(14.01.2015)

 

Offener Brief als Rückantwort zum Schreiben des Herrn Erzbischof Schick vom 23.12.2015

 

 

Hochwürdiger Herr Erzbischof  Prof. Dr. Schick

Sehr geehrte Exzellenz,

Wir danken Ihnen für Ihre in Auftrag gegebene Antwort auf unser Schreiben zu ihrer Predigt über Pegida. Leider wird diese Antwort dadurch entwertet, dass sie auf unsere konkreten Fragen nicht eingeht und dass es sich um ein Schreiben handelt, dass wortgleich auch anderen auf ihr Protestschreiben geantwortet wurde und weiter apodiktisch  behauptet:

„Christen dürfen bei Pegida nicht mitmachen“

Um Ihnen eine individuelle Antwort und uns die Einordnung zu erleichtern, bitten wir Sie  um die Beantwortung der drei folgenden Fragen:

1.    Wir  bitten Sie nochmals die von Papst  Benedikt XVI in Regensburg zitierte Frage des byzantinischen Kaisers Paleologos zu beantworten. Er sagt: „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten“. Seit nahezu 700 Jahren  ist diese Frage nicht beantwortet. Auch Benedikt erhielt keine Antwort, wurde aber für sein Zitat Pressionen, auch durch den deutschen Episkopat, ausgesetzt. Davon sind wir  Zeugen. Das ist das wahre Problem der Pegida Demonstranten. Ist es wirklich eine Sünde, wenn die Demonstranten sich fürchten vor dem Schlechten und Inhumanen, das sie bedroht und dieses kundtun?

2.    Ein  Satz in Ihrem Antwortschreiben ist  verwirrend und bedarf einer Erklärung: „Dazu müssen wir die Werte des Christentums hochhalten, das Humanismus, Gleichheit in Würde und Rechten, Gerechtigkeit und Frieden predigt“. In dieser Diktion und Reihenfolge kennen wir diese Werte nur aus der politischen Terminologie der Freimaurer. Die vergleichbaren Werte des Christentums sind im Dekalog, dem Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe und der Bergpredigt enthalten. Der von Ihnen als erstes zitierte Humanismus kennt die Gottesliebe nicht und ging im Altertum und im 16. -27. Jahrhundert von einer Trennung der Gesellschaft in Freie und Sklaven aus. Dadurch definierte er auch die Würde des Menschen anders als die Katholische Kirche. (s. sublimis deus). Zudem sind  die heutigen selbsternannten Humanisten der humanistischen Union alles andere als christenfreundlich und stehen erkennbar  in der Tradition der Ablehnung der christlichen Werteordnung. 

3.    Als direkte christliche Antwort auf die aktuellen Probleme mit dem Islam erwarten wir uns einen Aufruf eines Bischofs an seine anvertrauten Christen  für das Seelenheil der Ermordeten, für die Bekehrung der Mörder und Vergewaltiger sowie für die Opfer in Sondergottesdiensten und Andachten zu beten. Der Rosenkranz ist das traditionelle Hilfegebet der Christenheit. Warum sind Sie nicht bereit das zu tun, was die Christenheit in schwierigen Zeiten immer erfolgreich tat?

Sie beklagen als Bischöfe, dass die Kirchen immer leerer werden und die Bindung der Menschen an die Botschaft Christi schwindet und vergessen die Grundsatzfrage, warum soll ein junger Mensch noch in die Kirche gehen, wenn die Botschaft der Kirche sich inhaltlich –wie im konkreten Fall von Pegida -  nicht mehr von den Sonntagsreden der Parteien unterscheidet. Ob Schick, Woelki oder Merkel reden, macht keinen erkennbaren Unterschied. Das Volk hört dieselbe Botschaft und weiß, dass die Einen Stimmungen erzeugen wollen und die Anderen glauben, sie hätten ihre Aufgabe erfüllt, wenn sie in Sinnstiftung machen.  Selbst wir, die im Glauben stehenden, die wir bisher die Lehre der Kirche geglaubt  und von der Evidenz der Lehre überzeugt waren, müssen erkennen, dass  das Salz der heutigen Verkündigung schal geworden ist und zu keiner Überzeugung mehr taugt.   

 

Im Auftrag des Arbeitskreises

Dr. Fasen