Limburger LaiInnen gegen Zölibat       (Juli 2010)

Zum Ende des von Papst Benedikt XVI. ausgerufenen Priesterjahres verstärkten sich die Querschüsse aus deutschen Kirchenkreisen.

Als Heckenschützen gegen Papst und Kirche  betätigte sich auch die Synodalversammlung des Bezirks Limburg.
Das Gremium polemisiert in einem offenen Brief an den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst gegen das sakramentale Priestertum der Kirche.

Das Papier wurde ausgerechnet am letzten Wochenende des Priesterjahres verabschiedet, bei dem auch Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst mit 21 Priestern aus dem Bistum Limburg in Rom weilte.

Die Limburger LaiInnen möchten das Weihepriestertum zu einem gewöhnlichen Job banalisieren, der für verheiratete Männer ebenso zugänglich sein soll wie für Frauen.
Daher spricht der Brief nicht von geistlicher Berufung zum Priestertum, sondern von „Interessenten“ am „Lebensentwurf ‚Priester’“.

Die Laien-Versammlung will „priesterlichen Dienst vor Ort erlebbar und präsent“ erfahren, aber vom priesterlichen Vollzug des hl. Meßopfers ‚in persona Christi’ will man nichts wissen.

Die kirchlichen Querschießer wollen auch nicht wahrhaben, daß Christus nur an die zwölf männlichen Apostel den Auftrag zu Priestertum und Meßfeier gegeben hat: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“

Und natürlich ist den selbsternannten ‚Basisvertretern’ der Zölibat ein Dorn im Auge, also die freiwillige Verpflichtung der Priesteramtskandidaten zur Ehelosigkeit um der Himmelreiches Willen.

Die Limburger Laiendarsteller „fordern breitere Zugangswege zum Priesteramt, andere Lebensentwürfe für Männer als Priester und für Frauen überhaupt Wege zum Priesteramt zu eröffnen“.

Sie „erwarten“ vom Bischof von Limburg, daß der sich „mutig und unerschrocken beim Papst und den zuständigen Stellen für eine Erweiterung der Zugangswege zum Priesteramt einsetzt“. 

Der Limburger Oberhirte hat schon eine Woche später auf dieses Laiengezänk der Synodalen geantwortet.

Bei einem Gebets- und Gesprächsabend im Priesterseminar mit jungen Priestern des Bistums sagte der Bischof:
„Die Kirche hat alle guten Gründe, am Zölibat festzuhalten“, denn mit ihm sei den Geistlichen ein besonderes Charisma geschenkt, ihr persönliches Leben allein an Gott auszurichten und in der Nachfolge Jesu Christi zu treten.

Weiter ermutigte Mons. Tebartz-van Elst die jungen Kapläne und Pfarrer:
„Ihr zölibatäres Leben gibt Zeugnis, dass die ganze Hingabe für Christus und die Verfügbarkeit für seine Kirche nicht in der Einsamkeit, sondern zu einer tieferen Verbindung zu Gott und den Menschen führt.“

Der Bischof vertiefte diese Gedanken bei der Predigt zum 100. Jahrestag der Priesterweihe von Pater Josef Kentenich, dem Gründer der Schönstattbewegung, am 8. Juli im Hohen Dom zu Limburg.

Er betonte die Bedeutung des Zölibats für das Profil des priesterlichen Dienstes. Im Zölibat solle die Quelle des österlichen Glaubens als Zeichen für die Welt anschaulich werden.

Der Zölibat werde im Leben der Priester zum Zeugnis für die „radikale Verfügbarkeit für Gott und die Menschen“ nach dem Vorbild Jesu.

Mit der priesterlichen Ehelosigkeit werde das „christliche Zeugnis in einer säkularen Welt“ ebenso zum „unverzichtbaren Brennpunkt“ wie in der sakramental gelebten Ehe und Familie.

Dieses klare Bekenntnis des Limburger Oberhirten zum Zölibat der Kirche sollte die aufmüpfigen Synodalen des Diözesanbezirks Limburg dazu bringen, endlich aufzuhören mit ihren unnützen, verunsichernden und kirchenschädlichen Beiträgen zur Priesterweihe von Verheirateten und Frauenpriestertum.