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Der synodale Irrweg (1) - eine Erörterung, die durch die Deutsche Bischofskonferenz eine hohe Aktualität erfährt

Mit der These von systemischen Ursachen für sexuelle Übergriffe von Klerikern betreibt der synodale Weg Missbrauch des Missbrauchs

Von Gabriele Freudenberger.

Die Medien prägten den Begriff „Missbrauchsskandal“. Aber auch Bischöfe und ZK-Katholiken haben die sexuellen Übergriffe von Klerikern skandalisiert, um einen Vorwand für die umstürzende Kirchenveränderung zu haben. Sie behaupten, an den Missbrauchsvergehen von Geistlichen und dem Vertuschen von Bischöfen seien nicht die handelnden Personen schuld, sondern kirchliche „Strukturen“. Wenn personale Schuld von Tätern in eine anonyme Täterschaft von Strukturen verwandelt wird, können sich die bischöflichen Vertuscher in den Ordinariaten leicht hinter den bösen Strukturen verstecken. Wenn „systemische Faktoren“ sowie die kirchliche Lehre zu Sexualität und Ehe Übergriffe begünstigt oder gar verursacht hätten, dann müssten sie geändert werden. Genau das soll auf der kürzlich begonnenen Synodalversammlung geschehen. Man will die kirchliche Lehre und Ordnung auf den Kopf stellen: Umwertung der biblisch-kirchlichen Ehe- und Sexualmoral, Infragestellung des priesterlichen Zölibats sowie die Umwandlung der bischöflich-sakramentalen Kirchenverfassung in ein demokratisch-politisches Partizipationssystem. Begründung und Vollzug des synodalen Wegs beinhalten einen Missbrauch des Missbrauchs.

Eine ähnliche Instrumentalisierung des Missbrauchs kann man an dem Papstfilm von Christoph Röhl studieren. Der Filmautor unterstellt Papst Benedikt systemischen Machtmissbrauch und Vertuschung der klerikalen Übergriffe. Nachweislich ist das Gegenteil richtig. Die Kritik an dem filmischen Machwerk, mit der die folgende Analyse beginnt, entlarvt auch die unlautere Strategie der DBK-Bischöfe. B. A.

Mediale Skandalisierung des Benedikt-Pontifikats

Das Pontifikat von Papst Benedikt XVI. wurde von Anfang an von Journalisten und links-liberalen Theologen skandalisiert. Ab 2010 versuchten die deutschen Medien verstärkt, hinter den bekanntgewordenen Missbrauchsfällen von katholischen Geistlichen den Papst als zentralen Vertuscher hinzustellen. Dazu berichtete der damalige SPIEGEL-Redakteur Matthias Matussek in der WELT vom 15. 6. 2011 eine aufschlussreiche Geschichte: Er hatte zu dem Papstbuch von Peter Seewald eine positive Rezension geschrieben. Dafür wurde er vom stellvertretenden Chefredakteur abgemahnt mit den Worten: „Pass mal auf, wir haben 13 Leute an der Front, die versuchen, dem Papst Verwicklungen in dem Missbrauchsskandal nachzuweisen. Da kannst Du doch nicht kommen und den Papst freisprechen!“ Verräterische Sprache: Mehr als ein Dutzend Journalisten wurden mit klarem Verdachtsauftrag an die „Front“ geschickt, um im Propagandakrieg gegen die Kirche dem Papst einen Skandal anzuhängen. Die Reporter mussten liefern. Und wenn sie keine belegbaren Fakten fanden, dann eben Beschuldigungen und Gerüchte. Die Journalisten des Hamburger Magazins sind darin Profis, auch VorSPIEGELeien im Stil von Tatsachenberichten zu verkaufen.

Dem Null-Toleranz-Papst Benedikt soll Missbrauchsvertuschung angehängt werden

Ein erneuter Versuch, Papst Benedikt Missbrauchsvertuschung anzuheften, besteht in dem Film von 2019 ‚Der Verteidiger des Glaubens‘ von Christoph Röhl. Der Filmautor behauptet, Papst Benedikt habe alles geheim gehalten, „alles vertuscht – das hat er getan“ – so in einem Deutschlandfunk-Gespräch. Die Vorwürfe und Verurteilungen sind nicht neu. Röhl wärmt nur die Beschuldigungen auf, die Theologen und Journalisten – unter anderem die 13 auf den Papst angesetzten SPIEGEL-Leute - zusammengeschrieben hatten. Und das waren weniger die „realen Fakten“ (Röhl) als selbstverfestigte Verdächtigungen und Verurteilungen.

In Wirklichkeit führte Joseph Ratzinger in seiner Amtszeit als Kurienkardinal und Papst neue Maßstäbe für Aufklärung und Bestrafung von klerikalen Missbrauchstätern ein.
- Er setzte das Programm der Null-Toleranz in der Kurie durch. In den 90er Jahren waren bei übergriffigen Geistlichen auf Anraten von Psychologen meistens Therapiekurse verordnet worden. Das führte nach „erfolgreichen“ Kursbesuchen zu den katastrophalen Wiedereinsetzungen selbst von Serientätern in die Seelsorge.
- Es war das Verdienst Kardinal Ratzingers, schon 1988 auf die Schwächen der Kirchenrechtsanwendung durch die Diözesanbischöfe hingewiesen zu haben.
- Auf seine Initiative wurde 2001 das kirchliche Strafrecht zum sexuellen Missbrauch verschärft und in der Römischen Glaubenskongregation ein eigener Gerichtshof als zentrale kirchliche Untersuchungs- und Strafbehörde eingerichtet.
- Im Rahmen dieser Initiativen wurden in seiner Amtszeit knapp vierhundert Missbrauchspriester mit der kirchenrechtlichen Höchststrafe der Laisierung belegt und somit aus der Seelsorge entfernt.
- Ratzinger/Benedikt war nicht der vatikanische Bremser von Aufklärung und Strafen bei klerikalen Sexualvergehen, wie der Film behauptet. Im Gegenteil: Der Wiener Kardinal Schönborn bescheinigt ihm, dass er die Null-Toleranz-Maßnahmen gegen erheblichen Widerstand in der Kurie durchsetzen musste. Das gilt insbesondere auch für Ratzingers Vorgehen gegen den notorischen Sexualtäter Marcial M. Degollado. Erst nachdem er als Papst Benedikt die Macht dazu hatte, enthob er den Gründer der Legionäre Christi aller seiner Ämter.
- Schließlich ist die Behauptung infam, der Papst habe nie mit Missbrauchsopfern gesprochen. „Benedikt XVI. traf sich auf mehreren Reisen mit Opfern sexuellen Missbrauchs, insbesondere im September 2011 in Erfurt. Dieser Umstand wird verschwiegen, was den Film unseriös macht.“ (DBK-Pressemitteilung vom 31. 10. 2019). Röhls Aussage, er finde es „wahnsinnig wichtig“, das positive Bild des Papstes zu zerstören, zeigt ihn als antikirchlichen Eiferer. 

Die Homo-Lobby führte im Hintergrund Regie

Christoph Röhl war einige Jahre als Englisch-Tutor an der Odenwaldschule tätig. Später erstellte er über das Missbrauchsinternat einen Film. In einem ZEIT-Interview nach den Parallelen zwischen der „eher linken Odenwaldschule und der erzkonservativen Kirche“ gefragt, meinte der Filmemacher, die libertäre UNESCO-Schule mit ihrer sexual-liberalen Reformpädagogik wäre im Kern genauso autoritär gewesen wie die katholische Kirche. Nach dieser Gleichung: ‚liberal = autoritär’ würden völlig gegensätzliche Systeme gleiche Ergebnisse hervorbringen – eine begriffs-absurde These.

Gegenüber solchen grobschlächtigen Verallgemeinerungen sind Untersuchungen von einzelnen Vergleichssektoren durchaus erhellend:
In der Kirche liegt der Anteil von männlichen Missbrauchsopfern bei 80 Prozent. Abzüglich der über zehn Prozent Opfer im vorpubertären Alter sind zwei Drittel der Übergriffe an geschlechtsreifen Jungen und Jugendlichen begangen. Noch höher liegt nur der Prozentsatz von missbrauchten Schülern der nachpubertären Phase in der hessischen Eliteschule.

Was ist der Grund dafür, dass allein in diesen beiden so verschiedenen Institutionen ein signifikant höherer Anteil von sexuellen Übergriffen an postpubertären Jungen vorkam als in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen wie in Vereinen, Familien, Nachbarschaften etc.?

In der Odenwaldschule wurden die meisten Missbräuche von homosexuellen Lehrern begangen. Bekannt wurden der schwule Direktor und ein Musiklehrer als Serientäter, tatsächlich wurden mehr als ein Dutzend homophile Pädagogen übergriffig. Auch für die Kirche ergibt sich die Evidenz, dass für den Zwei-Drittel-Anteil an männlichen geschlechtsreifen Missbrauchsopfern eine beträchtliche Anzahl von homosexuellen bzw. ephebophilen Klerikern verantwortlich sein muss. Das ist nachweisbar aus dem Pennsylvania-Report und wird auch durch eine europäische Studie erhärtet, die die MHG-Studie zitiert: Danach offenbarte sich 42 Prozent der kirchlichen Missbrauchstäter als homo- oder bisexuell. Aufgrund der Mehrfachtäterschaft ist dieser Homosexuellen-Anteil den zwei Drittel an postpubertären Missbrauchsopfern zuzuordnen. Ohne Berücksichtigung der relativ hohen Täterquote von homosexuell orientierten Klerikern kann eine transparente Aufklärung und Prävention in der Kirche nicht gelingen. Aber dieser Aspekt wird durchgängig von den Bischöfen, Theologen und Medien tabuisiert – selbstverständlich auch in dem Röhl-Film.

Papst Benedikt hatte am Ende seines Pontifikats eine Untersuchung zu den Seilschaften und Einflusswegen der Homo-Lobby im Vatikan angeordnet. Sein Nachfolger ließ die mehrhundertseitige Studie versenken und förderte sogar homosexuell kompromittierte Prälaten wie McCarrick, Ricca, Zanchetta u. a.

Verdopplung der Missbrauchszahlen in den Jahrzehnten nach dem Konzil und der sexuellen Revolution der 68er

Auch zu dem zeitlichen Schwerpunkt der Missbräuche gibt es aufschlussreiche Parallelen. In den 20 Jahren direkt nach der sexuellen Revolution der 68er explodierten die Missbrauchszahlen an der Odenwaldschule. Die 132 nachgewiesenen Missbrauchsopfer, geschätzt über 500, fielen in die Zeit, als die Grünen-Partei in Deutschland und die Creme der linken Philosophen in Frankreich die gesetzliche Erlaubnis zum sexuellen Missbrauch an Minderjährigen forderten. Diese Botschaften im Klima der sexuellen Revolution affizierten auch die (progressiven) Kleriker in Europa. Das Konzil hatte dafür in den 60er Jahren den Boden bereitet, indem es eine Öffnung der Kirche zu Welt und Zeitströmungen empfahl. Jedenfalls verdoppelten sich die kirchlichen Missbrauchszahlen in den beiden Jahrzehnten nach dem Konzil. Diese statistisch eindeutigen Ergebnisse lieferten die drei John-Jay-Studien. Dagegen versuchten links-liberale Journalisten und Theologen mit kapriziösen Interpretationsbemühungen aufzuzeigen, dass der horrende Missbrauchsanstieg gar nichts mit der libertären Sexualrevolution zu tun hätte. Als Papst em. Benedikt kürzlich auf den offensichtlichen Zusammenhang hinwies, fielen die einschlägigen Medien mit Härte und Häme über ihn her. Die Abstreitung von gesellschaftlichen Einflüssen auf die Kirche ist Teil der Strategie von Medien und Bischöfen, die Gründe für Missbrauch von Klerikern ausschließlich kirchlichen Systemfaktoren in die Schuhe zu schieben. Auf dieser Linie bewegt sich auch der Film über Papst Benedikt. Der Filmautor fokussierte sich nach eigenen Angaben zunächst auf systemischen Dynamiken in der Kirche, um dann in der Filmausführung Papst Benedikt als personales Zentrum der angeblichen kirchlichen Missbrauchsvertuschung anzuschwärzen. Bei seinem Film zur Odenwaldschule hat Röhl dagegen die systemischen Missbrauchshintergründe in der links-liberalen Reformpädagogik fein ausgeblendet.

Täterschaft der Strukturen? – eine erneute Vertuschung von Seiten der Bischöfe

Die führenden DBK-Bischöfe haben ebenfalls die fatale Entscheidung getroffen, kirchliche Lehrtraditionen und Lebensformen wie Zölibat und biblische Sexualmoral als missbrauchsverursachend zu verdächtigen. Sie sehen die Missbrauchstaten in den Strukturen der Kirche verankert, ja sogar in der DNA der Kirche. Der Limburger Bischof Georg Bätzing behauptete, die ganze Kirche „muss“ sich als „Täterorganisation“ bezeichnen lassen, obwohl mit vier Prozent der Kleriker nur eine kleine Minderheit an den Missbrauchsvergehen beteiligt war. „Systemische Ursachen“ in der Kirche hätten die sexuellen Übergriffe von Klerikern entscheidend begünstigt. Die personale Schuld von Tätern wird auf solche Weise in eine anonyme Täterschaft von Strukturen verwandelt. Diese Schuldverschiebung nützt auch den Vertuschern in den Ordinariaten, indem Bischöfe, Generalvikare und Personaldezernenten sich hinter den bösen Strukturen verstecken können.

Das urchristliche Anliegen von Kinderschutz im Kontext der Gesellschaft

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey warnte Ende 2018 davor, Missbräuche als isolierte kirchliche Phänomene zu betrachten. Nach ihren Worten ist „sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ein gesamtgesellschaftliches Problem“: Rund eine Million Kinder und Jugendliche sind in Deutschland von Missbrauch betroffen. In jeder Schulklasse sitzen ein bis zwei Kinder, die Missbrauchserfahrungen gemacht haben. Angesichts dieser horrenden Dimensionen kann die Kirche nicht so tun, als wenn die 3677 Missbrauchsopfer, die die MHG-Studie für einen Zeitraum von 70 Jahren nennt, allein kirchlich-strukturell bedingt seien und damit völlig anders zu erklären wären als in der umgebenden Gesellschaft.  Zwar ist und bleibt die Kirche als Stiftung Christ die una sancta, aber die Gläubigen und Kleriker sind stets auch sündenanfällige Menschen. Aus dieser Dialektik von heiliger, heilbringender Kirche und einzelnen sündigen Klerikern und Gläubigen sind Grundsätze für die Aufarbeitung der kirchlichen Missbrauchsfälle abzuleiten:

- Sexuelle Übergriffe von Klerikern und Laien sind in erster Linie als sündig-menschliches Versagen, in schwerwiegenden Fällen als Verbrechen und schwere Sünde anzusehen. Daraus ergibt sich die Pflicht für die kirchlichen Leitung, Missbrauch moralisch zu ächten und für eine gerechte (kirchliche und weltliche) Bestrafung der Täter zu sorgen.
- Auch Themen wie Täterstrategien und Vertuschung sowie Prävention und institutionelle Kontrollen sind im vergleichenden gesellschaftlichen Rahmen aufzuarbeiten. Sie sollten in der Kirche intensiv und vorbildlich für andere gesellschaftliche Institutionen angegangen werden, was teilweise schon geschieht.
- Nach dieser grundsätzlichen Einschätzung sind die kirchenspezifischen Aspekte in den Blick zu nehmen - wie etwa die oben aufgezeigte hohe Täterquote von homosexuellen Klerikern, Missbrauch in pastoraler oder geistlicher Betreuung, klerikale Übergriffe in Nonnenorden  etc. Wenn die Kirche in dieser Weise den Schutz der Kinder und die Abwehr von übergriffigen Tätern angeht, wird das für die anderen gesellschaftlichen Bereiche Ausstrahlung haben.

Die Kirche hat in der Bibel und ihrer Geschichte starke geistliche Ressourcen zu Achtung und Schutz der Kinder. Das beginnt mit verschiedenen Jesusworten: Wer Kinder aufnimmt, nimmt Jesus / Gott auf; die spirituelle Haltung des Kindwerdens und Kleinwerdens; der Geist echter Kindschaft vor Gott; schließlich das Fluchwort von den Mühlsteinen gegen Kindesverführer und Knabenschänder. Die Kirche hat vor Gott, von den Vorgaben der Bibel her und nach ihrem eigenen Selbstverständnis die Pflicht, Kinder vor Missbrauch zu schützen und Täter einer Strafe zuzuführen. Bei diesem Vorgehen kann sie sich an der frühen Kirche orientieren:

Die frühen Christen duldeten in ihren Reihen keine der antiken kinderverachtenden Praktiken wie Abtreibung, Aussetzung behinderter Kinder, Kinderverkauf an Menschenhändler zur Prostitution, Verpfändung von Kindern sowie in Homosexualität eingebettete Knabenliebe. Aus dem Geiste Christi sollte die Kirche die Missbrauchs-Verfehlungen von Klerikern und Laien streng ahnden. Aus der urchristlichen Wertschätzung von Kindern könnte sie dabei Vorbild sein für den Kinderschutz in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Wir empfehlen Ihnen die Petition https://www.lifesitenews.com/news/successful-petition-supports-german-catholics-opposing-bishops-protestantizing-church mit Ihrer Unterschrift zu unterstützen.