Die Medien-Meute trampelt auf einen am Boden Liegenden  (22.10.2013)

Was jedem Bürger zugestanden wird und im Presse-Kodex strikt verlangt wird, dass bei laufendem Verfahren die Unschuldsvermutung gilt, das verweigern die Medien dem Bischof von Limburg: Er wird von der Presse nicht als ‚mutmaßlicher’, sondern unisono als ‚Lügner’ angeprangert, als wenn ein gerichtliches Urteil schon gesprochen wäre. Auch die Verschwendungsvermutung zum Dombergprojekt vermitteln die Medien als Tatsachen, ohne das Untersuchungsergebnis der DBK-Kommission abzuwarten.  Und die Medien fügen dieser gnadenlosen Vorverurteilung eines Kirchenmanns schamlos eigene Lügen hinzu. Die Medienmeute ist zurzeit an dem Punkt der Hetzjagd angekommen, wo sie den am Boden Liegenden mit Nachtreten traktiert.

Boulevard-Journalismus – jetzt auch hinter dem FAZ-Kopf

Der FAZ-Journalist Daniel Deckers hat mit seinem Beitrag vom 24. 6. 2013 den aktuellen Mediensturm gegen den Bischof von Limburg angefacht. Mit diesem Artikel, den der NNP-Chefredakteur einen Totalverriss des Bischofs nannte, begann auch der Abstieg der renommierten Zeitung in den Boulevard-Journalismus mit Verleumdungen, Lügen und Kolportage. Deckers beschimpfte Tebartz-van Elst als „irres Bambi“, nannte ihn eine „reaktionärer Hardliner“, äußerte im Empörungsgestus „Entsetzen über den Lebens- und Führungsstil“, projizierte das Mixa-Syndrom von luxuriösem Prunk und Pomp einschließlich anrüchiger Andeutungen und setzte schließlich zum finalen Abschuss des Bischofs an. Von Kündigungsabsichten wegen des „Boulevardstils der Berichte über Limburg“ war in den Leserbriefspalten der FAZ die Rede.

Wer sind die Vertuscher?

In dem FAZ-Artikel „Pflichten und Zuständigkeiten im Limburg missachtet“ vom 15. Oktober machte Deckers einen weiteren Versuch, den Limburger Bischof Tebartz-van Elst als Lügner und Vertuscher hinzustellen. Während dem Architekten wie auch dem Diözesanbaumeister schon im Jahre 2011 bekannt gewesen sei, dass das Bauvorhaben auf dem Limburger Domberg ein Mehrfaches der öffentlich genannten Summe kosten würde, hätte der Bischof im Wissen um die erhöhten Kosten noch in diesem Sommer eine eklatant falsche Kostenzahl genannt: „Noch Ende Juni 2013 behauptete Tebartz, das ‚Diözesane Zentrum St. Nikolaus’ habe insgesamt 9,85 Millionen Euro in Anspruch genommen.“ Dieser Satz ist in mehrfacher Hinsicht falsch – und damit auch der Vertuschungsvorwurf. Bei der Pressekonferenz am 28. Juni, als den Medienvertretern die fertiggestellte „Alte Vikarie“ vorgestellt wurde, war der Bischof gar nicht anwesend. In der Pressemittelung des Bistums vom gleichen Tag heißt es dazu: „Der Diözesanbaumeister und der leitende Architekt führten gemeinsam durch das Gebäude und stellten die erfolgreich beendeten Sanierungsarbeiten vor.“ Auf die Nachfrage nach den Kosten für das Projekt sagte Diözesanbaumeister Tilman Staudt wörtlich: „Eine Daumenbreite unter zehn Millionen – 9,85 Millionen Euro.“ Am nächsten Tag verbreiteten mehrere regionale Medien die Mär, dass sich die Gesamtkosten der Dombergbebauung auf 10 Millionen belaufen würden.

Diesen durch die Medien verbreiteten falschen Kosten-Rahmen ließ der Bischof einige Tage später korrigieren. Die Bischöfliche Pressestelle setzte am 8. Juli 2013 folgende Richtigstellung an, die ausdrücklich als „Korrektur“ betitelt war:
„Die im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen am Diözesanen Zentrum St. Nikolaus genannten Kosten von 9,85 Millionen Euro beziehen sich auf die Arbeiten am historischen Bestand des Komplexes, nämlich an der historischen Stadtmauer, dem ehemaligen Küsterhaus und der Alten Vikarie mit den zusätzlichen Räumen für Verwaltung. Herr Diözesanbaumeister Tilmann Staudt hat hier leider eine unzutreffende Aussage gemacht.

Die Kosten für das gesamte Ensemble werden deutlich höher liegen.“

Dieser Korrektur-Hinweis des Bischofs, dass die Gesamtkosten „deutlich höher liegen“ als 10 Millionen Euro, ist praktisch von allen Medien unterschlagen worden – auch von der FAZ. In der Ausgabe vom 18. Oktober geht Daniel Deckers sogar noch einen Schritt weiter: Er setzt die Lüge in die Welt, dass die falsche Gesamtkostenzahl von 9,85 Millionen nicht vom Diözesanbaumeister Staudt gesagt worden sei, sondern „auf Geheiß“ von Bischof und Generalvikar in ie Pressemeldung des Bistum vom 28. Juni gesetzt worden wäre.

Natürlich auch das VorSPIEGEL-Magazin mit einer Lüge

Wer sind die Vertuscher? – fragt man sich, wenn neben einer Falsch-Meldung die den Bischof entlastende Presse-Mitteilung des Bistums Limburg unterschlagen wird – natürlich auch vom SPIEGEL: Das Nachrichten-Magazin stellte mit der Ausgabe vom 14. 10.  in seiner Titel-Geschichte mit der trefflichen Selbstbezichtigung „Das Lügen-Gebäude“ die folgende Lüge auf: Obwohl der Bischof schon 2011 über die Kalkulation der Gesamtkosten von 27 Millionen Euro informiert war, ließ „Tebartz-van Elst noch im Juni auf einer Pressekonferenz ausrichten, die Kosten beliefen sich auf ‚nur 9,85 Millionen’“ Wie gesagt, war diese Summe ohne Wissen und Auftrag des Bischofs von Diözesanbaumeister Staudt gesagt worden. Die „Korrektur“ eine Woche später und Hinweis des Bischofs auf die „deutlich höher liegenden“ Gesamtkosten unterschlägt der SPIEGEL.

Gezielte Täuschungsabsicht beim SPIEGEL auch bei dem Lügen-Vorwurf zu dem Indien-Flug

In dem betreffenden SPIEGEL-Artikel wird auch über die angebliche Lügen-Aussage des Limburger Bischofs zum Indienflug gelogen. Die entscheidende Gesprächspassage wird in Textform so wiedergegeben: „SPIEGEL: ‚Aber erster Klasse sind Sie geflogen.’ Tebartz-van Elst: ‚Business class sind wir geflogen.’“ Nach der Film-Aufnahme, die das Magazin unter dem Titel „SPIEGEL-Autor Peter Wensierski über seine Recherche, in:  http://www.spiegel.de/panorama/tebartz-van-elst-papst-entsetzt-ueber-limburger-baukosten-a-928836.html selbst zur Verfügung stellt, hat der SPIEGEL in seiner Text-Dokumentation den entscheidenden Interpretationssatz des Bischofs ausgelassen, ohne das in seiner Text-Dokumentation mit Auslassungspunkten kenntlich zu machen. Es muss daher dem SPIEGEL eine böswillige Täuschungsabsicht vorgehalten werden, denn die Aussage des Bischofs zum Flug in der Business-Klasse bekommt eine Bedeutungsänderung durch den Zwischensatz: „Wir sind zu dem Indien-Projekt hingeflogen und zwar so, wie es die Deutsche Bischofskonferenz in ihren Reiseregelungen und auch das Bistum festgelegt haben.“ Der dann folgende Satz des Bischofs muss demnach bei kontextueller Berücksichtigung des Vorsatzes zwingend in der Bedeutung gelesen werden, dass er in Bezug auf die relevanten Reiseregelungen der DBK business class geflogen sei. Das nachgeordnete Upgrade aus privaten Mitteln war eben Privatsache und hat insofern keine Relevanz für die Kirche (und auch nicht für die Öffentlichkeit).

Gnadenlose Vorverurteilung und Nachtreten gegen einen am Boden Liegenden

Die Medien haben einem der ihren wie Michel Friedman verziehen, als der Journalist wegen Kokainkonsum mit Zwangsprostituierten verurteilt worden war und bei 150 Tagessätzen als Vorbestrafter galt. Dem Limburger Bischof scheinen die Medien keine ‚zweite Chance’ geben wollen, sondern noch bei laufendem Verfahren solange zu pressen und zu schlagen, bis er k.o. geschlagen am Boden liegt. Und auch dann noch treten sie auf ihn ein und traktieren ihn mit Hybris, Hass und Häme – in beschämender Weise auch die Nassauische Neue Presse mit Standort Limburg: Am 17. Oktober spielte sich die regionale Monopolzeitung als moralische Aufsichtsinstanz auf, indem sie im Empörungsgestus auf das „Haus auf Lügen gebaut“ zeigte. Dabei konnte der verantwortliche Redakteur das Lügenverbot des 8. Gebotes nicht einmal richtig dem Dekalog zuordnen – ganz zu schweigen von der Einsicht, dass beim moralisierenden Fingerzeig auf andere immer drei Finger auf den Anzeigenden selbst zurückweisen, in diesem Fall auf die Lügen, Verdrehungen und Verzerrungen in den entsprechenden Meldungen der eigenen Zeitung. Am nächsten Tag machte sich der gleiche journalistische Moral-Apostel daran, die Häme- und Hass-Karikaturen gegen den Bischof aus dem Netz zu fischen, sie genüsslich vor der NNP-Leserschaft  auszubreiten und damit die vielfachen Verleumdungen des Bischofs zu multiplizieren. Bei der Replizierung der Schmäh-Kritik aus dem Internet ging es der NNP-Zeitung offensichtlich nicht nur darum, die Person Tebartz-van Elst lächerlich zu machen, sondern auch um die Beschädigung des kirchlichen Amtes vom „Bischof als Witzfigur“. Dieser NNP-Artikel vom 18. 10. kann als Nachtreten gegen den am Boden liegenden Kirchenmann angesehen werden – zu einem Zeitpunkt, als andere Medien wie die ‚Welt’ und sogar die FAZ durch den Autor Bartetzko der medialen Skandalisierungskampagne gegensteuerten mit Beiträgen zu der ‚großartigen städtebaulichen Architektur des Domberg-Ensembles’. Zwei Tage vor der Schmäh-Publikation konnten die NNP-Redakteure auch schon von den Verwaltungsrat-Protokollen wissen, die laut KNA den Limburger Bischof teilweise entlasten.

Papst Franziskus hatte erst kürzlich vor den „Waffen der Geschwätzigkeit und übler Nachrede“ gewarnt, mit denen andere Menschen „zerfetzt“ werden bis hin zum „Rufmord“. Solche Worte werden von den meisten Medien, die ansonsten den Papst hochjubeln, nicht verbreitet und erst recht nicht von ihnen selbst beherzigt für ihre Berichterstattung.