Die Liturgiereform hat Konzilsvorgaben nicht respektiert  (03.06.2013)

Die unsterbliche Aktualität von latein Liturgie

Die Abschaffung des klassischen römischen Ritus ist Teil der Strategie zur Profanierung der Katholischen Kirche über die Protestantierung; dabei ist die Abschaffung des Weihepriestertums ein zentrales Ziel ,an dem beharrlich gearbeitet wird. Der Novus Ordo hat ja nicht nur den Opfercharakter marginalisiert, sondern hat die Hl. Messe als unblutiges Kreuzesopfer Christi, als „heiliges Spiel“ zur Ehre Gottes, destruiert. Dabei ist die Abschaffung des Lateinischen als Liturgiesprache ein wichtiges Mittel zum Zweck. Das heilige Spiel bedarf eines eigenen, heiligen Ortes, einer eigenen Zeit und einer eigenen Sprache, der liturgischen Sprache. Rein soziologisch betrachtet hat sich die katholische Kirche mit der Abschaffung des klassischen römischen Ritus des zentralen Elementes ihrer religiösen Praxis, das auf einem zentralen Glaubensfundament gebaut ist, beraubt und damit ihr Allein -stellungmerkmal aufgegeben. So kann sie auch das Weihepriestertum nicht mehr plausibel verteidigen. Dies alles kann man in der deutschsprachigen Kirche gut besichtigen: der Priester ,aber auch viele Bischöfe sind ununterscheidbar geworden von jedem anderen Angestellten , auch mit dessen Urlaubs- und Freizeitverhalten und einem Pensionierungs- zwang ,dem sich ja auch Papst Benedikt „gebeugt“ hat; das ständige Infragestellen des Zölibats ,die Forderung von Lehmann ,Fürst und anderen nach einem geistlichen Amt für Frauen – ein sprachliches trojanisches Pferd für die Frauenordination – die „Gottesdienstfeier“  als Selbstinszenierung des „Gottesdienstleiters“ mit Ratschlägen zur Lebensbewältigung , der Priester als Sozialarbeiter.
Die heutigen Verteidiger der religiösen Feier in der Muttersprache haben nicht den Sinn der liturgischen „ heiligen Sprache“ verstanden. Sie unterschätzten den „Mitspieler“  des heiligen Spiels gründlich, ja sie mißachten ihn sogar: Sie halten ihn für so tumb, dass er nicht verstehe, was gefeiert wird. Man muss aber kein Altphilologe sein, um das zu verstehen, genausowenig wie man Theologe sein muß um glauben zu können. Da sie den klassischen röm. Ritus nicht kennen, kann man ihnen das nachsehen. Die Strategen der Protestantisierung auf dem II Vatikanum und die jetzigen haben das allerdings klar gesehen.
Nur soviel zu den Bemerkungen über Altgriechisch und Latein: sie stehen als tote Sprachen 1. außerhalb der profanen Sphäre; 2. sind sie nicht beliebig interpretierbar wie lebende Sprachen. Warum wohl werden die Präfationes von Werken antiker Autoren von den Editoren seit jeher, so auch heute noch in Latein verfaßt? Damit man die Praefationes auch in Zukunft so versteht wie sie von den Editoren verstanden wurden. Das trifft auch für die Liturgische Sprache zu, sei sie nun Griechisch oder Latein.

 

Prof. Dr. med. Eberhard Gross, Hamburg