlange den Kopf sie zertritt.

(3) Wohlan denn, o Jungfrau, der Jungfrauen Bild, von Tugenden strahlend, mit Gnaden erfüllt, mit Sternen geschmücket, die Sonn‘ dich kleidt, die Engel, den Himmel dein Anblick erfreut.

(4) Die Sterne verlöschen; die Sonn‘, die jetzt brennt, wird einstens verdunkeln, und alles sich end‘t. Du aber wirst strahlen noch lang‘ nach der Zeit in himmlischer Glorie durch all‘ Ewigkeit.

Gotteslob Nr. 848

Rosenkranzmadonna von Raphael, 1504

 


Maria als Mädchen von Zurbaran
Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt.
Doch keins von allen kann dich schildern,
wie meine Seele dich erblickt.

Ich weiß nur, dass der Welt Getümmel,
seitdem mir wie ein Traum verweht
und ein unnennbar süßer Himmel
mir ewig im Gemüte steht.

NOVALIS, Freiherr Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg, 1772-1801
Abbildung: Franciso de Zurbaran: Maria als Mädchen, um 1660, Öl auf Leinwand, St. Petersburg, Eremitage

 


 

Ausstellungstafel „Maria“ in der Kirchenausstellung: „Frauen in der frühen Kirche … wir machen sie sichtbar.“

kfd – Frankfurt und Pfarrgemeinde FrauenFrieden“ Frankfurt am Main