Der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz ist schon in seiner Neuen Kirche angekommen       (31.07.2014)

Bemerkungen von Herrn Professor Dr. Gross

 

Unter den Aufmachern „Sechs Jahre Despotie und Duckmäusertum“ und „Die Folgen des Tebartz-Skandals“ hat der Frankfurter Stadtdekan in zwei Frankfurter Blättern seine Neue Frohe Botschaft  verkündet: So wird er zitiert: „sechs Jahre Duckmäusertum haben die stolze Stadtkirche belastet… . Die Rahmenbedingungen der Realität haben für das Bild, das Tebartz van Elst vom Bistum im Kopf hatte, einfach nicht gepasst…Die fristlose Kündigung eines hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiters wurde als ungerecht und ungehörig angeprangert. Die Freunde des Hauses der Begegnung formierten sich und aktivierten ein Netzwerk. „ Seine Botschaft ist auch zugleich seine Rezension des gerade erschienen Buches „ Der Fall Tebartz van Elst – Kirchenkrise unter dem Brennglas“, in  dem er selbst den vielsagenden Beitrag verfasst hat: „ Eben langst!- Der Fall Tebartz van Elst aus Frankfurter Sicht.“

 

Sein Beitrag und der des FAZ  Redakteurs werden im Vorwort als essayistisch angekündigt. Beide Autoren werden Persönlichkeiten genannt, die selbst wesentlichen  Anteil an den Geschehnissen haben, indem sie, um Aufklärung und Problemlösung bemüht, sich selbst dem Risiko aussetzten als Feinde der Kirche oder doch des Bischofs  gebrandmarkt zu werden.

 

Wie Recht doch der Verfasser des Vorwortes mit  „dem wesentlichen Anteil an den Geschehnissen“ beider hat und wie gut er mit seiner Formulierung „um Aufklärung und Problemlösung bemüht“ beide getroffen hat: Der FAZ Redakteur, inoffizielles Sprachrohr einer mächtigen, tonangebenden Gruppierung in der deutschen Amtskirche, die den Bischof wegen seiner glaubenstreuen Haltung loswerden wollte, hat als Theologe und Spezialist für die Renovierung denkmalgeschützter kirchlicher Immobilien,  als Kenner einer angemessenen  bischöflichen Liturgie und als Fachmann für das Anforderungsprofil eines Bischofs die ahnungslose Öffentlichkeit, die noch nichts von dem innerkirchlichen Textfeld:  Bürgerkrieg weiß, mit einem selbst nährenden Furor so gut aufgeklärt, dass diese den Kopf des Bischofs wollte und ihn auch bekam.

 

Nach der Problemlösung d.h. der Beseitigung des Problems Bischof im Sinne der Neuen Kirche liefern nun Autoren dieses Buches die eigentliche Aufklärung zur rechten Zeit nach wie die Neue Kirche auszusehen hat, so wie der Stadtdekan schon in einigen Presseinterviews die Vorstellung von ihr präzisiert hat: eine demokratisch verfasste Kirche, in der die Gremien - oder besser gesagt Rätekatholiken das Sagen haben, das Weihepriestertum durch das allgemeine Priestertum ersetzt wird, und in der folgerichtig auch die Frauenordination ihren Platz und der Zölibat keinen Sinn mehr hat; kurzum eine protestantisierte Kirche: Wie diese Neue Kirche aussieht, zeigt symbolhaft das Bild von ihm in den beiden Frankfurter Blättern aufgenommen in seiner Kirche.

Einen älteren Herrn, dem man an seiner Kleidung nicht ansehen kann, dass er einmal die Priesterweihe empfangen hat. Er kniet nicht, er sitzt auf einer Kirchenbank, wohin er als  Priester eigentlich nicht gehört. Er ist allein, die Kirche ist leer, es gibt keine Gläubigen. Er blickt in der Kirche nicht auf das Allerheiligste, nein, er schaut für die Zeitung in die Kamera:  Gewiss eine gelungene Selbstinszenierung, sicher aber auch eine Entlarvung, vielleicht unbewusst.

 

Bildquelle: Frankfurter Neue Presse