(29.1.2017)

Trier ist überall!

 

Mit großem Unverständnis beobachten und erfahren gläubige Katholiken den Zerfall unserer katholischen Kirche. Die größten Aktionen, die den Abfall beschleunigen, gehen allem Anschein nach nicht einmal von unseren Gegnern aus, sondern werden durch die kirchlichen Behörden selbst verursacht. Man kann immer mehr zu der Einsicht gelangen, dass es nicht allein die oft angeführten Zeitumstände sind, sondern ein gezieltes voluntaristisches Vorgehen der Kirchenführer als Ursachen anzusehen ist.

So äußert zum Beispiel Bischof Bätzing im Rahmen seiner Kennenlern-Reise im Bistum Limburg in Frankfurt/Main die Ansicht, dass es nirgends in den deutschen Bistümern eine Alternative zu Großpfarreien gäbe.

Zur Beurteilung der Lage dient eine prophetische Sicht von einem im Glauben standhaften Streiter:  dem verstorbenen Erzbischof Dr. Dr. Dyba.

Herr Dr. Fasen, Mitglied des Arbeitskreises von Katholiken hat sein Erlebnis vom 12.1.2017 in einem Leserbrief, veröffentlicht am 28.1.2017 im Trierischen Volksfreund, dargelegt.

Damit hat er vielen Gläubigen aus der Seele und aus dem Herzen gesprochen.

 

 

Brief an die Leser des Trierischen Volksfreund

 

Mit großer innerer Depression bin ich von der Einführungsveranstaltung  zum Thema Neugliederung und Umorganisation im Dauner Forum am Mittwoch, dem 12.01.2017 nach Hause gefahren, geplagt von der Frage, wenn Kirche wirklich so banal ist, wie sie sich bei dieser Veranstaltung dargestellt hat, ist es dann intellektuell  redlich dieser  Kirche Glauben zu schenken? Diese Frage stelle ich mir als Christ, der bisher seinen Glauben gelebt und die Sakramente aus Überzeugung empfangen hat.

Als Antwort auf meine Depression aufgrund des Zustandes der Kirche fiel mir die folgende prophetische Warnung von Erzbischof Dr. Dr. Johannes Dyba aus Fulda ein.

 

Dr. Dr. Johannes Dyba, der Erzbischof des oftmaligen Tagungsortes der DBK, Fulda, warnte am 16.06.1985 prophetisch vor der Entwicklung einer anderen Kirche,

wie er sie nannte - einer  Ersatzkirche. Der Text hat heute bei Beobachtung der aktuellen Entwicklung der Kirche in den deutschen Diozesen und vor allem aber der Trierer Diözese eine höchste Aktualität. Er waren prophetische Worte für die deutsche Kirche, die leider bisher unbeachtet blieben.

Erzbischof Dr. Dr. Dyba warnte vor der Gefahr eines „Allzu- menschlich –machen – Wollens“ der Kirche mit folgenden Worten: „Dies führe 

·         zu einer „Kirche ohne Sünden und ohne Sakramente.

·         es würden keine Sünden mehr vergeben, sondern nur noch Schwächen, die Verständnis brauchten.“

Und, wenn wir näher hinsehen in welche Richtung sich diese Entwicklung, die ja von vielen als Fortschritt angepriesen oder doch wenigstens als Notlösung empfohlen wird, dann sehen wir;Sie führt zu einer Kirche des Ersatzes“.

In einer solchen Kirche gebe es

·         statt Priestern, Pastoralangestellte

·         statt Beichten, Bußandachten,

·         statt Katechese, problemorientierten Religionsunterricht.

·         Gebete würden durch Diskussion

·         Und Gelübde durch Tarifverträge ersetzt.

·         Statt Treue, die sich binde, gebe es Beliebigkeit,

·         statt der Familien, die Generationen gründe, gebe es partnerschaftliche Beziehungen, die vom Winde verweht würden.

·         Statt des Wahren, Echten, Großen, Göttlichen, so Dyba, gibt es menschlich machbaren Ersatz.

·         Statt unbezahlbarer Opfer gibt es bezahlbare Leistungen.

Eine solche Kirche ist aber ist nicht mehr die Kirche Christi!!!  (Dr. Dr. Johannes Dyba)

Erzbischof Dr. Dr. Dyba hat diese Entwicklung seiner Kirche vorausgesehen. Damals, wie heute  wollte und will  keiner seiner Mitbischöfe auch der Bischof von Trier nicht verstehen, dass die Kirche, die sie verändern, nicht mehr die Kirche Christi ist, sondern ein von Menschen gemachtes Konstrukt, das kein Anrecht auf Glauben hat oder in der Bedeutung der griechischen Ursprache der Bibel, eine Kirche, die ein Anrecht auf das tiefste menschliche Vertrauen verloren hat. 

 

Dr. med. Dieter Fasen

 

Dieser Brief wurde am 28.01.2017 in Trierischen Volksfreund erstveröffentlicht.

 

Der Leserbrief bedarf aus aktuellem Anlass einer Nachbetrachtung, da die  von Erzbischof Dyba prophezeite Neue andere Kirche durch das jüngste Wort der deutschen Bischöfe zu Amoris laetitia  vom 23.01.2017 in erschreckender Weise bestätigt wurde.

Vor nahezu 2000 Jahren wurde Johannes der Täufer von seinem Landesfürsten, Herodes, deshalb ermordet, weil der Täufer ihn an die Unauflöslichkeit seiner Ehe mit Phasalis erinnerte und ihn gleichzeitig vor der Sünde einer Zweitverbindung mit Herodias warnte. Diesen Heiligen und sein Zeugnis feiert die Kirche Jesu Christi seit 2000 Jahren. Christus selbst adelte das Zeugnis des Johannes in dem er ihn als den Größten von einem Weib geborenen nannte. (Mt 11,7-19)

Aber nach der Logik der Pastoral der DBK und der heutigen „Ersatzkirche“ können und müssen Johannes schwerwiegende pastorale  Fehler vorgeworfen werden. Der Täufer hat nicht berücksichtigt, dass die Entscheidung des Herodes für die Zweitehe einmal aus  einer autonomen Gewissensentscheidung resultierte und zum anderen seine eigene Bußpredigt  eine schwerwiegende Diskriminierung von Andersdenkenden- wie im konkreten Fall des Herodes- darstellte. Im Übrigen war die Rede des Täufers gesellschaftlich destabilisierend, weil sie erkennbar den obersten Repräsentanten dieser Gesellschaft und seine Autorität bloß stellte. Johannes hatte sich damit von seiner Aufgabe als Wanderprediger gelöst, ein wichtiges gesellschaftliches Funktionssystem zu sein.( Als solches definieren  heute moderne  Bischöfe und Soziologen der Ersatzkirche die Aufgabe einer Religion grundsätzlich und der katholischen Religion insbesondere!!!)   

Die heutige Frage ist, wie lange wird die Ersatzkirche das Parodoxon noch unbeantwortet lassen und den hl. Johannes noch feiern?