Arbeitskreis von Katholiken im Raum Frankfurt

 

Frankfurt, den 24. August 2008

 

 

Offener Brief

an

Seine Exzellenz

Hochwürdigsten Herrn Bischof

Mons. Franz-Peter Tebartz-van Elst

Bischof von Limburg

 

Pastorale und liturgische Vorkommnisse im Bistum

 

Hochwürdigster Herr Bischof,

 

mit Bestürzung haben wir, die Mitglieder des Arbeitskreises von Katholiken im Raum Frankfurt, von einer erneuten eigenmächtigen pastoralen Handlung eines Priesters, der gleichzeitig das Amt des Bezirksdekans im Bezirk Wetzlar inne hatte, zur Kenntnis genommen.

Im Namen des Arbeitskreises übermitteln wir Ihnen, Hochwürdigster Herr Bischof, unseren Dank dafür, dass Sie für die Einhaltung der katholischen Glaubens- und Sittenlehre einstehen, indem Sie Hw. Pfarrer Kollas vom Amt des Bezirksdekans abgelöst und  einen neuen Amtsträger, der Ihr Vertrauen besitzt, ernannt haben.

Im Zusammenhang mit der kirchlichen Segnung eines homosexuellen Paares durch einen katholischen Geistlichen muss auch auf einen anderen Missstand im Bistum Limburg aufmerksam gemacht werden. Es handelt sich um eine Einmaligkeit im kirchlich-liturgischen Leben der deutschen Diözesen: Die schon seit mehr als 15 Jahren praktizierten sonntägliche Schwulen – Messen, die in der  Pfarrei Maria Hilf in Frankfurt gefeiert werden, stellen für viele Gläubige ein Ärgernis dar. Einer Gruppe von homosexuell veranlagten Katholiken wird quasi der Status einer Personalpfarrei gewährt, der diese Leute den Titel „schwul und katholisch“ gegeben haben. Das Wort ‚schwul’ ist bekanntlich ein Leitwort der organisierten Homosexuellenbewegung, die damit der praktizierten Homosexualität, dem schwulen Lebensstil und den entsprechenden ‚Lebenspartnerschaften’ gesellschaftliche und politischer Anerkennung erkämpfen will bzw. diese schon weitgehend erkämpft hat. (Die kirchliche Segnung einer eingetragenen homosexuellen Lebenspartnerschaft durch Hw. Pfarrer Kollas ist in diesem Kontext ein Zeichen und Ausdruck für die schon weitgehende Akzeptanz des schwulen Lebensstils – bis in die mittleren kirchlichen Kreise hinein.) Mit der Wortkombination „schwul und katholisch“ versuchen die Frankfurter Homosexuellen offensichtlich ihren ‚schwulen’ Lebensstil als ‚katholisch’ zu rechtfertigen und abzusegnen. Die Existenz der Frankfurter Schwulengemeinde ‚schwul und katholisch’, ihre bisherige jahrelange Duldung durch den zuständigen Bischof und die Förderung von Seiten der Frankfurter Stadtkirche bedeutet eine dauerhafte und tiefgreifende Beschädigung der katholische Lehre zum Komplex Homosexualität, aber auch indirekt zur kirchlichen Ehelehre.

Wann schreiten Sie, Hochwürdigster Herr Bischof, gegen diese lehrmäßig und kirchenrechtlich unerträglichen Zustände ein?

Bei dieser Gelegenheit soll Ihnen auch ein Vorfall zur Kenntnis gebracht werden, bei dem wir uns auf die päpstliche Verlautbarung in der Instruktion „Redemtionis Sacramentum“ vom 25. März 2004 beziehen. Es handelt sich um eine liturgische Eigenmächtigkeit, vielleicht sogar schwere Regelverletzung des oben erwähnten Wetzlarer Pfarrers und damaligen Bezirksdekans, Hw. Pfarrer Peter Kollas. Am Gründonnerstag dieses Jahres in der Abendmahlsmesse sprachen Laien singend die Wandlungsworte über den in den Leib Christi zu verwandelnden Wein.  Ob Hw. Pfarrer Peter Kollas selbst die Wandlungsworte gesprochen hat, darüber bestehen erhebliche Zweifel. Denn eine Mundbewegung war bei ihm nicht sichtbar und keine Worte hörbar. Ein bei der Messe anwesendes Kreismitglied hat Herrn Pfarrer Kollas später schriftlich auf diesen Vorfall angesprochen. Hw. Kollas hat den offensichtlichen liturgischen Missbrauch einfach bestritten. Wir haben damals die Sache auch ans Bischöfliche Ordinariat gemeldet, von dem wir aber weder eine Eingangsbestätigung noch Rückmeldung bekommen haben. Wir möchten unseren erneuten Hinweis auf diesen Fall so verstanden wissen, dass Sie als verantwortlicher Bischof dieser Anzeige nachgehen.

Wir, die Mitglieder des Arbeitskreises von Katholiken im Raum Frankfurt, beten für Sie, Hochwürdigster Herr Bischof, dass Sie ihre Aufgaben als Oberhirte, Lehrer und Priester in Bistum in Übereinstimmung mit Papst und Weltkirche erfüllen werden.

Wir wünschen Ihnen Gottes Segen.

 

Im Auftrag

Werner Rothenberger