Pressekonferenz des Domkapitels des Bistums Limburg am 23.10.2013.  Geis entlarvt sich als klerikaler Jakobiner

 

Ein Kommentar von Stadtrat a. D.  Bernhard Mihm   (26.10.2013)

 

Nachdem Papst Franziskus Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst für eine begrenzte Zeit beurlaubt und den vom beurlaubten Bischof designierten Generalvikar zum vorläufigen Administrator der Diözese bestellt hatte, um im Bistum wieder Ruhe einkehren zu lassen, erklärten sowohl der Domdekan Geis als auch der stellvertretende Generalvikar Wanka vor der Presse, der Bischof könne und dürfe nicht mehr zurückkehren. Von Journalisten gefragt, ob dies eine „friedliche Revolution“ im Bistum Limburg gewesen sei, scheute sich Domdekan Geis nicht, zu antworten: „Wenn Sie das so sehen, ist sie noch nicht zu Ende“.

 

Mit diesem Diktum demonstriert Geis nicht nur seine Illoyalität dem Bischof gegenüber, sondern auch konfrontativ gegenüber dem Papst. Keiner seiner „Mitbrüder“ im Domkapitel distanzierte sich von dieser ungeheuerlichen Erklärung.

 

Es waren die Anhänger des Erzbischofs Lefebvre, die dem II. Vatikanum vorwarfen, er habe die Französische Revolution in der katholischen Kirche nachvollzogen. Diese ungerechte Kommentierung des Konzils erhält mit dem Jakobinertum im Limburger Domkapitel und (in weiteren Kreisen des Limburger Klerus) leider den Anschein der Berechtigung.

 

Damit freilich, und erst damit erhalten die Vorgänge um Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst eine beunruhigende weltkirchliche Dimension; Rom darf sich das eigentlich überhaupt nicht gefallen lassen.

 

Das Verhalten von Geis, Wanka und Co bestätigt, dass es nicht irgendwelche Baukosten sind, so unangenehm sie sein mögen, die in Limburg die Bischofskrise erzeugt haben. Es ist vielmehr ein Kampf in der Kirche um die Kirche. Ein in Jahrzehnten angewachsener Ungeist tritt mit Vehemenz zutage; man will, nach dem Muster des Protestantismus und zusätzlich genährt durch die Ideen der 68-er Kulturrevolution eine „andere“ Kirche;  antiautoritär und emanzipatorisch, wie man sie in einschlägigen Kreisen die ideale Gesellschaft von morgen zu benennen pflegt.

 

Dem stand der rom- und traditionstreue katholische Bischof Tebartz-van Elst im Wege. Deshalb musste er „weg“, und kein Mittel war zu mies, um diesem Ziel näherzukommen. Und unverdrossen macht man weiter: dieser Bischof muss weg, und wenn Papst Franziskus nicht auf die Schmeichelei hereinfällt, wie sehr man seiner „neuen“ Linie treu sei, dehnt man die Revolution halt auf ihn aus.

 

Gott helfe seiner von innen geschundenen Kirche!