„Ich könnte so nicht leben“ und Beweis aus versteckter Kamera

Wie sich die Tebartz-van Elst-Kritiker selbst demaskieren  (11.10.2013)

 

Von der Bundespressekonferenz dazu „eingeladen“, äußerte sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz gestern zu Limburgs Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Im Kontext mit den Vorwürfen gegen den Limburger Bischof formulierte dessen Freiburger „Mitbruder“ unter anderem wörtlich wie folgt: „ Ich könnte so nicht leben“. Man zuckt zusammen: Was Unfassbares ist da dem Mund eines katholischen Bischofs entfahren? War das nicht die Aufforderung zum Selbstmord?

 

Nun mag Zollitsch sich mit der Interpretation herauswinden, er habe nur „bildhaft“ darauf anspielen wollen, dass er mit dergleichen Vorwürfen nicht weiter im Amt bleiben wolle. War er selbst aber dann so umsichtig, wie er selbst in derselben Pressekonferenz das von Tebartz-van Elst abverlangte?

 Das Gleichnis Jesu vom Splitter im Auge des anderen, dem Balken aber im eigenen drängt sich auf. Splitter beim anderen,  Balken bei sich selbst: Genau in solchem Zustand reist übrigens Zollitsch nächste Woche nach Rom. Denn wenn es beim Limburger Bischof um ein aus dem Ruder gelaufenes Bauvorhaben geht, muss der Freiburger Bistumsadministrator gerade stehen für ein Papier, das die Gläubigen zu nichts anderem verleitet als einem unwürdigen Empfang des Leibes Christi. Genau das aber ist in der Heiligen Schrift mit dem „Gericht“ bedroht, nicht die Überziehung eines Kostenvoranschlages.

 

Und dann der vieldiskutierte Auftrag der Staatsanwaltschaft Hamburg, gegen den Bischof von Limburg einen Strafbefehl wegen Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung zu erlassen. Nun mögen die Hamburger Juristen den Fall subsumieren, wie sie das meinen tun zu müssen. In der Substanz geht es um ein Interpretation-Hick-Hack, in das sich Tebartz-van Elst verheddert haben mag. Und noch ein Umstand wäre in Hamburg juristisch zu bewerten: Zum Beweis für die Straftat des Bischofs kann die Staatsanwaltschaft nur mit einer Aufnahme aufwarten, die die famosen Spiegel- Journalisten mit versteckter Kamera gemacht haben. Dem angerufenen Gericht ist jetzt die Aufgabe gegeben, zu entscheiden, ob eine solche Aufnahme überhaupt verwertet werden darf. Die medienethische Entscheidung des Fernseh- und Spiegelkonsumenten aber kann schon jetzt erfolgen.

 

Sie besteht in einem einzigen Wort: „Pfui!“

 

Bernhard Mihm