Offener Brief

 

Appell zur Herbst-Vollversammlung 2017

der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda

– am Grab des Heiligen Bonifatius –

 

 

Sehr geehrte  Mitglieder der Deutschen Bischofkonferenz,

 

Vor dem Beginn Ihrer Herbst-Vollversammlung wenden wir uns als alarmierte Gläubige vertrauensvoll an Sie, die Sie nach dem Kirchenrecht als Bischöfe bestellt wurden, um in Person Lehrer des Glaubens zu sein (Can. 375 § 1 CIC), und durch Ihre Bischofsweihe den Dienst des Lehrens und des Leitens empfingen. Festzustellen ist, dass Ihre Stimme nur noch laut vernehmbar ist, wenn einer entchristlichten Welt nach dem Munde geredet und die Kirche an ihr ausgerichtet werden soll.

 

-         So existiert ein Flugblatt der Bischofskonferenz, auf dem die glaubensfeindliche „Gender“-Ideologie verharmlost bzw. toleriert  wird,

-         die Diözese Rottenburg-Stuttgart warb für die sog. Gay-Parade CSD in Stuttgart,

-         eine sog. „KjGay Berlin“ verteilte ungehindert auf dem Bistumsjugendtag Kondome,

-         Kirchen werden förmlich verunstaltet (siehe dazu die beiliegende Ausarbeitung „Die Zerstörung des sakralen Raums“ von Herrn Prof. Dr. med. Eberhard Gross, Hamburg),

-         in Nordrhein-Westfalen verzichtet die Kirche auf einen konfessionellen Religionsunterricht,

-         überall werden Pfarreien drastisch reduziert (im Erzbistum Trier z.B. von heute 887 auf 35)

 

Die Liste ist schier endlos.

 

Wo bleibt hier der Dienst des Lehrens und des Leitens                                                                                                                  im Glauben der katholischen Kirche? Für nichts anderes – mit Verlaub – werden Sie aus Kirchensteuermitteln bezahlt.

Ihrem Weiheversprechen gemäß, das Evangelium treu und unermüdlich zu verkünden und das von den Aposteln überlieferte Glaubensgut der Kirche rein und unverkürzt weiterzugeben, hätten Sie längst einschreiten müssen.

 

Denn der katholische Glaube in Deutschland erodiert,

der sonntägliche Gottesdienstbesuch und das sakramentale Leben gehen stark zurück,

die Beichte ist vielfach verschwunden,

die Zahl der Berufungen für den Dienst des Priesters und für das gottgeweihte Leben hat – ebenso wie Firmungen oder Eheschließungen – drastisch abgenommen.

 

Dies schrieb Ihnen der Heilige Vater bei Ihrem ad-limina-Besuch 2015 bereits ins Stammbuch.

 

 

Sie sind als Bischöfe aufgerufen, den Glauben zu verkünden, ob gelegen oder ungelegen und stehen nun an einer Wegscheide, denn „wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein“ (Jak.4,4).

Prophetisch die Voraussage des verstorbenen Erzbischofs Dr. Dr. Johannes Dyba im Jahre 1985, der beim Eintreffen bestimmter Entwicklungen, wie sie sich unter Ihrer Leitung derzeit abzeichnen, von der Wandlung der Kirche Jesu Christi in eine  a n d e r e  Kirche sprach.

 

Eindringlich rufen wir Sie auf, sich Ihres Weiheversprechens zu entsinnen, denn bedenken Sie:  „ wenn die Posaune einen unbestimmten Schall gibt, wer wird sich zum Streite rüsten? … Wenn ihr nicht eine deutliche Rede vorbringt, wie wird man erkennen, was gesagt wird?  Ihr werdet in den Wind reden! “ (1 Kor,14,8 ff)

 

Für den Arbeitskreis

 

 

(Dr. med. Dieter Fasen)                   (Gabriele Freudenberger)                      (Steffen  Wiegand)