Bischöfliche Geschäftemacherei mit antikirchlichem Hetzbuch

Darf ein katholischer Verlag mit einem antikirchlichen Hetzroman Geschäfte machen?

14 deutsche Bischöfe, die Gesellschafter des Weltbildverlags,  sagen gewissenlos „ja“ dazu, dass der katholische Verlag über seine Geschäfte und den Online-Katalog den Roman „Sakrileg“ verkauft, ein reißerisches Machwerk gegen Papst und Kirche.

In dem Hetzroman des protestantischen Amerikaners Dan Brown befiehlt ein Opus- Dei- Bischof seinem untergebenen Ordensbruder, vier einflussreiche Menschen kaltblütig umzubringen. Brown rechtfertigt diese der gegenwärtigen Kirche unterstellte Bluttat mit der Behauptung: „Gegen die Feinde Gottes waren immer schon Gräueltaten verübt worden (S. 23). … Es wimmelte in der Geschichte der katholischen Kirche von Betrug und Gewalttaten.“

Als Beweis präsentiert der Romanhetzer 5 Millionen Opfer aus dem „blutigen Kreuzzug zur ‘Bekehrung’ der Hexen“. Die historische Zahl der Hexenopfer wird dabei um das Hundertfache nach oben verfälscht, die Hexenverfolgung fälschlich der katholischen Kirche angelastet, obwohl es in den katholischen Kernländern Italien, Spanien und Irland nur marginal und minimal Hexenverbrennungen gab. .

Die gesamte kirchliche Lehre inklusive der biblischen Bücher sei nichts als Lug und Trug, behauptet Brown, die gesamte kirchliche Tradition sei auf Betrug und Schwindel aufgebaut.

Gegen diesen Hetzroman und besonders auch gegen den Film hat es in vielen Ländern von Kardinälen bis zu Katholikenvereinigungen harsche Proteste gehagelt.

Nicht so bei den deutschen Bischöfen von Aachen bis Würzburg. Die sind über den Weltbildverlag an dem phänomenalen Verkaufserfolg des antikatholischen Hetzbuches beteiligt. An das Bistum Fulda wird 6,8 % von dem Judas-Lohn ausgezahlt, Kardinal Lehmann und die Diözese Mainz streichen gar 17 % von dem ungerecht verdienten Mammon ein.

Ist der Weltbild-Verlag vielleicht in einer Phase von notleidendem Geschäftsrückgang, dass er auf diesen Verkaufsrenner auf dem Buchmarkt angewiesen wäre?

Im Gegenteil! Der Umsatz der Weltbild-Gruppe ist von 12,8 Millionen Euro (1980) über 830 Mill. Euro im Jahr 2000 auf aktuell 1,4 Milliarden Euro gestiegen. Bei dieser Umsatz- und Gewinnexplosion würde der Verzicht auf den Sakrileg-Verkauf den Umsatz höchstens im Promille-Bereich tangieren.

Was war es dann, was den Aufsichtsrat des Weltbildverlages, in dem die Vertreter der 14 deutschen Bischöfe die Geschäftspolitik überwachen, bewogen hat, weiterhin dieses antikatholische Hetzwerk zu verkaufen?

Es ist anscheinend die Verkaufsphilosophie, man müsse alle Nachfragebedürfnisse befriedigen. So wie die Bildzeitung Pornographie und Volksbibeln verkauft, so vertreibt Weltbild katholische und antikatholische Bücher, islamische und buddhistische Werke sowie allen anderen esoterischen Mummenschanz und auch seicht-pornografische Literatur. Darin kommt der Pluralismus, Indifferentismus und Relativismus des modernen Zeitgeistes zum Ausdruck. Nur kein einseitiges, in diesem Fall katholisches Profil zeigen, scheint die Devise zu sein, sonst würde man bestimmten Lesergruppen negative Signale geben.

Der Verlag drappiert diesen Zeitgeistrelativismus mit dem Anschein von ethischen Grundsätzen:

Der Geschäftsbericht betont „christliche Weltanschauung und die Orientierung an Werten“. „Diese ideellen Ziele“, hebt der Vorsitzende der Geschäftsführung, Carel Halff, hervor „unterscheiden uns sehr positiv von anderen Unternehmen.“

Der Geschäftsführer versteht unter den ideelen Zielen offenbar die aufgeklärte Toleranz gegenüber den Feinden der Kirche: Wenn schon die Kirche auf der einen Seite beschimpft und verleumdet wird, dann halte man doch die andere Hand auf, um damit wenigstens noch Geld für die deutschen Bischöfe zu verdienen.

Auf diese originelle Weise gelingt es dem Verlag, „die tägliche Herausforderung, christliche Weltanschauung mit den Erfordernissen des Marktes überzeugend in Einklang zu bringen“.

Naja, ein bisschen haben die Protest schon an den Geschäftsnerven gezerrt und man musste mehrfach sowohl im Vorstand wie im bischöflichen Aufsichtsrat „ernsthaft und ausgiebig diskutieren“, wie der Vorstandsvorsitzende in einem Antwortschreiben vom 30. 6. 2006 auf einen Protestbrief zugibt.

Die zuständigen Gremien hätten in dieser causa schon im letzten Jahr (2005) einen sehr „restriktiven Beschluss“ gefasst, lässt Carel Halff verlauten, insofern man auf alle aktive und offensive Bewerbung des betreffenden Buches verzichten wolle.

Das „Sakrileg“- Buch solle danach „lediglich in einer Bestsellerliste lieferbar“ gehalten werden; die Internetanzeige erscheine „ohne Bild“, es werde „zusätzlich auf aufklärende Veröffentlichungen hingewiesen“ und in den Filialen bleibe „das Buch im Bestsellerregal mit knapper Bevorratung erhältlich“.

14 deutsche Bischöfe haben weder den Willen noch die Kraft, diesem schändlichen Treiben ihres bischöflichen Verlages ein Ende zu setzen.

Nach dem Ad- limina- Besuch an den Gräbern der Apostelfürsten Petrus und Paulus und deren päpstlichem Nachfolger zeigten sich die deutschen Oberhirten „bestärkt und ermutigt“, ihren eingeschlagenen Kurs fortzusetzen..

Frankfurt, 26. 11. 06                                    Hubert Hecker