Offener Brief des Arbeitskreises von Katholiken im Raum Frankfurt am Main an Herrn Kardinal Marx und in Durchschrift an die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz       (15.3.2015)                         

 

Pressekonferenz anlässlich der Frühjahrstagung der Deutschen Bischofskonferenz in Hildesheim

Mit S.E. Kardinal Dr. Marx, S.E. Bischof Bode und S.E. Bischof Koch

 

 

 

Eure hochwürdigste Eminenz,

Sehr geehrter Herr Kardinal Dr. Marx,

 

 

Die Aussagen der deutschen Bischöfe anlässlich der oben genannten Pressekonferenz erschrecken und verwirren die Herde. Enthalten sie doch wenig Katholisches. Sie lassen die Gläubigen erkennen, dass die Hirten nicht mehr das wollen, was Gott will, sondern was die Menschen (Hören) wollen. Mit tiefer Enttäuschung müssen die Katholiken in Deutschland sehen, dass der deutsche Episkopat die Kirche Deutschlands in ein zweites Schisma führen will und in knapp einer halben Stunde Pressekonferenz bereit ist nahezu 2100 Jahre gefestigter christlicher Lehre zu kassieren.

Die Analyse der wichtigsten Zitate  der Pressekonferenz nach der Frühjahrstagung der DBK mag dieses belegen. 

  1. Neue Wege gehen.

Christus sagte „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Johannes 10:16) Die Wahrheit dieses Weges sollten die Hirten in Treue zu Christus den Gläubigen aufzeigen, nicht mehr und nicht weniger.

  1. Mithelfen ,dass Türen geöffnet werden.

Die Schlüssel des Himmelreiches wurden dem Petrus übergeben (Mt. 16:19) und keinem anderen.

  1. Aufgabe der Bischöfe sei es nicht, auf Erlaubnisse von Rom zu warten. Wir sind keine Filialen von Rom.

 

 

 

Hinter diesen Worten steht die Androhung des zweiten deutschen Schismas.

Der deutsche Weg – weg von Rom – wurde bereits vor nahezu 500 Jahren wegen der Hybris einiger zum Unheil der Kirche ein erstes Mal beschritten und schmerzt immer noch.

  1. Die Lebenswirklichkeit stellt nach Auffassung der deutschen Bischöfe einen wichtigen Faktor für die Lehre der Kirche dar. Bischof Bode ergänzt dazu noch unwidersprochen: Die Grundfrage sei, ob nicht nur Schrift und Tradition Quellen der theologischen Erkenntnis seien, sondern auch die Realität von Menschen und der Welt. Wahrheit und Leben sollten nicht auseinanderfallen.

Auch dieser Aussage können wir nicht folgen. Der Begriff „Lebenswirklichkeit“ wird zwar in der modernen Pastoral gerne als Ersatz für die Wahrheit benutzt, aber er bleibt trotzdem ein unbestimmter Begriff. Platon hat vor nahe 2500 Jahren in seinem bekannten Höhlengleichnis das Problem der Lebenswirklichkeit erklärt. Nachfolgend hat sich eine Vielzahl der Philosophen mit diesem faszinierenden Gedankenexperiment beschäftigt. Im Ergebnis haben die Höhlenbewohner die Gaukeleien als Lebenswirklichkeit angesehen. Soviel zur Relevanz des Begriffes „Lebenswirklichkeit“. Es besteht wie bei Platon die Gefahr, dass die Gaukler mit der empfundenen Lebenswirklichkeit ein grausames Spiel treiben. Die von Bischof Bode in eine Frage gekleidete Aussage ob nicht nur Schrift und Tradition Quellen der Erkenntnis seien, sondern auch die Realität von Menschen und Welt ist ein Paradigmenwechsel der Theologie, relativiert die Bedeutung der Offenbarung und unterstellt sie der Diktatur des Relativismus, vor der Papst Benedikt die versammelten Kardinäle (2005) so eindeutig gewarnt hat.   

 

  1. Bischof Koch will beim Sakramentenverständnis theologisch in die Tiefe kommen.

Dieses wäre ein wirklich erfreulicher Ansatz , wenn Bischof Koch dies im Sinne der Kritik von Peter Scholl-Latour versteht, der kurz vor seinem Tode bei der Frage nach der Beichte sorgenvoll sagte: „Die Katholiken haben fast alle Traditionen abgeschafft und die Sakramente vermasselt“.(Peter Scholl-Latour: „Die Welt aus den Fugen“ Propyläen 2012) Offensichtlich befürchtete er vor seinem Tode keinen freien Zugang mehr  zu den heilsnotwendígen Sakramenten zu haben. (Beichte und Sakrament der Krankensalbung). Wie sorg- und verantwortungslos die kirchliche Administration in der Tat mit dem Bußsakrament umgeht und wie wenig theologische Tiefe sie einem Sakrament beimisst,  zeigt sich auch darin, dass die sieben Hauptsünden in keinem Beichtspiegel des Gotteslobes mehr enthalten sind. Wenn Bischof Koch dieses ändern will und die Ehrfurcht vor dem Heiligen wiederherstellen will, können wir ihm nur zupflichten.

 

Als Schluss verbleibt nur die Feststellung, dass das, was die Deutsche Bischofskonferenz auf dieser Pressekonferenz für die Zukunft zu verkünden hat,

den Rest des noch vorhandenen Glaubens zerstören wird und die in der Kirche Verbleibenden in die Protestantisierung führen wird. Den Mitgliedern der DBK möchte man das Wort zur Fastenzeit zurufen: Kehrt um und glaubt endlich an das Evangelium.

 

 

 

Denn, wenn wir alles werten, was von dieser Versammlung an die Öffentlichkeit gedrungen ist, es mit vergangenem (Unrecht) vergleichen, so müssen wir befürchten, dass in der DBK nicht die Blinden handeln und Blindes tun. 

 

 

Mit vorzüglicher Hochachtung

 

Im Auftrag

 

Dr. med. Fasen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Mitglieder des Arbeitskreises)