Die lokale Weltkirche feiert in Frankfurt Mariä Geburt          (03.09.2014)

 

Frankfurt am Main ist eine internationale Stadt, welche Menschen aus vielen Ländern anzieht.

 

Dies spiegelt sich auch in der Katholischen Kirche wieder. In der Diözese Limburg hat jeder vierte Katholik ausländische Wurzeln. Die Tendenz ist eindeutig- der Anteil dieser Katholiken steigt unaufhaltsam. In 34 Gemeinden von Katholiken anderer Muttersprache sammeln sich regelmäßig Menschen aus über 80 Ländern. Man kann von der Weltkirche sprechen, die sich lokal in unserer Diözese trifft.  Alle müssen daher lernen, mit dieser Situation umzugehen. Die sogenannten „Muttersprachler“ übernehmen immer mehr Verantwortung für die kirchliche Praxis und beteiligen sich an Diskussionen über die weitere Entwicklung der Diözese. Die Vielfältigkeit der katholischen Kulturen ist wertvoll und kann uns alle bereichern.

 

Darauf basierend können wir lernen, neue Wege zu gehen, die Wahrheit zu verkünden, neue Zeichen der Erlösung zu erkennen, oder einfach nur die Lebendigkeit von muttersprachlichen Gemeinden mit den territorialen (örtlichen) Gemeinden zu teilen. Diesem Bedürfnis folgend organisiert der Rat der Gemeinden von Katholiken anderer Muttersprache in der Diözese Limburg einen ganz besonderen Gottesdienst. Wir wollen alle muttersprachlichen Katholiken, ebenso wie auch die deutschen Katholiken, mit denen wir die Kirchenorte teilen, herzlich dazu einladen gemeinsam Mariä Geburt zu feiern. Die Liturgie wird ergänzt um eine Marienprozession.

 

Die uralte katholische Tradition der Prozession hat heute eine besondere Signalwirkung. Wir verlassen die Kirchenmauern und gehen nach draußen um unseren Glauben der Welt zu zeigen. Zum Abschluss des Gottesdienstes planen wir eine festliche Begegnung. Wir werden die länderspezifischen Speisen sowie Getränke teilen und uns gegenseitig damit beschenken. Das soll ein Zeichen unserer Freundschaft und Verbundenheit im Glauben sein.

 

Mit der Einladung zu dem Gottesdienst versenden wir drei starke Symbole:

 

Warum ein Gottesdienst?

Die Eucharistie ist das Zentrum des katholischen Glaubens. In der Eucharistie vereint sich die Weltkirche. Hier erleben wir die Mystik der Verkündung und der Erlösung. Im Moment der Verwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi stehen wir alle zusammen Gott sehr nahe. Die Eucharistie ist das eindeutige Signal unseres „katholischseins“. Wir beobachten besorgt, dass die Eucharistie heute in vielen Gemeinden ihren mystischen und heiligen Charakter zunehmend verliert und oft wie eine gewöhnliche Versammlung behandelt wird. Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass der Fokus des Glaubens nicht auf soziale Projekte, das Gemeindeleben oder auf pastorale Aktivitäten gelegt werden sollte, sondern vor allem auf die Liturgiefeier.

 

Warum gerade die Mutter Gottes?

Maria ist als Vorbild des Glaubens, der Liebe und der vollkommenen Vereinigung mit Christus die ideale Person, welche uns auf dem Weg zu Ihrem Sohn an die Hand nimmt. In vielen unserer Länder wird Maria sehr verehrt. Damit schafft sie eine starke Bindung zwischen Katholiken aus allen Kontinenten. In Zeiten der zunehmenden Säkularisierung wenden wir uns verstärkt an Maria, Mutter aller Völker.

 

Warum in der Frauenfriedenskirche?

Das dritte Symbol ist der Ort der Liturgie: die Frauenfriedenskirche in Frankfurt Bockenheim. Sie ist die einzige Kirche Deutschlands, die von Frauen gebaut wurde, um nach dem Ersten Weltkrieg ein Mahnmal für den Frieden und eine Gedenkstätte für die Gefallenen zu sein. Die Erinnerung an die Opfer von Kriegen wird in dieser Kirche sehr lebendig gepflegt. Die Patronin der Kirche ist die Mater dolorosa, das Portal aber schmückt Maria als Königin des Friedens.

 

Auch heute ist das Bestreben nach einer friedlichen Welt das Hauptmotiv vieler Aktivitäten in der Gemeinde Frauenfrieden. Den Katholiken aus der ganzen Welt liegt der Frieden sehr am Herzen. Wir beten um ihn und trauern mit den Opfern der Kriege und Verfolgungen, welche sehr häufig Christen weltweit betreffen. Die Eucharistiefeier in der Frauenfriedenskirche ist unser Ruf nach dem Frieden und der Versöhnung der Nationen.

 

Die feierliche Eucharistie zur Mariä Geburt findet am 20. September 2014 um 17:00 Uhr statt.

 

 

Romuald Tyra

Rat der Gemeinden von Katholiken anderer Muttersprache in der Diözese Limburg

 

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