(4.11.2017)

Koran und Hadithe begründen islamische Gewalt in Geschichte und Gegenwart

Angesichts von muslimischen Gewaltexzessen in Geschichte und Gegenwart exkulpieren die deutschen Bischöfe den Islam, gleichzeitig beschuldigen sie die Christen der Gewaltgeschichte. Ein Beitrag von Hubert Hecker

Was sind die Grundlagen für die vielfältigen Gewaltattacken von Muslimen? Was treibt Salafisten und Dschihadisten weltweit an, Andersgläubige als „Ungläubige“ im Namen des „größeren Allahs“ zu töten? Was sind die Motive von islamischen Selbstmordattentätern, die den Selbstmord an eigenem Leib und Leben als mörderische Waffe gegen andere Menschen einsetzen?

Diese Fragen zu klären sind für den Westen und auch die Kirche unausweichlich, um aus den Antworten Gegenstrategien zur islamischen Gewalt zu finden.

Soziale Ursachen für islamische Gewalttaten?

Als der Westen in der Neuzeit zum ersten Mal in voller Wucht mit dem Wahnsinn des Islam-Terrors konfrontiert wurde, am 11. September 2001, glaubte der damalige Bischof von Limburg, Franz Kamphaus, sogleich eine Antwort auf die obigen Fragen parat zu haben: Die Gründe für die Anschläge auf die WTC-Türme mit der Ermordung von 3000 Menschen seien in den Slums von Karachi und Dhaka zu suchen. Das will heißen: sozial-ökonomische Triebkräfte hätten den Terror hervorgebracht, den man mit mehr Entwicklungshilfe abstellen könnte.

Bald stellte sich heraus, dass die meisten Attentäter um den Ägypter Mohammed Atta Studenten aus der gutbetuchten Mittelschicht islamischer Länder waren. Sie hatten sich als Dschihadisten dem damaligen Taliban-Führer Osama bin Laden angedient. Mit rituellen Waschungen, Koran-Lesungen und Allah-Gebeten bereiteten sie sich auf ihre Terrorattacke vor. Denn sie glaubten, nach Mohammeds Weisung vom Töten und Getötetwerden für Allah unmittelbar ins Paradies einzugehen.

Obwohl diese Tatsachen des islamisch motivierten Terrors allgemein bekannt sind, blieben die kirchlichen Vertreter vielfach bei der Ideologie der sozialen Ursachen. Kardinalstaatssekretär Pietro Paolin sah noch 2014 in der Anziehungskraft der IS-Ideologie vorwiegend ein soziales Problem: Die abwandernden IS-Kämpfer würden zumeist aus armen, ausgeschlossenen Einwandererfamilien stammen, behauptet er. Eine bessere Integration würde die IS-Propaganda unwirksam machen. Nach Kurienkardinal Jean-Louis Tauran sollten soziale Probleme im Dialog mit den Islamvertretern an erster Stelle stehen.

Islamisch motivierter Terror aus anthropologischer Disposition?

Neuerdings ist eine weitere Version im Umlauf, den Islam aus der Verantwortung für die islamischen Anschläge zu nehmen. Der Limburger Bischof Georg Bätzing formulierte als Vorsitzender der DBK-Unterkommission für den Interreligiösen Dialog eine entsprechende Aussage: „Die Neigung zu Gewalt ist wohl eher in der anthropologischen als der religiösen Dimension zu verorten.“ Demnach wären die dschihadistischen Gewalttaten in erster Linie als allgemeinmenschliches Versagen und Verbrechen zu werten. Papst Franziskus hat sich in ähnliche Richtung geäußert, wenn er islamisch motivierte Gewalttaten mit gewöhnlicher Kriminalität unter Getauften gleichstellte.

In der christlichen Lehre von der menschlichen Erbsünde scheint dieser Ansatz eine Bestätigung zu finden: Danach steckt in allen Menschen die Anfälligkeit Adams zur Sünde. Die Natur des Menschen ist seit dem Sündenfall disponiert zu Gewalt und Bosheit.

Einhegung der menschlichen Gewaltneigung durch die 10 Gebote

Gegen diese Sündenneigung hat Gott seinem Volk als Haltelinien die 10 Gebote gegeben: Du sollst nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht lügen und nicht neidvoll begehren. Diese universalen Regeln sind auch den Heiden in Herz und Gewissen eingeschrieben. Jesus Christus hat die Gebote neu eingeschärft – etwa dass das Töten mit Missgunst und Hass im Herzen beginnt. Das grundsätzliche Tötungsverbot der jüdisch-christlichen Tradition ist Grundlage aller westlichen Verfassungen. Dort ist es basiert in dem positiven Menschenrecht auf Leben (Artikel 2,2 dt. Grundgesetz), unabhängig von Religion, Konfession, Herkunft etc.

Muslime untereinander barmherzig, gegen Andersgläubige aggressiv

Der Koran dagegen kennt kein generelles Tötungsverbot im Hinblick auf alle Menschen. Zwar soll die Tötung von eigenen Glaubensgenossen streng geahndet werden, aber für den Totschlag von „Ungläubigen“ gibt es differenzierende Scharia-Regeln bis hin zur Tötungspflicht.

Nach dem Koran ist die Menschheit zweigeteilt zwischen den rechtgeleiteten Muslimen als vollwertige Menschen und den „Ungläubigen“ als Personengruppen minderer Qualität und Rechte, deren Schicksal sowieso die Hölle ist. Für die zwei Menschenklassen gibt der Koran unterschiedliche Weisungen, exemplarisch in Sure 48,29 ausgedrückt: „Ihr Gläubigen, seid gegeneinander barmherzig, gegen die Ungläubigen aber hart und heftig.“

Dabei muss die Entwicklung der Koranlehre im Leben des Islam-Propheten berücksichtigt werden: In der Mekka-Zeit gab Mohammed verschiedene Weisungen, dass seine Anhänger mit den Andersgläubigen in Frieden leben sollten. Das änderte sich mit seinem Auszug nach Medina, als er politischer Potentat und Kriegsherr wurde.

Nicht ihr, sondern Allah führt den Krieg gegen ‚Ungläubige’

In jener letzten Lebensdekade Mohammeds entstand das Gros der Koranverse, in denen der Islam-Prophet zu Kampf und Krieg, Gewalt und Tötung der Ungläubigen aufrief. Die koranischen „Schwertverse“ lauten etwa:
- Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah glauben.
- Tötet sie, wo immer ihr sie findet.
- Belagert sie, greift sie an und lauert ihnen auf an allen Wegen.
Mohammed versprach den islamischen Kämpfern „das Paradies, sofern sie auf dem Weg Allahs kämpfen und töten oder getötet werden (Sure 9,111)“. Nach orthodoxem Verständnis heben diese militanten Verse die friedlichen Suren der Mekka-Zeit auf.

Die Kampf- und Gewaltsuren des Koran wurden durch Mohammed und seine Nachfolger zur Basis für die kriegerische Verbreitung des Islam. Über 10 Jahrhunderte unterwarfen die Araber und weitere islamisierte Völker mit aggressiven Expansionskriegen die halbe Welt von Spanien bis Indien, von Ungarn bis Mittelafrika. Nebenbei zwangen sie 14 Millionen Menschen in Sklaverei. An diese „ruhmreiche“ Frühzeit des Islam wollen die heutigen Salafisten und Dschihadisten anknüpfen.

Die Religion des Islam hat ihre Aufgabe, die Neigung der Menschen zu Gewalt und Sünde einzuhegen, nur nach innen angenommen. Gegenüber den Andersgläubigen nach außen fördert der koranische Islam in der klassischen Interpretation  die Kampf- und Kriegslust der Muslime, indem er ihnen für ihre Gewalttaten Allahs Legitimation, irdische Beute und paradiesischen Lohn verspricht. Der orthodoxe Islam fördert nicht den Frieden unter den Völkern.

Abschließend ist zu der Frage nach Islam und Gewalt zusammenzufassen:
▪ In Koran und Hadithen sind spezifisch islamische Gewaltbegründungen und Aggressionsförderung gegen Ungläubige festzustellen.
▪ In der rund 1000jährigen Expansionsphase des Islam wirkte der kriegerische Dschihad als treibende Kraft.
▪ In der Gegenwart schreiben salafistische und wahabistische Gruppen und Staaten weltweit die Gewaltgeschichte des Islam fort.

Auf diesem Hintergrund kommt die Behauptung von Bischof Bätzing, die Militanz von Muslimen sei weniger in ihrer Religion als in der allgemeinmenschlichen Gewaltneigung begründet, einer postfaktischen Ausblendung - wenn nicht Realitätsverweigerung gleich.

Entlastung des Islam, Anklage gegen die Christen

Während der Kirchenmann die jahrhundertelange Expansionsgeschichte des Islam mit Feuer und Schwert unter den Teppich des Allgemein-Menschlichen kehrt, will er eine „Gewaltgeschichte der Christen“ erkannt haben. Diese Selbstanklage geht über den üblichen Vorwurf: „… aber die Kreuzzüge“ hinaus. Denn sie unterstellt eine gewalttätige Kontinuitätsgeschichte der Christen.  

Bätzing benutzt eine asymmetrische Gegenüberstellung vom ‚nicht gewaltaffinen’ Islam (als Gesamtheit) mit den Gewalttaten von (einzelnen) Christenpersonen. Mit dieser Kontrastierung wird der Islam pauschal von Gewalt reingewaschen, während den Christen eine Gewaltgeschichte vorgeworfen wird. Ist das eine redliche Vergleichsmethode?

Es soll aber nicht bestritten werden, dass historisch vielfach getaufte Christen gewalttätig agierten. Das gilt etwa für die frühen spanischen Kolonisten, als sie die Indios Amerikas unterdrückten, versklavten und ausbeuteten. Aber das waren unchristliche Taten, Normverstöße gegen die christliche Ethik. Insofern sind sie nicht dem Christentum oder gar der Kirche als „Gewaltgeschichte“ anzulasten. Jedenfalls predigten und protestierten damals die kirchlichen Missionare vor Ort lautstark. Die spanischen Ordenshochschulen, Bischöfe sowie Papst Paul III. verurteilten die Unrechtstaten der Kolonisten.

Spezifisch christlich: Trennung von staatlicher Gewalt und Wortmacht der Religion

Eine weitere Unterscheidung von Gewalten ist wichtig: Das legitime Gewaltmonopol des Staates – z. B. durch Polizei nach innen und Verteidigungskriege nach außen – ist abzugrenzen von der verbrecherischen Gewalt Einzelner, Gruppen oder Schurkenstaaten.

Seit dem Jesuswort: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“ gilt die  Lehre der Trennung von Kirche und Staat im Christentum. Die Kirche respektiert die staatliche Gewalt, begründet und begrenzt aus dem Naturrecht. Aber sie darf selbst keine Gewalt im Namen Gottes ausüben. Ihre Macht und Aufgabe liegt allein in Wort, Lehre und Sakrament.

Diese Trennung von staatlicher Gewalt und Religion/Kirche ist eine zentrale Dimension der christlich geprägten Entwicklung des Westens. Koran und Islam dagegen lehren die Einheit von Staat und Religion. Islamische Staaten legitimieren bis heute Krieg, Versklavung und Unterdrückung in Allahs Namen.

Fehlentwicklungen in der Kirchengeschichte

Gleichwohl ist diese Staat-Kirchen-Lehre nicht immer in der Kirchengeschichte durchgehalten worden. Im Hochmittelalter stand die deutsche Reichskirche für eine Fehlentwicklung: Ein Drittel der damaligen Bischöfe waren zugleich als Fürsten belehnt. So übten sie staatliche Gewalt nach innen aus und führten Kriege nach außen.

Gegen diese Verweltlichung der damaligen Reichskirche kämpften die Reformpäpste des 11. Jahrhunderts an. Doch im Streit mit den übermächtigen deutschen Kaisern verfielen sie selbst in unchristliche Gewaltstrategien von „christlichen Kriegern“. Das hat der Mediävist Gerd Althoff herausgearbeitet. Päpste und Bischöfe seit Gregor VII. konnten allerdings ihre teilweise mit Gewalt durchgesetzten Reformen nur mit alttestamentlichen Gewaltaufrufen - etwa des Samuel begründen. In Althoffs Buchtitel: „Selig sind, die Verfolgung ausüben“ wird der Widerspruch zu Christi Lehre im Neuen Testament greifbar.

Gewalttaten lassen sich aus dem Evangelium nicht rechtfertigen …

Als Resümee zu diesem Kapitel ‚Kirche und Gewalt’ ist festzuhalten:
Jesus Christus übergab der Kirche nur die Macht des Wortes und der Liebe, getrennt von der legitimen Gewalt des Staates. Verbrecherische Gewalt sollten die Christen lieber ertragen als ausüben. Diese Grundsätze sind im Christentum in 2000 Jahren weitgehend durchgehalten worden. Von daher ist die Anklage einer christlichen Gewalt- oder Kriminalitätsgeschichte eine Verleumdung. Aber es gab Zeiten, in denen physische Gewalt von der Kirche legitimiert wurde. Entscheidend ist, dass solche kirchlichen Gewaltausübungen nicht mit der Lehre Christi begründet werden konnten und können, weil sie dem Evangelium entgegenstehen. Gewalt von Seiten der Kirche und der kirchlichen Gläubigen war die Ausnahme von der Regel, ein Verstoß gegen die biblisch-christliche Norm.

… aus dem Koran schon

Und genau da liegt der wesentliche Unterschied zum Islam: Die kriegerische Expansionsgeschichte des Islam ist als Ausfluss von Mohammeds Kampfpraxis und Allahs Schwertversen zu erklären. Die heutigen Salafisten und Dschihadisten können sich auf Dutzende Gewaltaufrufe im Koran berufen. In der islamischen Orthodoxie wird der gewalthaltige Dschihad gegen Ungläubige bis heute gelehrt – etwa von den Muslimbruderschaften oder saudischen Theologen, die mit dem Öl-Geld Saudi-Arabiens in den Moscheen weltweit terroristische Dschihad-Propaganda verbreiten.