Verstaubte Ideologie   (25.08.2014)

 

Aus aktuellem Anlass: ein  vor vier Jahren in der FAZ veröffentlichter   Leserbrief zum Kommentar „Wahre Autorität“ von Stefan Töpfer

 

Pfarrer Hendrick Jolie, Mühltal,  schrieb im Dezember 2010 folgenden Leserbrief an die FAZ:

                                                                                                     

„Dass Herr Toepfer den Nachfolger von Bischof Kamphaus nicht mag, kann man ihm persönlich nicht vorwerfen. Dass er jedoch keine Gelegenheit auslässt, denselben herabzusetzen – und dies zuweilen in unsachlicher Form – schon. Jüngstes Beispiel ist der Kommentar.

Der neue Bischof von Limburg (Tebartz van Elst) gehört nach Toepfers Meinung offenbar nicht zu den „charismatischen“ und mit „Realitätssinn gesegneten“ Amtspersonen. Soweit, so gut. Dass Toepfer dann jedoch versucht, den neuen Stadtdekan von Frankfurt (der seine Dienste mit der Forderung nach Abschaffung des Zölibates begann und seither von der FAZ wie ein Gott verehrt wird) zum Frontmann einer diözesanen Opposition in Stellung zu bringen, ist ein durchsichtiges Manöver.

Warum lassen sie im Regionalteil (der FAZ) zum Beispiel nur die altliberalen Dechanten zu Wort kommen, die immer noch vom hoch gepriesenen „synodalen Weg“ der Kamphaus-Aera träumen, die von „Diskurskultur“ und „mehr Verantwortung für die Laien“ schwadronieren, obwohl die nüchternen Zahlen zeigen, dass dieser Weg den Absturz der Diözese in die Bedeutungslosigkeit nicht verhindert hat – ganz zu schweigen von den kirchenrechtlich fragwürdigen Lösungen, die diese Experimente hervorgebracht haben? Es gibt nicht wenige Priester und Gläubige, die Bischof Tebartz van Elst dankbar sind, dass er mit den verstaubten Altlasten

der 68 er – Generation aufräumt. Warum geben Sie (die FAZ) diesen Leuten kein Forum in Ihrer Zeitung“?

 

Die im Leserbrief vom Dezember 2010 von Pfarrer Hendrick Jolie gestellten Fragen stellen wir fast 4 Jahre später, nachdem Bischof Tebartz van Elst von den Altliberalen mit Hilfe der Leitmedien aus dem Amt gejagt wurde, heute wieder. Warum wurde aus einem Leitmedium für Viele ein Leidmedium mit einseitiger Berichterstattung und  fehlender Objektivität, dem die Grundforderung des „audiatur et altera pars“ verloren ging?

Aus heutiger Sicht hatten Sie Erfolg, die Redakteure und Meinungsmacher der FAZ. Sie haben  aus durchsichtigen Gründen das Amt und die Person des Bischofs beschädigt und dem Ansehen der Kirche in Deutschland schweren Schaden zugefügt.

Die Antwort auf die Frage „cui bono?“ steht im Leserbrief von Pfr. Hendrick Jolie aus dem Jahre 2010.

 

Erklärung: Sowohl Töpfer als Deckers sind ausgebildete Theologen.

 

Stefan Toepfer, Jahrgang 1965, studierte an der Frankfurter Jesuitenhochschule Sankt Georgen und der Tübinger Universität Katholische Theologie. 1991 zum Priester geweiht, war er bis 1995 Kaplan in Königstein im Taunus. Mit dem Wunsch, sich auf einen Beruf vorzubereiten, in dem das Wort und der Kontakt zu Menschen ebenfalls eine zentrale Rolle spielen, absolvierte er 1997 das Aufbaustudium Journalistik der Universität Mainz. Während des viersemestrigen Studiengangs hospitierte er auch bei der Rhein-Main-Zeitung. Nach einem Jahr als Redakteur in einem Fachzeitschriftenverlag ist er seit Oktober 1998 in der Rhein-Main-Redaktion tätig, zunächst als Blattmacher. Heute schreibt er über Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie über Sozialpolitik und Zuwanderer.