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Anlässlich der unterschiedlichen theologischen Einschätzungen der Coronapandemie ein klärender Beitrag

Die gegenwärtige Coronakrise als Strafe Gottes?                        Die Sünde der Abschaffung der Sünde

Prof. Dr. med. Eberhard  Gross

Wenn es keine Sünde (mehr) gibt, dann gibt es auch keine Schuld, wenn es keine Schuld (mehr) gibt, dann gibt es auch keine Buße, keine Strafe. Die Sünde ist durch das Böse ersetzt worden. Seine Existenz lässt sich zwar schon allein aus seiner wesensmäßigen Definition als Gegensatz des Guten nicht leugnen, aber doch mühelos in ein soziobiologisches Phänomen überführen, das als materiell begründetes Faktum keine Sünde sein kann und somit der Strafe, geschweige denn der Reue und Buße entzogen ist. Allerdings kann der Staat entgegen dieser allgemein verbreiteten biologistischen Sicht aus praktischen Gründen auf die Strafjustiz (noch) nicht verzichten.

Dass die Amtskirche sich diese Sicht zu Eigen gemacht hat, hat sie kürzlich wieder durch einige ihrer Bischöfe verkünden lassen, insbesondere durch ihre empörende Reaktion auf die Erklärung von Bischof Eleganti (Chur), der von der Coronakrise als einer Strafe Gottes wegen des Glaubensabfalls sprach. Deswegen seien jetzt Umkehr, Buße und Gottesvertrauen gefragt. Weihwasserbecken zu leeren, sei dagegen eine "Kapitulation" des Glaubens. Erzbischof Schick (Bamberg) behauptete in seiner Entgegnung, dass es zynisch sei das Coronavirus als Strafe Gottes zu bezeichnen und mit Jesu Botschaft unvereinbar. Der Vorsitzende der DBK Bätzing (Limburg) sieht in der Verbreitung des Coronavirus „gewiss keine Strafe Gottes, vor der wir Angst haben müssen und der wir nicht entkommen können. Gott liebe die Menschen bedingungslos und er möchte, dass es uns gut geht". Beide leugnen damit überhaupt eine Strafe als angemessene Antwort auf ein Fehlverhalten, ja überhaupt ein eigenverantwortliches Fehlverhalten und damit in der Sprache der vorkonziliaren Kirche die Sünde, Reue und Buße. Diese biologistische Sicht verbergen sie hinter der Barmherzigkeit und der „bedingungslosen Liebe Gottes, der möchte, dass es uns gut geht.“ Daher sprechen sie auch nicht von der Gerechtigkeit Gottes, die zu ihrer Sicht nicht so recht passen will, und tun so, als würden sie die Hl. Schrift nicht kennen.

Dass die Amtskirche derzeit in der Versammlung zum Gebet und in der Hl. Messe nur noch die Gesundheit gefährdende Risiken sieht, ist so nur folgerichtig.  Die freiwillige Schließung der Kirchen ist wohl in der Kirchengeschichte erst- und einmalig. Es fällt schwer, in diesen Akten der Amtskirche kein Menetekel zu sehen.

Mit dieser amtskirchlichen Theologie, die eine Deutung von Krisen wie Kriege und Seuchen als Strafe Gottes leugnet, läuft die Heilsgeschichte ins Leere, sie ist ziel - und zeitlos, d.h. es gibt sie nicht mehr. Wenn es keine Sünde gibt, gibt es auch keine Rechenschaft, kein jüngstes Gericht, aber auch keine Erlösung.

Dass es der modernen Gesellschaft, ihren Wortführern und den Konstrukteuren dieser Neuen Gesellschaft und auch der Neuen Kirche nicht so wohl ist wie sie uns glauben machen, verraten ihre semantischen Verschleierungen. Mit der Umdeutung der Begriffe beanspruchen sie zwar nicht nur die Deutungshoheit, sondern haben sie schon längst unbemerkt vor den Adressaten übernommen. Doch damit geben sie zu, dass es ohne den semantischen Schwindel nicht gelingt, die Sünde abzuschaffen.

Die Abschaffung der Sünde durch die Umdeutung der Begriffe(1), so von Unrecht in Recht ist die schlaueste (dämonische) Art der Verführung sich von Gott abzuwenden. Das folgende Gebet, welches Rev. Joe Wright zur Eröffnung des Senats in Kansas (USA) gebetet hat, ist ein tiefsinniges Bekenntnis dieser Sünde und hat mich zu den obigen Überlegungen geführt. Ob ein solches Gebet von einem Bischof der deutschen Amtskirche öffentlich gebetet würde, darf mit Recht bezweifelt werden.

(1) Anmerkung: Es sei darauf hingewiesen, dass der Begriff Sünde auch die Bedeutung der Absonderung von Gott hat.

Die neue Sitzung des Senats von Kansas wurde eröffnet von

Rev. Joe Wright mit folgendem Gebet:

„Himmlischer Vater, wir treten heute vor Dich, um Dich um Vergebung

anzuflehen und um Deine Weisung und Führung zu bitten.

Wir wissen, dass Dein Wort sagt: 'Wehe denen, die das Böse als gut

bezeichnen', aber genau das haben wir getan.

Wir haben unser geistiges Gleichgewicht verloren und unsere Werte

umgekehrt.

Wir haben die absolute Wahrheit Deines Wortes verspottet und nannten

es Pluralismus.

Wir haben andere Götter verehrt und es Multikulturalismus genannt.

Wir haben Perversion befürwortet und es alternative Lebensweise

genannt.

Wir haben die Armen ausgenutzt und es Lotterie genannt.

Wir haben Faulheit belohnt und es Wohlfahrt genannt.

Wir haben unsere ungeborenen Kinder getötet und nannten es

Entscheidungsfreiheit der Frau.

Wir haben Abtreiber unterstützt und es als gerechtfertigt bezeichnet.

Wir haben es versäumt, unsere Kinder zu disziplinieren und nannten es

Aufbauen von Selbstwertgefühl.

Wir haben Macht mißbraucht und es Politik genannt.

Wir haben öffentliche Mittel unterschlagen und nannten es wesentliche

Ausgaben.

Wir haben Bestechung institutionalisiert und es Süßigkeiten des Amtes

genannt.

Wir haben den Besitz unseres Nachbarn begehrt und es Ehrgeiz genannt.

Wir haben die Luft mit Obszönitäten und Pornografie verschmutzt und

dies als Meinungsfreiheit bezeichnet.

Wir haben die alten Werte unserer Vorfahren verspottet und es Erleuchtung

genannt.

Erforsche uns, oh Gott,  und erkenne heute unsere Herzen, reinige uns

von jeder Sünde und befreie uns.  Amen.“  -

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Eine Reihe von Abgeordneten verließ während des Gebetes den Saal.

In den 6 folgenden Wochen erhielt die Christliche Zentralkirche von

Rev. Joe Wright in Kansas mehr als 5000 Telefonanrufe, von denen nur

47 negativ waren.


Es wäre an der Zeit, dass auch bei uns im Parlament gebetet wird.