Eine medial inszenierte „Rebellion“ gegen den Bischof  (22.09.2013)

Das Zusammenspiel modernistischer  Kirchenkreise mit den Medien wurde  schon auf dem Konzil erprobt: Progressive Konzilstheologen lancierten Informationen über die Presse an die Öffentlichkeit, um  Druck auf die anderen Konzilsteilnehmer auszuüben. Dieses Pressionsverfahren wenden auch die Modernisten im Bistum Limburg an, um den glaubenstreuen Bischof von Limburg zu desavouieren. Der Indienflug, das Bischofshaus und der Führungsstil dienen dabei nur als öffentlichkeitswirksame Vorwände.

Mehrere Bischöfe haben sich in den letzten Tagen zu dem Medienrummel um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst geäußert. Kurienkardinal Giovanni Lajolo brachte es auf den Punkt: „Dass hier eine Medienkampagne vorliegt, ist nicht zu übersehen.“

Der Münchener Kardinal Reinhardt Marx dagegen meinte, dass in diesen Berichten zwar „ein gewisses Interesse aufschien, der Kirche zu schaden“. Gleichwohl glaubte er seinen bischöflichen Mitbruder per Ferndiagnose belasten zu müssen. Denn „wenn da nichts ist, laufen Medienkampagnen ins Leere“. Dahinter steckt wohl die verbreitete Ansicht, die Medien würden in Kirchendingen zwar gelegentlich aufbauschen und einseitig darstellen, aber doch immer mit einem Kern Wahrheit berichten. Seinen anschließenden Appell zu Wahrheit und Wahrhaftigkeit richtete Marx daher nicht an die Medien, sondern ausschließlich an den Limburger Bischof. Falsch adressiert – möchte man da sagen!

Eine mediale Verleumdungskampagne ohne Wahrheitsgehalt

Die bundesweite Medienkampagne kulminiert in dem Zerrbild, der Limburger Oberhirte sei ein Prunk-Bischof, der mit Champagner und Kaviar first class reise sowie durch eine sündhaft teuere Luxus-Residenz auf dem Domberg Kirchensteuergelder verschwende. Noch am 26. Juli 2013 hatte das ZDF heute-Journal in einem Beitrag mit der Schlagzeile „Der Luxusbischof von Limburg“ auf den katholischen Oberhirten eingedroschen.

Wenn sich der Münchener Kardinal diese mediale Verleumdungskampagne nur etwas kritischer angeschaut hätte, dann wäre er zu dem Ergebnis gekommen: Da ist absolut „nichts dran“, sondern ein – so Kurienerzbischof Müller – „sich selbst tragendes Lügengebäude“ ohne ein Körnchen Wahrheitsgehalt.

Aus seinem Pracht-Palais kritisiert der Kardinal die angebliche Verschwendungssucht  seines Limburger Amtsbruders

Auch die persönlichen Erfahrungen von anderen bischöflichen Mitbrüdern hätten die pauschalen Aussagen Marx’ revidieren können. Der Regensburger Bischof Rudolf Vorderholzer sagte zu dem medialen „Riesenzirkus“ gegen Bischof Tebartz-van Elst: „Ich kenne ihn persönlich und halte ihn für einen anspruchlosen Mann.“
So ist es: Der Bischof hat mehr als fünf Jahre unter sehr schlichten Bedingungen gewohnt, da es im Limburg kein Bischofshaus gab. Jetzt im Sommer ist er in das bischöflichen Wohn- und Gästehaus im Domberg-Komplex eingezogen. Der neu erstellte Flachbau entspricht in den Kosten sowie der Ausstattung dem Standard kirchlicher Häuser, wie sich inzwischen Hunderte von Besucher und Journalisten überzeugen konnten. Der restaurierte Amtssitz des Bischofs, ein Stein-Fachwerkgebäude von 1495, ist dagegen eher schlicht, wenn nicht karg eingerichtet, wie einige Besucher feststellten. Das bischöfliche Amtshaus in Limburg steht jedenfalls in seinen Dimensionen und Ausstattungen weit unterhalb der Münchener Bischofsresidenz’ von Kardinal Marx. Der hat vor gut einem Jahr eine wirkliche Pracht-Villa bezogen, das Rokoko-Palais Holnstein in der Münchener Altstadt. In dem Adelspalast ist die Haupttreppe breiter als der Stadtweg zum Limburger Dom. Das Palais enthält ein riesiges Deckenfresko, reiche Stuckverzierungen, mehrere Kronleuchter aus hellem Murano-Glas, barocke Kachelöfen aus Keramik und andere historische Luxusgüter des 18. Jahrhunderts. Der Palast wurde für 8,7 Millionen Euro restauriert und eingerichtet für die barocke Gestalt des Kardinal Marx’.
Merke:
Wenn ein Bischof in einem Prachtbau mit historischer Luxus-Ausstattung residiert, sollte er nicht den Eindruck erwecken, der Medienhetze zu dem schlichten Amtssitz eines bischöflichen Mitbruders auf den Leim zu gehen!

Wenn es gegen die Kirche geht, marschieren die meisten Journalisten im Gleichschritt

Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz bezweifelt, ob angesichts von Pressefreiheit und Medienvielfalt überhaupt von Medienkampagnen zu sprechen wäre,  da in diesem Falle keine Lenkung und Koordination von einer oberen Stelle ausgeht – wie etwa bei den NS-Pressekampagnen gegen die Kirche. Bolz unterschätzt dabei die neuen Kräfte, die heutzugtage bei der öffentlichen Meinungsbildung durch die Medien wirksam sind: Der Druck von ‚political correctness’ und ‚mainstream’, der sich in ‚Schwarm-Journalismus’ niederschlägt. Das zeigt sich immer dann besonders deutlich, wenn vermeintliche Skandale in der Kirche hochgekocht werden: Bei den SPIEGEL-Attacken der letzten Jahre  gegen den Limburger Bischof folgten alle Regionalmedien im Gleichschritt den Falschmeldungen des Hamburger Nachrichtenmagazins, ohne dass es dafür Anweisungen oder Koordination gegeben hätte. Dazu kommt, dass mehr als drei Viertel aller Journalisten rot-grüne Präferenzen angeben und aus diesem Ansatz eher dazu neigen, Stimmung gegen die Kirche zu machen.

Die Medienberichte zum Limburger Bischof sind unfair und unseriös

Zwei Stimmen aus unterschiedlichen Feldern und Perspektiven mögen diese Feststellungen untermauern.

Der renommierte Kommunikationsberater Hasso Mansfeld beobachtet und bewertet als Medienexperte den Medienrummel um den Limburger Bischof. In dem Wochenmagazin für die Kommunikations- und Medienbranche „Werben & Verkaufen“ gibt er eine Analyse der Vorgänge (hier nach einem Bericht der Tagespost vom 12.9.):
Bischof Tebartz-van Elst habe sich zwar in der Frage seines Erste-Klasse-Flugs nach Indien im SPIEGEL-Interview unglücklich verhalten und sich mit dem darauf folgenden juristischen Gezänk weiter vergaloppiert. Von Seiten der Medien aber werde der Bischof unfair behandelt; an ihm „kondensieren jetzt alle Ressentiments gegen die katholische Kirche“. Die Berichterstattung sei aus dem Ruder gelaufen. Mansfeld hielt den Medien vor, unpräzise und unseriös zu berichten und immer neue „Protagonisten der Anklage aus dem Hut zu zaubern, ohne dass deren Motivation hinterfragt wird. Das ist kein guter journalistischer Stil“. So werde von einer Dienstvilla gesprochen. Der SPIEGEL schreibe von hunderten geheimer Fotos von Handwerkern, die den Prunk dokumentieren sollen, veröffentliche aber keins, was die Luxusthese belegen könnte.

In Kirchendingen kann man sich nicht mehr auf eine wahrheitsgemäße und tatsachenwidergebende Medienberichterstattung verlassen

Aus dem inneren Kreis der Diözese Limburg meldete sich Ingeborg Schillai als Präsidentin der Diözesanversammlung kritisch zu der Medienkampagne zu Wort – ebenfalls gegenüber der Tagespost:
„Der mediale Wind trägt zu einer bisher unbekannten Situation im Bistum bei. Seit über einem Jahr erfahren wir nur Negatives über unseren Bischof aus der Presse. Die meisten Leser müssen sich auf eine wahrheitsgemäße, ehrliche und informative Berichterstattung verlassen. Leider wird meines Erachtens die Tatsache der Veränderungen in der katholischen Kirche dazu benutzt, so zu polarisieren, dass viele Menschen in unserem Bistum verunsichert sind, in welchem Ton berichtet wird.“ Beim Lesen dieser Artikel, so Schillai, fühlten sich viele Leserinnen und Leser verletzt. Sie wünsche sich für das Bistum „einen ehrlichen, gegenseitig unterstützenden und offenen Umgang miteinander - auch durch die Presse – und keine Vorverurteilungen.“

Modernisten benutzen die Medien als kirchenpolitisches Druckmittel

Die schon seit Jahren laufenden Medienkampagnen gegen den Limburger Bischof sind allerdings nicht allein aus dem latent kirchenfeindlichen Medien-Milieu zu erklären. Von Anfang an standen Bischof Tebartz-van Elst illoyale Mitarbeiter und Priester misstrauisch bis ablehnend gegenüber. Diese Leute – vielfach aus dem modernistischen Lager - steckten der Presse Infos und Meinungen zu, um den Bischof ins schlechte Licht zu stellen. Die Journalisten nahmen diese Gerüchte und Geschwätzigkeiten natürlich gerne auf, um sie als Enthüllungsartikel oder Bischofskritik auf den Medien-Markt zu werfen.

Das Zusammenspiel von modernistischen  Kirchenleuten mit der Presse war schon auf dem Konzil geprobt worden. Der progressive Konzilstheologe Yves Congar sprach in seinem Tagebuch ganz unverblümt davon, dass er und seine Fraktion mit der Lancierung von Informationen über die Presse an die Öffentlichkeit Druck auf die anderen Konzilsteilnehmer ausüben wollten.

Die Medien lancieren vorwiegend Kritik an glaubenstreuen Kirchenleuten in die Öffentlichkeit

In Limburg attackierten die „Protagonisten der Kamphauskirche“ (wie der SPIEGEL sie nannte) bald die glaubenstreue katholische Linie des Bischofs. Schon im Sommer 2008 lancierten sie die niederträchtig formulierte Wertung an die örtliche Presse: „Kamphaus war der Bischof von Limburg, Tebartz-van Elst agiert als Beamter Roms“. Die Nassauische Neue Presse machte die Formel „Der Statthalter Roms“ zur Schlag-Zeile, mit der wochenlang auf den Bischof eingeschlagen wurde.

Während diese anti-bischöflichen Kräfte aus dem Ordinariat im Dunkeln bleiben, attackierte die kleine Gruppe von „Wir sind Kirche“ um Pfarrer Hubertus Janssen den Bischof offen – zum Teil in beleidigender Weise. Auch für diese marginale Randgruppe  machten sich die regionalen Medien zum Sprachrohr und heizten damit die Stimmungsmache gegen den Bischof an. Die NNP stellte allein im Jahre 2012 Pfr. Janssen mit seiner herabsetzenden Kritik zwölf Mal ins Rampenlicht der Zeitung, während die repräsentativen Laienvertretungen, der Priesterrat und andere Pfarrer nicht oder nur in Randspalten zu Wort kamen. Auf diese Weise vermittelt die NNP schon seit Jahren ein völlig verzerrtes Bild von der Stimmung unter den 650.000 Katholiken des Bistums. Die Leser können sich nicht mehr auf eine „wahrheitsgemäße und informative Berichtserstattung“ der Medien verlassen, so die Worte der Diözesanratspräsidentin.

Ein Prälat gräflicher Herkunft teilt aus

In den letzten Wochen hat der Frankfurter Stadtpfarrer und Domkapitular die Medien als Plattform benutzt, um gegen den Bischof zu agitieren. Johannes Graf von und zu Eltz-Vukovar stammt aus dem mosel-fränkischen Hochadel. Die Familie derer von Eltz-Kempenich vom Goldenen Löwen kann zwei Kurfürstbischöfe vorweisen - und auch dem jüngsten Sproß Johannes sagt man den Ehrgeiz zu Bischofswürden nach. Der Prälat gräflicher Herkunft strotzt von Selbstbewusstsein. Die Kehrseite seines souveränen Auftretens besteht in einer mimosenhafter Empfindlichkeit, wenn seine theologische und pastorale Linie kritisiert wird. Das mussten wir vom Frankfurter Katholikenkreis erfahren, als wir vor zehn Jahren den damaligen Offizial Johannes Graf von und zu Eltz zu Vortrag und Diskussion eingeladen hatten. Beim Austeilen von Kritik und Rücktrittsvorschlägen dagegen wirkt der Prälat umso forscher.

Der Frankfurter Stadtdekan hatte schon im letzten Jahr bistumsinterne Informationen zur Finanzierung des Bischofshauses dem SPIEGEL-Journalisten Wensierski zugesteckt, der das in seinen  Verleumdungsartikel vom 20. August hineinstrickte. Im ZDF heute-Journal vom 26. Juli 2013 setzte Johannes zu Eltz erneut Falschbehauptungen in die Welt: Der Bischof habe das Domkapitel als Kontrollgremium für die Ausgaben des Bischöflichen Vermögensfonds abgesetzt und ein geheimes Gremium eingesetzt. Das Interview endet mit dem unglaublichen Vorgang, dass der vom Bischof eingesetzte Diözesanpriester die bundesweit ausgestrahlte ZDF-Sendung ‚heute’ dazu benutzt, um seinem Vorgesetzten durch die Blume den Rücktritt nahezulegen.

Missbrauch von Gottesdienst und Sakralraum für zu Eltz’ Kirchenpolitik

Vier Wochen später nutzte der Stadtdekan seine Predigt zum Dom-Patronatsfest, um weiteres Öl ins Feuer gegen den Bischof zu schütten. Damit sollte die Stimmung vorbereitete werden für die anschließende Verlesung eines „Protestbriefes“ vom Altarraum aus. Die Gläubigen wurden aufgefordert, in der Kirche ihre Unterschrift zu geben. Alle diese Vorgänge sind Kirchenpolitik und stellen einen Missbrauch von Gottesdienst und Sakralraum dar. Aber das ist in Frankfurt schon länger üblich – etwa bei dem jährlichen Gottesdienst der Schwulenlobby nach dem CSD-Umzug im Bartholomäus-Dom.

Eine medial inszenierte „Rebellion“ gegen den Bischof

Zu der Inszenierung des „Aufruhrs“ im Frankfurter Dom war natürlich auch das ZDF eingeladen, das wiederum in der heute-Sendung über die Frankfurter „Rebellion“ berichtete. Vorgelesen wurde der „Protestbrief“ von Christof Hefter, Vorsitzender der Stadtversammlung der Frankfurter Katholiken. Er präsentierte sich als Nabel des Bistums, wenn er im anschließenden Interview behauptete: „Ich spreche für die ganz überwiegende Mehrheit zumindest der Frankfurter Katholiken. Die anderen sind eine Splittergruppe.“ Damit meinte er die 40.000 Frankfurter Katholiken anderer Muttersprachen, die überwiegend die Unterschriftenaktion ablehnen. Schließlich glaubte Hefter sich bundesweit zu der Frage ausbreiten zu müssen, wie lange sich der Bischof von Limburg nach seiner Meinung halten würden könne oder dürfe.

Die Amtsführung des Limburger Bischofs verdient volles Vertrauen

Die definitive Antwort auf Hefters Frage haben kürzlich zwei Kurienbischöfe gegeben: Kardinal Giovanni Lajolo zitierte bei seinem Limburg-Besuch den Brief der römischen Bischofskongregation, nach dem Rom „volles Vertrauen in die Amtsführung“ des Limburger Bischofs hat. Auch Kurien-Erzbischof Gerhard Müller sagte im Tagespost-Interview vom 19. September, dass „der Bischof von Limburg bleibt“, weil „Rom voll und ganz diesem Bischof vertraut“.

An die Adresse von Stadtdekan Johannes Graf von und zu Eltz gerichtet ist Erzbischof Müllers Richtigstellung zu lesen, dass es nicht die Aufgabe des Domkapitels ist, den Bischof zu kontrollieren, sondern ihn zu unterstützen. Noch deutlicher wird mit der ‚Gemeinsamen Erklärung von Bischof und Domkapitel’ vom 14. 9. dem gräflichen Domkapitular ins Stammbuch geschrieben, was kirchliche Pflicht und menschlicher Anstand gebietet, dass er in Zukunft „loyal“ zu seinem Bischof steht.