(25.5.2015)

Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beschwerdebrief von Herrn Klaus Hildebrandt an die Redaktion der  NDR-Satire Sendung extra 3 von Frau Caro Korneli.

 

Die Beschwerde fußt darauf, dass im Rahmen eines TV-Beitrags der o.g.  jungen ARD-Journalistin Korneli v. 23.04.2015, die Teilnehmer der letzten Stuttgarter „Demo für Alle“ auf primitivste Weise und sogar mehrmals  als „Arschlöscher“ beschimpft wurden.

 Die Antwort  des verantwortlichen Redakteurs, Herrn Andreas Lange vom NDR, auf das Beschwerdeschreiben liegt nun vor und ist vollkommen unbrauchbar, ausweichend und nichtssagend. Auf den eigentlichen Grund der Beschwerde, nämlich die verbale Entgleisung und Beleidigung der mindestens 2.400 Teilnehmer durch die Verwendung eines unsäglichen Vokabulars, wird überhaupt nicht eingegangen. Ist das also der neue Stil des deutschen Staatsfernsehens? Es scheint, als hätte die Redaktion überhaupt nicht begriffen, dass es sich bei den Demonstranten durchweg um verantwortungsvolle Mütter und Väter handelte, die sich doch nur zum Schutz ihrer Kinder gegen die Einführung eines mehr als zweifelhaften rot-grünen „Bildungsplans“ versammelten  und letztendlich gegen die Frühsexualisierung  junger Schülerinnen und Schüler durch die öffentlichen Schulen Baden-Württembergs zu demonstrierten.  Die ARD interpretierte diesen Protest  jedoch als Demonstration gegen Homosexualität und entschied sich, die Teilnehmer schlichtweg als „Arschlöcher“ abzutun. Herr Hildebrandt empfand dies als beleidigend, was auch aus unserer Sicht mehr als verständlich ist. Als solches veröffentlichen wir diesen Mailverkehr, damit sich jeder Leser ein eigenes Bild von den gut bezahlten Damen und Herren in den öffentlich-rechtlichen Redaktionsstuben machen kann. Hier muss sich schnell was ändern.

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Klaus Hildebrandt *

 

 

Sehr geehrter Herr Boudgoust,**

 

wie angekündigt, lege ich hiermit Programmbeschwerde gegen die Ausstrahlung der Satire-Sendung Caro Kornelis v. 23.04.2015 in Extra 3 ein. Bitte bestätigen Sie mir kurz den Eingang meiner mail.

 

Als Bürger dieses Landes fühle ich mich durch die Beschimpfungen durch Frau Caro Korneli als "Arschloch" persönlich angesprochen und beleidigt. Die provokative Frage, ob "Nur Vater, Mutter, Kind - im Jahre 2015 -?" (s. Anlage) machte darüber hinaus deutlich, dass sie sich für einen libertären Zeitgeist engagiert, der Homosexualität als selbstverständliche Alternative zur natürlichen Heterosexualität umwirbt. Durch die mehrfache Verwendung des Wortes "Arschloch" in dem Beitrag, geben Ihre Moderatoren zudem ein Plädoyer für eine ganz spezielle Körperregion ab und versuchen dem Ansinnen Kornelis auf diese Weise öffentlichen Nachdruck zu verleihen. Ist es ein Wunder, wenn sich gestandene Bürgerinnen und Bürger bei Wind und Wetter auf die Straße begeben, um ihre Kinder vor der staatlich gesteuerten Frühsexualisierung schützen zu wollen.

 

Die gezielte Förderung von Homosexualität durch eine öffentliche Fernsehanstalt widerspricht dem deutschen Grundgesetz und den auch Ihnen auferlegten Programmgrundsätzen. Ungeachtet des Ergebnisses meiner Beschwerde, möchte ich Sie bitten, Frau Korneli sowie die Mitverantwortlichen für den Beitrag zu maßregeln.  

Von einer Belehrung über Sinn und Zweck von Satire sehen Sie bitte ab.

 

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Hildebrandt *

 

*Herr Hildebrand engagiert sich für den Lebensschutz

**Herr Boudgoust ist Jurist + Intendant des SWR

 

 

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Herr Hildebrand erhielt auf seine Programmbeschwerde hin am 06. Mai 2015 nachfolgende Antwort vom Redaktionsleiter A. Lange von der Satiresendung

 „extra 3“ 

 

Gesendet: Mittwoch, 06. Mai 2015 um 16:02 Uhr
Von: a.lange@ndr.de
An: Hildebrandt.Klaus@web.de

Betreff: Antwort: PN263HZP - Klaus Hildebrandt

 

Sehr geehrter Klaus Hildebrandt,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung zur extra 3-Sendung am 23.04.2015. Mit Bedauern haben wir zur Kenntnis genommen, dass Ihnen der genannte Beitrag nicht gefallen hat. Selbstverständlich wollen wir keine Zuschauer diffamieren oder bloßstellen. Die Themenauswahl und Umsetzung erfolgt bei uns unter journalistischen Gesichtspunkten, d.h. wir orientieren uns am aktuellen Geschehen und greifen Ereignisse auf, an denen es aus unserer Sicht etwas zu kritisieren gibt. Genauso war es auch bei der Entstehung zum Beitrag über die Demonstration in Stuttgart.

Selbstverständlich ist es ein demokratisches Recht, für die „klassische“ Familie Vater-Mutter-Kind und gegen das Thema Homosexualität in der Schule zu demonstrieren. Genauso ist es aber auch ein demokratisches Recht, diese Haltung zu kritisieren – in den Kommentaren der Zeitungen, in den Tagesthemen, im Internet oder eben in einer politischen Satiresendung.

Wir sind z.B. der festen Überzeugung, dass Homosexualität keine Krankheit ist – anders, als  das viele Teilnehmer der Demo unserem Reporter-Team suggeriert haben. Wir sind weiterhin der festen Überzeugung, dass wir diese Haltung als Satireredaktion kritisieren können und müssen. Von vielen Zuschauern haben wir zu dem Beitrag übrigens ein sehr positives Feedback bekommen.

In dem Film haben wir die Ansichten und Statements der Demo-Teilnehmer satirisch-kritisch verarbeitet. Es liegt im Wesen einer Satiresendung wie extra 3, dabei auch zu zuspitzen. Wir können nachvollziehen, dass Ihnen das nicht gefallen hat und wir akzeptieren selbstverständlich, dass Sie dazu eine andere Meinung haben. Ich hoffe Ihnen aber trotzdem plausibel gemacht zu haben, warum wir den Beitrag von Caroline Korneli in dieser Form in die Sendung gebracht haben.

Wir würden uns trotz allem freuen, wenn Sie demnächst mal wieder bei extra 3 reinschalten. Vielleicht treffen wir Ihren Geschmack dann etwas besser.


Viele Grüße

Andreas Lange
Redaktionsleiter von extra3

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Von: Klaus Hildebrandt [mailto:Hildebrandt.Klaus@web.de]
Gesendet: Montag, 11. Mai 2015 08:05
An: Peter.Boudgoust@swr.de
Cc: zured@daserste.de; info@zdf.de; extra3@ndr.de; b.matziol@ndr.de; a.lange@ndr.de; info@dksb-nds.de; Afd; Pegida


Betreff: Antwort: PN263HZP - Klaus Hildebrandt; Programmbeschwerde gegen die ARD-Satire-Sendung vom 23. 4. 2015 extra 3

 

-- Bitte Herrn Boudgoust vorlegen --

 

 

Sehr geehrter Herr Boudgoust,

 

ich beziehe mich auf meine Beschwerde v. 02.05.2015 in Sachen "Arschlöcher", wie die ARD die Teilnehmer der Stuttgarter "Demo für Alle" in ihrer Sendung vom 23.04.2015 in NDR-extra 3 mehrmals nannte. Für den Versand der in großer Zahl verschickten und nichtssagenden Standardantworten an die Beschwerdeführer durch den verantwortlichen NDR-Redakteur Andreas Lange, dürfte der Mann deutlich überbezahlt sein.  Als Intendant der ARD bitte ich Sie, sich des Vorfalls nun persönlich anzunehmen, den jungen Herrn zu maßregeln und sicherstellen, dass sich derartige Beleidigungen und Provokationen von Zuschauern in Zukunft nicht wiederholen.

 

Mir ist es egal, wie und wer es mit wem im Privaten treibt. Nicht akzeptabel ist, wenn Menschen, die sich zum Schutz unschuldiger Kinder auf die Straße begeben, durch primitivste Beleidigungen von einem durch Zwangsabgaben finanzierten Fernsehsender niedergemacht werden. Bei aller Liebe fürs Bunte, so stößt das allgemeine Verständnis von Satire hier an seine Grenzen. Der sicherlich auch Ihnen bekannte Peter Helmes (CDU) widmet sich in seinem Blog unter dem Titel "Sind Sie auch ein homophobes Arschloch" - also "normal? " https://conservo.wordpress.com/page/2/ speziell Ihrem Ausrutscher, aber auch dem Thema Satire generell. Eine Diskussion dazu erübrigt sich insofern.

 

Der NDR als Mitglied der ARD und Anstalt des öffentlichen Rechts unterliegt der öffentlichen Kontrolle. Sämtliche vom NDR vertretenen Bundesländer, - Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen sowie Schleswig-Holstein - werden  SPD-regiert und stehen mit nur einer Ausnahme sogar in Koalition mit den Grünen,  eine Partei, die sich schon immer für die "Analpolitik" engagierte. Das gleichermaßen rot-grüne Baden-Württemberg (s. "Bildungsplan" und Standort der "Demo für Alle" "),  belegt zweifelsfrei, dass es sich hier um eine Genderideologie und politisch verfolgte Strategie handelt, die es sich zum Ziel setzt, die einst hart errungenen und für unsere Gesellschaft so wichtigen christlichen Werte zu kippen.  In diesem Sinne kann ich das jüngste Bremer Wahlergebnis nur begrüßen.

 

Wenn Ihr Herr Lange schreibt "Wir (der NDR) sind z.B. der festen Überzeugung, dass Homosexualität keine Krankheit ist – anders, als  das viele Teilnehmer der Demo unserem Reporter-Team suggeriert haben.", dann würde ich doch gerne mal wissen, woher sich dieser Mann das Recht nimmt, für wohl alle Ihrer rd. 3,5 Tsd. Mitarbeiter zu sprechen, Ist es wirklich möglich, dass sämtliche Beamten und Angestellten des NDR Homosexualität als  förderungswürdig betrachten und  möglicherweise sogar (untereinander) praktizieren? Der peppige  Redakteur vermittelt nach außen also den Eindruck, für alle Kollegen des NDR und damit wohl auch der gesamten ARD einschließlich Ihrer eigenen Person, die Grenzen von Satire aufweisen und festsetzen  zu können. Schon die Aussage eines mir befreundeten und erst kürzlich ausgeschiedenen WDR-Mitarbeiters (Beamter) belegt, dass Langes Behauptungen unsachlich und völlig überzogen sind und nur dem Versuch der Vernebelung  dienen. Im Übrigen geht es den Organisatoren der Stuttgarter Demo - zu denen ich nicht gehöre - überhaupt nicht um das Thema der  "Behandlung" von Homosexuellen, sondern um die Manifestation Ihrer Ablehnung eines rot-grünen  "Bildungsplans", der es in sich hat.  Muss ein ö.-r. Fernsehsender Homosexualität mittels solcher Beleidigungen wirklich auch noch fördern, wenn sich Krankheiten wie z.B. Aids hartnäckig halten und selbst Pädophilievergehen heute bis ins Parlament vorgedrungen sind, von steigendem Kindesmissbrauch ganz zu schweigen? Und mal ganz persönlich gefragt:  Finden auch Sie als Familienvater diese Entwicklung lustig?

 

Bürgerinnen und Bürger unseres Landes (s. Pegidas) sind nicht länger bereit, die medialen Bemühungen zur Aushöhlung bis hin zur Abschaffung von  "Kultur" und Werten hinzunehmen. Ich möchte Sie bitten dafür Sorge zu tragen, dass sich solche Vorfälle in Zukunft nicht wiederholen. Bitte setzen Sie die vielen Beschwerden auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des NDR-Rundfunkrates und teilen mir das Ergebnis der Beratungen mit, denn die deutsche Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, informiert zu sein. Die Beleidigungen von besorgten Müttern und Vätern durch Coro Korneli unter der Verantwortung von Herrn Lange waren unverhältnismäßig und auch nicht rechtens.

 

Ich bitte um Verständnis, wenn ich diese wie auch zukünftige Kommunikationen mit vielen anderen Lesern teile. Darunter befindet auch der Kinderschutzbund, der erst kürzlich freiwillig und beispielhaft die Annahme einer gerichtlich verfügten "Spende" des Herrn Sebastian Edathy in Höhe von 5.000 Euro ablehnte und damit u.a. auch ein Zeichen ganz im Sinne des eigentlichen Anliegens der Stuttgarter Demonstranten - nämlich die Verhinderung einer Frühsexualisierung von Kindern - setzte. Was sich die ARD hier leistete, ist mit ihrem öffentlichen Auftrag nicht mehr vereinbar.

 

Auch wenn wir nicht die ARD sind, so handelt es sich bei den zahlreichen Beschwerdeführern doch zunehmend um gut informierte und verantwortungsvolle Bürgerinnen und Bürger, die sich inzwischen effektiv zu wichtigen Gesellschaftsthemen einbringen und auch den Kontakt zur Politik nicht scheuen. Was uns besonders auszeichnet, sind die Prinzipien von Vernunft und Seriösität. So haben wir es auch nicht nötig, Sie und Ihre zahlreichen und in der Mehrzahl wohl immer noch normalen ARD-Mitarbeiter als "Arschlöcher" zu beschimpfen.

 

Der guten Ordnung halber erhalten Sie den Text dieser mail auch noch als Schreiben per Post. Ich sehe Ihrer Antwort entgegen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Klaus Hildebrandt