Die Macht der „Machtlosen“. Eine Weihnachtskrippe im Frankfurter Hauptbahnhof                     (16.12.2012)

Die Macht ist in Geschichte und Gegenwart unzählige Male missbraucht worden: militärisch, politisch, ideologisch, sogar (angeblich) religiös. Gelegentlich ist von „kriminellen Intelligenz“ die Rede. Im vergangenen Jahrhundert tobten geradezu zwei totalitäre Systeme. Konzentrationslager und der „totale Krieg“, ebenso wie der „Archipel Gulag“ waren ihre Erkennungszeichen.

Hier soll von geistiger Macht die Rede sein. Man könnte auch von moralischer Ausstrahlungskraft und Mächtigkeit sprechen.

Die Mächtigkeit des Geistes schöpft aus eigenen und göttlichen Quellen. Starke Persönlichkeiten hören auf die Stimmen des Gewissens, unterdrücken nicht das Herz, den Geist löschen sie nicht aus, die Weisheit, ihren Weitblick und Tiefblick halten sie hoch. Als Zeugen Jesu Christi in der Welt finden sie die Kraft, sich den Terror- und Gewaltmenschen zu widersetzen. Sie wissen, dass man Gott die Treue zu halten hat. Daher sind sie bereit, ihr Leben zu opfern und in den Tod zu gehen – eingedenk der Worte Jesu: Niemand hat eine größere Liebe als wer sein Leben hingibt für seine Freunde.

Nennen wir ein paar Zeugen einer solchen Liebe: Thomas Morus, Franz Jägerstätter, Oscar Romero, Jerzy Popiełuszko gehören dazu.

Ihr reifes Leben entsprang den Seligpreisungen der Bergpredigt.   

Ziel und Sinn der Geschichte ist es, dass sich das Martyrium erübrigt. Diesen Gedanken hat der polnische Dichterphilosoph Cyprian Kamil Norwid (1821 – 1883) den Politikern, aber auch den Politologen, den Vertreten der „öffentlichen Meinung“, ebenso den gewöhnlichen Sterblichen ins Stammbuch geschrieben. Das ist wichtig, damit alle wissen, wer einen Lorbeerkranz verdient und wer kein Denkmal verdient - wo auch immer.

Nichtchristen mögen den christlichen Glauben nicht teilen, aber kein redlicher Mensch kann leugnen, dass Jesus Christus das Antlitz der Erde grundlegend erneuert hat – zum Guten (hin), zum Sinn (hin), zum „Leben in Fülle“ (hin), zur  Hoffnung (hin).

Was aber haben die genannten Lichtgestalten mit dem „Weihnachtsgeheimnis“ zu tun?

Was menschliches Leben ist, was Menschsein bedeutet, was Wahrheit bedeutet, was die Liebe bedeutet, die stärker ist als der Tod, das haben sie in der Schule Jesu gelernt. Das Licht von Bethlehem erleuchtete ihren wachen Geist.

Und ein Letztes: als Jesus geboren wurde, legte sich ein finsterer Schatten über Bethlehem – das Blutbad, das an den Neugeborenen verübt wurde. War das eine Vorahnung der totalitären Menschlichkeitsfinsternis und Gottesfinsternis des 20. Jahrhunderts?

Dennoch: das Licht Christi besiegt auch den Schatten der Totalitarismen. Gloria victis.

 

Ein Auszug der Pressemilleilung nach  www.caritas.de:

Die aus Holz geschnitzte Weihnachtskrippe mit fast lebensgroßen Figuren kommt aus Zakopane in Polen, wo sie von Schülern der Kenar-Schule gestaltet wurde, die auf eine über 120-jährige Kunsthandwerkstradition zurückblickt. Es ist eine zeitgenössische Krippe, die bewusst rau gehalten wurde und ohne Farbe auskommt. Neben der Krippe gibt es einen „Wunsch-Weihnachtsbaum“, an den Passanten gute Wünsche, kleine Texte oder Gebete hängen können.

„Mit der Krippe und dem Wunschbaum wollen wir die besondere Bedeutung von Weihnachten jenseits von Hektik, Kaufrausch und leuchtenden Glitzerwelten bewusst machen“, erläutert Sigrid Bender, die Leiterin der BM die adventlichen Aktionen. „Advent und Weihnachten sollen für die Menschen am Bahnhof unmittelbar in ihrem Alltag erlebbar werden und ihnen Hoffnung und Zuversicht geben.“ Weitere Infos und Pressekontakt:Sigrid Bender, Leiterin der Bahnhofsmission Frankfurt, Telefon 069 234468. Träger der ökumenischen Bahnhofsmission Frankfurt: Caritasverband Frankfurt e.V. und Diakonisches Werk für Frankfurt am Main 

An den beiden Adventssamstagen am 15. und am 22. Dezember gibt es jeweils um 15 Uhr an der Krippe eine kleine Adventsandacht mit Liedern und Texten zur Vorweihnachtszeit. Auch hierzu lädt die Bahnhofsmission herzlich ein.

Das Bild: ein Teil der Bahnhofskrippe vom 2010